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Theologische Fakultät Paderborn . Kamp 6 . 33098 Paderborn . Tel.: 05251 121 6
wissenschaftliche Fachzeitschrift
Theologie und Glaube

„Theologie und Glaube“ ist eine theologisch-wissenschaftliche Fachzeitschrift und erscheint viermal jährlich online und im Druck

 

Die Fachzeitschrift wurde 1909 von der Theologischen Fakultät Paderborn (damals unter dem Namen „Bischöfliche philosophisch-theologische Fakultät zu Paderborn“) begründet. Seit ihrer Gründung versteht sich die Zeitschrift als Plattform für den theologischen Diskurs in seiner gesamten Bandbreite. „Theologie und Glaube“ wird seit 2007 vom Aschendorff Verlag in Münster publiziert und vertrieben.

Veröffentlicht werden wissenschaftliche Beiträge und Rezensionen aus allen Disziplinen der Theologie sowie aus dem gesamten Spektrum der für die christliche Theologie relevanten Themenbereiche. Zur Qualitätssicherung werden sämtliche Beiträge einem Peer-review-Verfahren unterzogen. Es werden ausschließlich Erstpublikationen veröffentlicht. In der Regel erscheinen zwei Hefte eines Jahrgangs als Themenhefte, bei denen die Autorinnen und Autoren der einzelnen Artikel von der Schriftleitung gezielt angefragt werden.

Seit 2022 wird die Zeitschrift parallel zur Print-Ausgabe auch als Open-Access-PDF auf der Seite des Aschendorff Verlags veröffentlicht und ist dort allen Interessierten kostenfrei zugänglich.

Herausgeber von „Theologie und Glaube“ ist das Professorium der Theologischen Fakultät Paderborn. Aus diesem Herausgeberkreis wird jeweils für drei Jahre eine Schriftleitung bestimmt.

Aktuelles Heft

Theologie
und Glaube

Jahrgang 112
Ausgabe 2/2022

Mit Beiträgen von Bernd Irlenborn, Johannes Brachtendorf, Wolfgang Thönissen, Maureen Junker-Kenny, Michael Kühnlein und Daniel Bauer.

ZUM HEFT

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Im aktuellen Themenheft von „Theologie und Glaube“ geht es um einen der einflussreichsten Philosophen der Gegenwart, Jürgen Habermas, und dessen jüngstes Werk „Auch eine Geschichte der Philosophie“. Habermas setzt sich darin mit der Entwicklung des säkularen Denkens von den antiken Ursprüngen in der Achsenzeit bis zur Gegenwart auseinander und beurteilt die sich wandelnde Beziehung zwischen Metaphysik, Religion, Philosophie und säkularen Weltbildern. In den Beiträgen zum Themenheft beschäftigen sich Wissenschaftler(innen) aus unterschiedlichen Fachbereichen der Religionsphilosophie mit zentralen Aspekten in Habermas’ Genealogie.

Beiträge in dieser Ausgabe

Bernd Irlenborn
Nachmetaphysische Philosophie und religiöser Glaube.
Eine kritische Einführung in Jürgen Habermas’ „Auch eine Geschichte der Philosophie“
(83–103)

DE: Jürgen Habermas’ „Auch eine Geschichte der Philosophie“ ist eine faszinierende Großerzählung zur geschichtlichen Entwicklung des nachmetaphysischen Denkens aus der Symbiose mit dem religiösen Glauben, die auch für das christliche Denken zahlreiche wichtige Anregungen eröffnet. Der vorliegende Beitrag versteht sich als eine Einführung in das Buch, verbunden mit zwei kritischen Nachfragen zur Bedeutung der Religion für das säkulare Bewusstsein und zu Habermas’ Begriff von Metaphysik.
EN: “This Too a History of Philosophy” by Jürgen Habermas is a fascinating master narrative of the historical development of postmetaphysical thinking from its symbiosis with religious belief. It also offers meaningful insights for Christian thinking. The following article provides an introduction into the book and raises two critical questions regarding the importance of religion for secular consciousness and Habermas’s definition of metaphysics.

