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Absolventen der Fakultät zum Priester geweiht

Gottes Part hören und in sich aufnehmen gab der Magnus Cancellarius der Theologischen Fakultät, Erzbischof Hans-Josef Becker, den Neugeweihten in seiner Predigt mit auf den Weg.

Die vier Neupriester Rolf Marcel Fischer, Florian Reddeker, Stefan Kersting, Jonathan Berschauer im Altarraum des Hohen Domes, nachdem sie von Erzbischof Hans-Josef Becker das Sakrament der Priesterweihe empfangen haben und von ihren Heimat-Pfarrern die priesterlichen Gewänder. Foto: Thorsten Hennig / Erzbistum Paderborn

Der Paderborner Erzbischof und Magnus Cancellarius der Theologischen Fakultät Paderborn Hans-Josef Becker spendete am 22. Mai 2021 vier Männern im Hohen Dom zu Paderborn das Sakrament der Priesterweihe. Damit wurden die Absolventen der Theologischen Fakultät Paderborn, die Diakone Jonathan Berschauer aus Wilnsdorf-Rödgen, Rolf Marcel Fischer aus Hagen, Stephan Kersting aus Westenholz und Florian Reddeker aus Hövelhof, der in Münster studiert hat, am Vigiltag des Pfingstfestes in die Gemeinschaft der Priester des Erzbistums Paderborn aufgenommen. Geladene Familienmitglieder und Gläubige aus den Heimat- und Diakonatsgemeinden konnten den Gottesdienst unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen im Hohen Dom mitfeiern. Viele Interessierte waren zudem via Live-Stream dabei. Am Ende des Gottesdienstes sagte Erzbischof Becker, dass unter den vier Neupriestern der einhundertste Priester ist, den er als Paderborner Erzbischof für das Erzbistum geweiht hat.

Gott habe für jeden einzelnen Menschen eine eigene Stimme und eine unverwechselbare Lebensmelodie vorgesehen, führte Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Predigt aus: „Ihre Lebensmelodie erfährt heute eine sakramentale Linienführung: Das Sakrament der Weihe schlägt den Ton in Ihnen und durch Sie an, jenen Ton, den wir als Gottes Part erkennen dürfen“, sagte der Paderborner Erzbischof zu den Weihekandidaten. Es komme darauf an, dass jeder diesen Part als seinen höre und in sich aufnehme, denn nur dann ein guter Zusammenklang, eine Symphonie möglich.

Die jedem Menschen von Gott zugedachte persönliche Lebensmelodie komme erst im Zusammenklang mit anderen Stimmen zur vollen Entfaltung, so Erzbischof Becker. „Es soll ein Chor entstehen, in dem jeder sein Lebenslied einbringt. So kann durch uns das Lied Jesu Christi erklingen. Und Gott erkennt uns als Menschen, die zu Christus gehören.“ Mit Blick auf das bevorstehende Pfingstfest betonte Erzbischof Becker, es komme alles darauf an, „dass Gott durchkommt, sein Atem, sein schöpferischer Geist, der Menschen begeistern kann.“

Die Angehörigen der Theologischen Fakultät gratulieren den neu geweihten Priestern sehr herzlich zu diesem wichtigen Schritt und wünschen Gottes Segen auf dem weiteren Berufs- und Lebensweg.

Jonathan Berschauer: Wachsen und heiler werden

Für Christen sei es wichtig, immer mehr die Nähe Gottes zu suchen, sagt Diakon Jonathan Berschauer aus Wilnsdorf-Rödgen. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Jonathan Berschauer aus der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist in Wilnsdorf-Rödgen ist überzeugt, dass es für Christen wichtig ist, „immer mehr die Nähe Gottes zu suchen, andere Menschen in ihrer Beziehung zu Gott zu unterstützen und die Welt auf Gott hinzuordnen“. Er möchte Priester werden, um anderen dienlich zu sein, „damit sie als Menschen und Christen wachsen und in umfassenden Sinn heiler werden“. Berschauer wurde 1988 in Tübingen geboren, am Gymnasium Wilnsdorf machte er sein Abitur, danach leistete er im Alten- und Pflegeheim Marienheim in Siegen Zivildienst. Von 2009 bis 2015 studierte Berschauer Katholische Theologie an der Theologischen Fakultät Paderborn und der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau, das er als Diplom-Theologe abschloss. Anschließend absolvierte er mit dem Masterstudiengang „Management und Führungskompetenz“ an der Katholischen Hochschule Freiburg ein Zweitstudium, das er als „Master of Arts“ beendete. Während des Zweitstudiums war er im Bischöflichen Ordinariat der Diözese Rottenburg-Stuttgart in der Stabsstelle Entwicklung tätig.

