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„Die Lücke ausfüllen, die der Staat nicht füllen kann“

Professor Peter Schallenberg erinnert in Warstein an Reichspogromnacht vor 80 Jahren

Professor Dr. Peter Schallenberg ist Lehrstuhlinhaber für Moraltheologie an der Theologischen Fakultät Paderborn. | Foto: ThF-PB

Im Rahmen des Gedenkabends „Erinnern für die Zukunft“ am Vorabend des 9. November in Warstein anlässlich der Schreckensereignisse der Reichspogromnacht vor 80 Jahren forderte Professor Dr. Peter Schallenberg, dass die Gesellschaft nicht einfach nur an die damals brennenden Synagogen, zertrümmerten Schaufenster, geplünderten Geschäfte und die Demütigung tausender Juden erinnern solle. Zu dem Vorsatz, dass so etwas nie mehr vorkommen dürfe, müsse vielmehr ein Engagement hinzukommen, „das die Lücke ausfüllt, die der Staat nicht füllen kann“, sagte der Lehrstuhlinhaber für Moraltheologie an der Theologischen Fakultät Paderborn bei seiner Gedenkansprache.

Der Artikel 1 des Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ könne „nur ein Sprungbrett für die Zukunft“ sein, zitiert die Westfalenpost den Moraltheologen. Die Verhinderung von Ereignissen wie die Reichspogromnacht läge in den Händen eines jeden Einzelnen. Die Lücke, die es dabei zu schließen gelte, sei die gelebte Liebe, mit der jeder Mensch einem anderen zu begegnen habe. Notwendig seien Respekt und die Achtung eines jeden Einzelnen. „Das könnte vielleicht auch ein Vorsatz für das nächste Jahr sein“, schlug Professor Schallenberg den zahlreichen Gästen vor.Im Anschluss an seinen Vortrag durfte sich der 55-jährige Moraltheologie in Anwesenheit von Bürgermeister Dr. Thomas Schöne in das Goldene Buch der Stadt Warstein eintragen.

Zum Bericht „Warsteiner gedenken der Opfer des NS-Terrors“ der Westfalenpost