Johannes Brachtendorf
Augustinus und Habermas’ „Genealogie nachmetaphysischen Denkens“
(104–119)

DE:Mit seinem neuen, umfangreichen Werk „Auch eine Geschichte der Philosophie“ (2019) setzt Habermas die im Jahr 2001 vollzogene Wende in seiner Einschätzung der Religion fort. Er zeichnet eine „Genealogie nachmetaphysischen Denkens“, derzufolge die Osmose von Philosophie und Theologie, wie sie in der christlichen Spätantike geschehen ist, das philosophische Denken bis heute nachhaltig beeinflusst. Augustinus ist Habermas zufolge der wichtigste Denker dieser Epoche. Der vorliegende Beitrag stellt die Bedeutung des Denkens Augustins für Habermas’ „Genealogie nachmetaphysischen Denkens“ dar und prüft dessen Augustinus-Interpretation kritisch.
EN: In his new, comprehensive book “This Too a History of Philosophy” from 2019, Habermas extends the reversal he began in 2001 concerning his estimation of religion. He outlines a “genealogy of postmetaphysical thought” according to which the osmosis of philosophy and theology, as it occurred in Christian Late Antiquity, has enduringly influenced philosophical thinking. For Habermas, Augustine is the most important thinker of this era. This article delineates the significance Habermas attributes to the thought of Augustine for his “genealogy of postmetaphysical thought” and critically examines Habermas’s interpretation of Augustine.

Wolfgang Thönissen
Die Entkopplung des Heils von der Gerechtigkeit?
Martin Luther in der Sicht von Jürgen Habermas
(120–134)

DE: Im Kontext der an Glauben und Wissen orientierten Geschichte der Philosophie spielt Martin Luthers Gnaden- und Rechtfertigungslehre eine über die Theologie selbst hinausgehende Rolle für die gesamte okzidentale Philosophiegeschichte. Die radikale Reduktion und Zentrierung der Theologie auf die Rechtfertigung des Sünders zeitigt eine Reihe von Folgen, die das Verhältnis von Theologie und Soteriologie sowie von Recht und Theologie inklusive des Naturrechts betreffen. Die von Luther exponierte Idee der rettenden Gerechtigkeit beeinflusst bis heute auch die katholische Theologie in ihrer Verhältnisbestimmung von Gott, Mensch und Welt.
EN: In the context of the history of philoso-phy oriented toward faith and knowledge, Martin Luther’s doctrine of grace and justification plays a role that goes beyond theology itself for the entire history of occidental philosophy. The radical reduction and centering of theology on the justification of the sinner provokes a number of conse-quences that affect the relationship between theology and soteriology and the relationship between law and theol-ogy, including natural law. The idea of saving justice exposed by Luther still determines Catholic theology in its definition of the relationship between God, man, and the world.

Maureen Junker-Kenny
Vom „paulinischen Christentum“ zum „Anderen“ der Vernunft im nachmetaphysischen Denken
(135–150)

DE: Ausgehend von den Stationen der Entwicklung zum postmetaphysischen Denken zeigt der Aufsatz einen Zusammenhang zwischen der Wahl des „paulinischen Christentums“ als dem religiösen Ausgangspunkt der okzidentalen Denkentwicklung und der abschließenden Beurteilung der Religion als das „Andere“ der Vernunft bei Jürgen Habermas auf. Die Evangelien über das Leben Jesu gehören zur Wirkungsgeschichte und betonen wie die antignostischen Patristiker die menschliche Freiheit. Eine autonome Vernunft ist nicht gleich „säkular“, sondern vereinbar mit dem Gottesglauben.
EN: Beginning with the stations of the development towards postmetaphysical thinking, the article establishes a connection between the choice of “Pauline Christianity” as the religious point of departure of the occidental history of thought, and the concluding evaluation of religion as the “other” of reason in the argumentation of Jürgen Habermas. The gospels treating the life of Jesus also belong to the history of reception and highlight human freedom, as do the antignostic patristic authors. Autonomous reason is not merely “secular”, but compatible with faith in God.

Michael Kühnlein
Alles nur Vernunft?
Habermas „übersetzt“ Pascal und Kierkegaard
(151–165)

DE: Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit den inneren Spannungen von Habermas’ Übersetzungsbegriff, die besonders in seiner Auseinandersetzung mit den radikalen Subjekttheologien von Blaise Pascal und Søren Kierkegaard auftreten. Hier scheinen existenzielle Bedeutungsdimensionen des Glaubens auf, die in ihrer paradoxalen Unübersetzbarkeit geradezu konsequent nachmetaphysisch sind. Damit bleibt die von Habermas zugewiesene Rolle der Vernunft als exklusives Übersetzungsmedium des Glaubens aber weiterhin fraglich.
EN: This article deals with the inner tensions of Habermas’ concept of translation, which arise particularly in his engagement with the radical subject theologies of Blaise Pascal and Søren Kierkegaard. Here, existential dimensions of the meaning of faith shine through, which in their paradoxical untranslatability are almost consistently postmetaphysical. Thus, the role of reason as the exclusive medium of translation of faith as assigned by Habermas remains questionable.