„Mir ist die Evangelisierung und damit zusammenhängend die Verantwortung und Pflicht aller Getauften im Hinblick auf die Evangelisierung wichtig“, antwortet Priesterweihekandidat Berschauer auf die Frage, was ihm in seinem zukünftigen priesterlichen Dienst wichtig ist. Bereits seit seinem Wiedereintritt ins Erzbischöfliche Priesterseminar Paderborn Anfang 2019 ist Berschauer im Pastoralen Raum Pastoralverbund Corvey, in der Pfarrei St. Nikolai Höxter tätig. Hier wirkte er auch nach seiner Weihe zum Diakon. Als ungewöhnliches Hobby nennt Berschauer: „Ich setze mich für das Thema ‚Digitale Nachhaltigkeit‘, also die Nachhaltigkeit und gerechte, freiheitsfördernde Verteilung von digitalen Gütern ein und beschäftige mich demnach viel mit Digitalem.“

Rolf Marcel Fischer: Teilhabe am Leben Gottes

„Große Begeisterung für Gott“ und „Liebe zu den Menschen“ benennt Priesterweihekandidat Rolf Marcel Fischer aus Hagen als Gründe für seinen Wunsch, Priester zu werden. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

„Mit und durch Jesus Christus am Leben Gottes teilzuhaben“, darin sieht Diakon Rolf Marcel Fischer aus der Pfarrei Liebfrauen in Hagen-Vorhalle die Berufung als Christ. Für einen Christen komme darauf an, diese Teilhabe am Leben Gottes auch aktiv und freudig im Leben zu verwirklichen, beispielsweise durch die Teilnahme an der Liturgie, durch Gebet, durch das Zeugnis des eigenen Lebens in Wort und Tat, konkretisiert der Priesterweihekandidat. Fischer wurde 1993 geboren, 2010 machte er den Realschulabschluss in Herdecke, 2013 das Abitur in Hagen. Unmittelbar im Anschluss an die Schule begann Fischer sein Studium: Er studierte Theologie an der Theologischen Fakultät Paderborn und am Newman-Institut in Uppsala in Schweden und schloss dieses in Paderborn 2019 als Magister theologiae ab.

„Große Begeisterung für Gott“ und „Liebe zu den Menschen“ benennt Weihekandidat Rolf Marcel Fischer als Gründe für seinen Wunsch, Priester zu werden. In seiner Kirchengemeinde engagierte er sich als Ministrant und Lektor, zudem wirkte er bei der örtlichen Tafel mit. Im Hinblick auf sein zukünftiges Priestersein ist ihm „Authentizität“ wichtig: Es ist Fischer ein Anliegen, seinen Glauben in Wort und Tat zu leben. „Dieses Leben von, mit und für Gott ist für mich ein essentieller Teil meines Lebens. Wenn Menschen das durch mein Leben erahnen können, ist das schon viel wert“, bekräftigt Priesterweihekandidat Fischer. Im Pastoralen Raum Anröchte-Rüthen absolvierte Fischer sein Schul- und Gemeindepraktikum. In diesem Pastoralen Raum des Erzbistums Paderborn wirkte er nach seiner Weihe auch als Diakon.

Stephan Kersting: Wir können und dürfen Gott vertrauen

Priesterweihekandidat Stephan Kersting aus Westenholz betont: „Gott hat für jeden von uns einen Plan und damit möchte er uns glücklich machen. Wir können und dürfen ihm vertrauen.“ Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Stephan Kersting aus der Pfarrei St. Joseph in Westenholz war während seiner Kindheit und Jugend in der Kirchengemeinde vielfältig engagiert: Messdiener, Mitglied des Pfarrgemeinderates, Firmkatechet, Organist. Er wurde 1987 geboren, sein Abitur machte Kersting 2007 am Gymnasium Nepomucenum in Rietberg. Auf die Frage, was es für ihn bedeutet, als Christ berufen zu sein, sagt Kersting: „Christ sein bedeutet für mich, eine tiefe Freundschaft mit Jesus zu leben und den Blick für meine Mitmenschen zu haben.“ Priesterweihekandidat Kersting glaubt fest daran, dass Jesus ihm und allen, die ihm vertrauen, ein Leben in Fülle schenken kann. „Als Christen sind wir alle berufen, genau diese Botschaft mutig in die Welt zu tragen: Gott hat für jeden von uns einen Plan und damit möchte er uns glücklich machen. Wir können und dürfen ihm vertrauen.“

