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„Es gibt kein Recht auf Abtreibung und umfassende werbende Information“

Moraltheologe Peter Schallenberg erinnert an die generelle Rechtswidrigkeit der Abtreibung in Deutschland und stellt sich gegen die geforderte Werbefreiheit

Professor Dr. Peter Schallenberg lehrt Moraltheologie an der Theologischen Fakultät Paderborn. | Foto: ThF-PB

Trotz des angekündigten Kompromissvorschlags der Bundesregierung zum Werbeverbot für Abtreibungen nach Paragraph 219a des Strafgesetzbuches ist ein Ende der hitzigen Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern einer möglichen Gesetzesänderung weiterhin nicht absehbar. Der Paderborner Moraltheologe Professor Dr. Peter Schallenberg mahnt entschieden zur Besonnenheit, stellt die geforderte Werbefreiheit grundsätzlich in Frage und erinnert an die generelle Rechtswidrigkeit der Abtreibung in Deutschland.

„Das grundsätzliche Verbot und die prinzipielle Rechtswidrigkeit der Abtreibung in unserem Rechtsstaat wird so gut wie nie in den aktuellen Diskussionen um eine Aufhebung des Werbeverbots für eine Abreibung erwähnt“, beklagt Professor Schallenberg hinsichtlich der aktuellen Diskussionen um eine Aufhebung des Werbeverbots für Abtreibungen. Doch gelte es immer wieder daran zu erinnern: „Abtreibung ist nach unserer Rechtsprechung und nach unserer geltenden Gesetzeslage keine Gesundheitsleistung unter vielen anderen.“

Abtreibung sei „grundsätzlich verboten und bleibe lediglich straffrei bis zum dritten Monat nach erfolgter Pflichtberatung“, ruft der Moraltheologe in Erinnerung. Dabei solle diese Pflichtberatung „ausdrücklich nach dem Willen des Gesetzgebers dem Schutz des ungeborenen Menschen dienen und kann deshalb im eigentlichen Sinn schon nicht ergebnisoffen sein“. Mit welcher „Kaltschnäuzigkeit“ oft „das Selbstbestimmungsrecht von lebenden Menschen gegen das Lebensrecht von Ungeborenen ausgespielt wird“, mache ihn manchmal sprachlos.

Zwar könne der demokratische Rechtsstaat einen „Gebärdienst und das Recht auf liebevolle Schwangerschaft, Geburt und Kindheit nicht erzwingen“, doch solle aus Sicht von Professor Schallenberg „für dieses vom Staat bloß hingenommene Unrecht dem Ungeborenen gegenüber, abgesehen von der immer im Rechtstaat möglichen Informationsfreiheit, dann wenigstens nicht auch noch geworben werden. Es gibt kein Recht auf Abtreibung und damit auch kein einklagbares Recht auf umfassende werbende Information“.