Daniel Bauer
Impulse von Habermas’ Genealogie für die Selbstverortung des christlichen Glaubens in der nachmetaphysischen Moderne.
Eine praktisch-theologische Perspektive
(166–181)

DE: Jürgen Habermas wendet sich der Genealogie nachmetaphysischen Denkens zu, um aus den Lernprozessen, die anhand des Diskurses über Glauben und Wissen nachvollzogen werden können, das fragile Vertrauen der vernünftigen Freiheit in ihre eigenen Kräfte zu stützen. Doch was bedeuten diese Lernprozesse für den Glauben? Im vorliegenden Beitrag werden praktisch-theologische Impulse für eine entsprechende Selbstverortung des christlichen Glaubens in der nachmetaphysischen Moderne hergeleitet.
EN: Jürgen Habermas turns his attention to the genealogy of postmetaphysical thinking to strengthen the fragile confidence of rational liberty in its own forces due to the insights of the discourse on faith and knowledge. But what do these insights mean for present faith? In this article, practical theological impulses for a self-localization of Christian faith in the postmetaphysical modernity will be deduced


Eine Übersicht der Beiträge und Abstracts ab Heft 3/2020 finden Sie hier:

Hinweise für Autorinnen und Autoren

Mit Manuskriptangeboten oder Rezensionswünschen können Sie sich jederzeit an die Redaktion wenden. Gerne nehmen wir auch Reaktionen auf aktuelle theologisch relevante Themen, Diskussionen oder Ereignisse in Form von Kommentaren oder Kurzbeiträgen an. Wir bitten dabei um eine vorherige Absprache, damit eine kurzfristige Planung möglich ist.

Umfang:
Beiträge: 45.000–50.000 Zeichen mit Leerzeichen
Kurzbeiträge: 15.000 Zeichen mit Leerzeichen
Rezensionen: 5.000 Zeichen mit Leerzeichen

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den Manuskripthinweisen.

Review-Verfahren:

Eingereichte Beiträge werden in einem ersten Schritt von der Redaktion und Schriftleitung auf ihre generelle Publikationsfähigkeit überprüft. Falls diese gegeben ist, werden die Beiträge in einem zweiten Schritt durch ein Peer-Review-Verfahren von mindestens einer Fachgutachterin oder einem Fachgutachter auf ihre wissenschaftliche Qualität geprüft. Auf der Grundlage dieser Bewertung entscheidet die Schriftleitung, ob der Beitrag abgelehnt oder ohne bzw. mit Überarbeitung angenommen wird. In strittigen Fällen kann auch ein weiteres Gutachten hinzugezogen werden.

Die Schriftleitung betrachtet es darüber hinaus als ihre Aufgabe, einzelne Hefte von „Theologie und Glaube“ auf der Grundlage inhaltlicher Überlegungen zu konzipieren. Für diese Themenhefte werden Autorinnen und Autoren gezielt angefragt und um einen Beitrag gebeten.

Manuskripthinweise
Bitte beachten Sie für das Einreichen von Beiträgen unsere Hinweise zur Manuskripterstellung.

Kontakt zur Redaktion

Svenja Wesemann, M. A.

Redaktion - Raum: K6.210
Telefon: 05251 121 740

Schriftleitung

Prof. Dr. Dr. Bernd Irlenborn, Lehrstuhlinhaber für Geschichte der Philosophie und Theologische Propädeutik. Er steht vor einer Mauer im Garten der Theologischen Fakultät Paderborn.

prof. dr. dr. Bernd Irlenborn

Professor für Geschichte der Philosophie und Theologische Propädeutik

zur Person

prof. dr. Christoph Jacobs

Professor für Pastoralpsychologie und Pastoralsoziologie

zur Person

Prof. Dr. Michael Konkel

Prof. Dr. Michael Konkel

Professor für
Altes Testament

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Verantwortlich für den Inhalt:

Schriftleitung „Theologie und Glaube“
Theologische Fakultät Paderborn
Kamp 6
33098 Paderborn

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