Nach seinem Abitur absolvierte Kersting bis 2012 ein Lehramtsstudium an der Universität Paderborn mit den Fächern Geschichte, Englisch und Religion. Danach studierte er an der Theologischen Fakultät Paderborn und der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom Philosophie und Theologie. „Was ich selbst durch den Glauben mit und durch die Kirche an Erfüllung für mein Leben erfahre, möchte ich unbedingt weiter geben. Ich wünsche mir, Menschen auf dem Weg in eine tiefe Freundschaft mit Jesus in der Gemeinschaft der Kirche begleiten zu dürfen.“ Mit diesen Worten erläutert Weihekandidat Kersting seinen Wunsch, Priester zu werden. Er betont: „Ich möchte das Glück meines Lebens mit vielen Menschen teilen. Ich möchte mit an seiner Kirche bauen, dass wir weiter zueinander finden und gemeinsam tief in Jesus verwurzelt sein können.“

Das Schul- und Gemeindepraktikum sowie sein Diakonat absolvierte Kersting im Pastoralen Raum Am Revierparkt in Dortmund. „Als zukünftigem Priester ist mir wichtig zu erkennen, wo ich gebraucht werde. Ich möchte die Talente, die mir geschenkt wurden, so einsetzen, dass Menschen dadurch im Glauben und Leben auf Jesus und aufeinander hin wachsen können“, sagt Kersting im Hinblick auf seinen zukünftigen Dienst als Priester.

Florian Reddeker: den Glaubensweg begleiten

Weihekandidat Florian Reddecker aus Hövelhof ist es als Seelsorger wichtig, Menschen von Jesus von Nazareth zu erzählen und sie auf ihrem persönlichen Glaubensweg in allen Hoffnungen, Fragen und auch den Enttäuschungen zu begleiten. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

„Als Christ zu leben bedeutet für mich ein hoffnungsvolles Gehen in die Zukunft“, erklärt Florian Reddeker aus der Pfarrei St. Johannes Nepomuk in Hövelhof. Er wurde 1992 geboren und absolvierte nach seinem Abitur am Gymnasium Schloß Neuhaus von 2011 bis 2012 einen Bundesfreiwilligendienst in der Katholischen Hochschulgemeinde in Paderborn. In der Kirche hat sich Reddeker als Messdiener und in der Firmvorbereitung engagiert.

Nach dem Bundesfreiwilligendienst studierte Reddeker zunächst zwei Semester an der Universität Bielefeld Rechtswissenschaft, von 2013 bis 2018 studierte er dann an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster Theologie. Im Januar 2019 trat er ins Erzbischöfliche Priesterseminar Paderborn ein. „Sakramente sind Zeichen der Nähe Gottes zu uns Menschen. Als Priester möchte ich den Menschen vor allem diese Nähe ermöglichen und die Sakramente spenden“, erläutert der Weihekandidat seinen Wunsch, Priester zu werden. Reddeker ergänzt: „Ich möchte mich mit Menschen auf die Suche begeben und immer wieder Gott im Leben entdecken.“

Ihm sei es als Seelsorger wichtig, Menschen von Jesus von Nazareth zu erzählen und sie auf ihrem persönlichen Glaubensweg in allen Hoffnungen, Fragen und auch den Enttäuschungen zu begleiten, sagt Weihekandidat Reddeker im Hinblick auf seinen zukünftigen priesterlichen Dienst. Er ist überzeugt: „Gott geht den Weg von Menschen mit und will ihnen nahe sein – in Freude und im Leiden, ja sogar im Tod und darüber hinaus.“ Sein Schul- und Gemeindepraktikum absolvierte Reddeker im Pastoralen Raum Am Phoenixsee in Dortmund, wo er auch nach seiner Diakonenweihe als Diakon tätig war.