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Graduiertenkolleg-Stipendiatin Dr. Anne Weber (Bildmitte) auf dem Podium der 3. Frauenkonferenz des Erzbistums

Mit Dr. Anne Weber und Julie Adamik gestalten zwei Graduiertenkolleg-Stipendiatinnen die 3. Frauenkonferenz im Erzbistum Paderborn aktiv mit.

Dr. Anne Weber und Julie Adamik, Stipendiatinnen des Graduiertenkolleg „Kirche-Sein in Zeiten der Veränderung“ der Theologischen Fakultät Paderborn, beschrieben im Vorfeld der Konferenz neben anderen Frauen und Männern in Videostatements die sechs Schlüsselthemen des Diözesanen Wegs 2030+ aus geschlechtergerechter Perspektive. Als Mitglied des Vorbereitungsteams der Frauenkonferenz und im Generalvikariat mit einer Projektstelle zum Thema Digitalisierung in der Pastoral betraut stand Dr. Anne Weber außerdem den Teilnehmerinnen und Teilnehmern neben anderen Studiogästen im ersten Podiumsgespräch Rede und Antwort.

(v.l.n.r.) Moderatorin Kerstin von der Linden , Dr. Anne Weber und Monsignore Dr. Michael Bredeck auf dem Podium der 3. Frauenkonferenz im Erzbistum Paderborn. (Foto: Ronald Pfaff / Erzbistum Paderborn)

Der Schwerpunkt des Austauschs, der auch im Chat stattfand, drehte sich um die Frage, wie die Impulse für Veränderung in Richtung Geschlechtergerechtigkeit auf die Ebene der Pastoralen Räume gelangen könnten. Dr. Anne Weber sagte, dass dafür eine „Kultur der Wertschätzung“ und eine „ständige Arbeit an der Veränderung der Sehgewohnheiten“ wichtig seien. Um eine geschlechtergerechte Gesellschaft und Kirche zu realisieren müssen für sie die Ursprünge und Funktionen der Vorstellungen von und über Geschlecht freigelegt und im Gespräch mit den christlichen Traditionen gut begründbare Deutungsalternativen vorgestellt werden. Für die Praxis sei es erforderlich, stereotypes Denken und Geschlechterklischees deutlich zu problematisieren und daraus resultierende Vorurteile und Diskriminierungsdynamiken zu durchbrechen.

Für Julie Adamik, die zum Thema „Katholische Reformbewegungen des 20. Jahrhunderts“ im Graduierten-Kolleg der Fakultät promoviert, sollten der Mensch und seine Beziehung zu anderen Menschen und zu Gott im Mittelpunkt aller Überlegungen stehen. Diese Beziehungen gelte es zu stärken und in ihnen neues Feuer zu entfachen und dadurch das Anliegen Jesu, einander durch und in Liebe zu begegnen sowie eine neue Welt zu schaffen, in den Fokus zu rücken.

Spannend war in diesem Panel auch die Aussage von Finja Miriam Weber, eine der jüngsten Teilnehmenden bei den Versammlungen des Synodalen Weges: „Wenn ich etwas ändern könnte, würde ich die ganze Machtfrage in der Kirche nicht mehr an das Geschlecht oder die Weihe binden, sondern an die Charismen“.

Über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte sich das Organisationsteam der 3. Frauenkonferenz im Erzbistum Paderborn unter der Leitung von Dr. Annegret Meyer, Leiterin der Abteilung Glaube im Dialog im Generalvikariat, am Samstag freuen. Das erstmals in digitaler Form durchgeführte Format stand unter dem Leitwort „Von Mensch zu Mensch Kultur (ver-)wandeln“ und wurde als Live-Stream übertragen. Das Themenspektrum der drei Gesprächsrunden reichte von der biblischen Grundlegung auf die Sicht der Geschlechter bis zum weiblichen Einsatz für Schöpfungsbewahrung. Erzbischof Hans-Josef Becker bezeichnete die 3. Frauenkonferenz als deutliche Wegmarke und verwies auf die „Kompetenzeinheit Frauen“ im Erzbistum Paderborn, die über die Ressorts hinweg die Aufgabe habe, Frauenperspektiven auf verschiedenen Ebenen des Generalvikariats, der Caritas sowie der Verbände einzubringen und weiterzuentwickeln. Er betonte auch, dass in allen Schlüsselthemengruppen der Bistumsentwicklung Frauen in der Leitung beteiligt seien. Außerdem kündigte er an, dass das Erzbistum eine 100-Prozent-Stelle für Frauenpastoral einrichten werde.

Text (Ronald Pfaff, Erzbistum Paderborn, und Heike Probst, Theologische Fakultät Paderborn)