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Corona Online-Seelsorge: Neue Wege in der Seelsorge

Team des Priesterseminars und Team des Lehrstuhls für Pastoralpsychologie in Paderborn bieten in der Corona-Krise Online-Seelsorge mit Gesprächsangebot für alle Ratsuchenden, aber auch erstmals Fachberatung für Priester und hauptamtliche Laien in der Seelsorge

Unter dem Titel „Katholische On-Line-Seelsorge in Zeiten der Corona-Pandemie“ kooperieren das Priesterseminar Paderborn und der Lehrstuhl für Pastoralpsychologie der Theologischen Fakultät Paderborn. Dazu wird unter der Internetadresse corona-seelsorge.de ein auf drei Säulen bestehendes Angebot gebündelt. Die Corona Online-Seelsorge umfasst ein Gesprächsangebot per Telefon, Chat und Video für Jugendliche und Erwachsene, die Möglichkeit, Fürbitten einzureichen und eine Fachberatung für Priester und hauptamtliche Laien im Dienst der Seelsorge. Für alle Gespräche besteht selbstverständlich die besondere Schweigepflicht.

Prof. Dr. Christoph Jacobs, Lehrstuhlinhaber für Pastoralpsychologie an der Theologischen Fakultät. | Foto: ThF-PB

„In diesen Zeiten bewähren sich Kooperationen wie diese gemeinsame Dienstleistung der Theologischen Fakultät und des Priesterseminars“, betont Professor Christoph Jacobs, Inhaber des Lehrstuhls für Pastoralpsychologie: „Die Priesterkandidaten bringen ihr in der Ausbildung erworbenes Gesprächs-Knowhow ein – wir als Team der Theologischen Fakultät unser pastoralpsychologisches Knowhow in der Beratung des pastoralen Personals. Wir sehen uns alle als Teil der vielfältigen hilfreichen solidarischen Angebote in diesen schwierigen Zeiten unserer Gesellschaft“.

Die Initiatoren aus dem Priesterseminar (v.l.n.r.): Marcel Fischer, Sebastian Vieth, Stephan Kersting, Florian Reddeker, Jonathan Berschauer und Sören Becker. | Foto: Priesterseminar Paderborn

Das Team der Priesterkandidaten aus Paderborn bietet wochentags von 19 bis 21 Uhr eine Gesprächshotline für Jugendliche und Erwachsene unter 05251/544850 an. Sie bündeln und vermitteln ein Netzwerk von Priestern, Seelsorgerinnen und Seelsorgern und angehenden Priestern aus anderen Diözesen. „Unser Angebot soll keine Konkurrenz zu bestehenden Angeboten wie der Telefonseelsorge sein, sondern eine Ergänzung. Es gibt eine stark wachsende Nachfrage nach Gesprächsmöglichkeiten“, betont Jonathan Berschauer, angehender Diakon des Erzbistums Paderborn.

Das zweite Angebot richtet sich speziell an die Seelsorgerinnen und Seelsorger in ganz Deutschland. Auch sie profitieren in dieser Zeit von Gesprächsangeboten von Experten, um mit ihren eigenen Fragen und vor allem mit dem, was sie in den vielen Gesprächen hören, umgehen zu können. Seelsorgerinnen und Seelsorger können per Mail einen verlässlichen Gesprächstermin vereinbaren. Neben Christoph Jacobs und dem Team des Lehrstuhls werden weitere Expertinnen und Experten für Gespräche in der Hotline und zur Fachberatung des Seelsorgenden zur Verfügung stehen. Auch hier soll ein Netzwerk entstehen. „Dies ist ein neues Angebot, mit dem auch die Seelsorgenden kollegiale Beratung erhalten, um ihren Dienst für die Menschen gut zu bewältigen“ sagt Professor Jacobs.

Kathrin Oel, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhls für Pastoralpsychologie an der Theologischen Fakultät. | Foto: ThF-PB

Außerdem können per E-Mail Fürbitten und Anliegen vorgeschlagen werden, die im Rahmen eines Anbetungsgottesdienstes vor Gott gebracht werden. Dieser Gottesdienst soll auch im Internet live übertragen werden. „Wir als Priesterkandidaten möchten in dieser schwierigen Zeit für die Menschen da sein“, erklärt Jonathan Berschauer: „Die Idee für dieses gemeinsame Angebot entstand während einer Fortbildung mit Professor Jacobs.“ Die jungen Diakone sind von der Krise selbst betroffen, denn ihre Weihe musste wegen der Corona-Krise verschoben werden.

Vikar Lukas Schröder, Stipendiat des Graduiertenkollegs „Kirche-Sein in Zeiten der Veränderung“ an der Theologischen Fakultät. | Foto: ThF-PB

Das Team der Beratenden soll laufend erweitert werden. Engagierte Seelsorgende mit Interesse an diesem speziellen Beratungsdienst – auch aus anderen Diözesen und Ordensgemeinschaften – sind eingeladen, sich per Mail zu melden. Kenntnisse der Gesprächsführung in der Seelsorge bzw. der Geistlichen Begleitung sind Voraussetzung.