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31.07.11 11:05 Alter: 2 Jahr(e)

Phänomenologische "Einkreisung" von Liebe als Urgeschenk des Lebens

Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz beim öffentlichen Abendvortrag


Prof. DDr. hc. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz bei Ihrem Vortrag in der Theologischen Fakultät Paderborn.


 


Auch Libori konnte viele junge und ältere Teilnehmer nicht davon abhalten, eine Tagung der Josef Pieper Arbeitsstelle zu besuchen. Das Thema der diesjährigen Arbeitstagung weckte hohe Erwartungen. Auch die Wiederbegegnung mit der bekannten Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz wird manch einen zu dem Abendvortrag in den Hörsaal 2 der Theologischen Fakultät Paderborn gelockt haben. Wie der Rektor und Leiter der JPA, Prof. Dr. Berthold Wald, in seiner Begrüßung herausstellte, ist das Denken von Frau Prof. Gerl-Falkovitz in zweifacher Hinsicht auf den Satz von der „Liebe als dem Urgeschenk des Lebens“ bezogen. Ihr philosophisches Interesse gilt in den letzten Jahren vor allem einer „Phänomenologie der Gabe“ und der „Anthropologie der Geschlechter“.


So war denn auch ihr Vortrag keine bloße „Pieper-Exegese“, sondern eine phänomenologische „Einkreisung“ von Liebe, die jedoch immer wieder auf Piepers Deutung der Liebe als Verlangen und Selbstüberschreitung Bezug nahm. Im Zentrum ihres Kreisgangs im Ausgang von Platon, dem Hohen Lied und schließlich dem Christentum stand die Unhintergehbarkeit der Leiblichkeit. Liebe im Christentum ist inkarnierte Liebe. Der Leib ist natürlicher Ausdruck menschlicher Beziehungen und ebenso der Ort, in dem sich Gott und Mensch begegnen. Die Abkehr vom Christentum geht darum nicht von ungefähr einher mit der Abkehr vom Leib. Folgerichtig widmete sich der zweite Teil des Vortrags dann auch der Gendertheorie des Feminismus. Der Leib soll hier nur als biologischen Körper verstanden werden und die natürliche Geschlechterdifferenz ohne Bedeutung sein. Leiblichkeit als bedeutungslos zu dekonstruieren führt jedoch in ein Paradox: Selbstbestimmung aus narzistischer Eigenliebe läßt wirkliche Andersheit nicht gelten und folgt ihr doch in der Übernahme des Rollenverhaltens. Liebe verkommt so zu einer Frage der aufgeklärten Moral und der sexuellen Revolution. Gegenüber der Banalisierung des Leibes zeigt sich „der große Gestus der Liebe“ nirgends deutlicher als in der Verbindung von Lieben und Leiden, die von Gott selbst vollzogen wird. Eros und Agape, die irdische und die himmlische Liebe, gehören zusammen, welche Zusammengehörigkeit Josef Pieper und ihm folgend Papst Benedikt in seiner Enzyklika Deus caritas est wieder in Erinnerung gerufen hat.


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Alle Vorträge und die teils lebhaften Diskussionen werden in Kürze in der Medienbibliothek zu hören sein. Wie die Tagung des vergangenen Jahres soeben als Buch erschienen ist, so soll auch die diesjährige Tagung in Buchform veröffentlicht werden.


Thomas Möllenbeck, Berthold Wald (Hrsg.), Wahrheit und Selbstüberschreitung. C. S. Lewis und Josef Pieper über den Menschen, Paderborn 2011, Ferdinand Schöningh, 24,90 €.


http://www.thf-paderborn.de/index.php?id=177&tx_ttnews%5Btt_news%5D=68&cHash=70045ffb3435a5e42856251cf2bfe07e


http://www.thf-paderborn.de/index.php?id=177&tx_ttnews%5Btt_news%5D=68&cHash=70045ffb3435a5e42856251cf2bfe07e




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