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Theologische Fakultät Paderborn . Kamp 6 . 33098 Paderborn . Tel.: 05251 121 6
wissenschaftliche Fachzeitschrift
Theologie und Glaube

“Theologie und Glaube“ ist eine theologisch-wissenschaftliche Fachzeitschrift und erscheint viermal jährlich online und im Druck

 

Die Fachzeitschrift wurde 1908 von der Theologischen Fakultät Paderborn (damals unter dem Namen „Bischöfliche philosophisch-theologische Fakultät zu Paderborn“) begründet. Seit ihrer Gründung versteht sich die Zeitschrift als Plattform für den theologischen Diskurs in seiner gesamten Bandbreite. „Theologie und Glaube“ wird seit 2007 vom Aschendorff Verlag in Münster publiziert und vertrieben.

Veröffentlicht werden wissenschaftliche Beiträge und Rezensionen aus allen Disziplinen der Theologie sowie aus dem gesamten Spektrum der für die christliche Theologie relevanten Themenbereiche. Zur Qualitätssicherung werden sämtliche Beiträge einem Peer-review-Verfahren unterzogen. Es werden ausschließlich Erstpublikationen veröffentlicht. In der Regel erscheinen zwei Hefte eines Jahrgangs als Themenhefte, bei denen die Autorinnen und Autoren der einzelnen Artikel von der Schriftleitung gezielt angefragt werden.

Herausgeber von „Theologie und Glaube“ ist das Professorium der Theologischen Fakultät Paderborn. Aus diesem Herausgeberkreis wird jeweils für drei Jahre eine Schriftleitung bestimmt.

Aktuelles Heft

Theologie
und Glaube

Jahrgang 111
Ausgabe 2/2021

Mit Beiträgen von Rüdiger Althaus, Tine Stein, Thomas Söding, Gregor Maria Hoff, Peter Platen, Norbert Köster, Bernhard Emunds, Reinhild Ahlers und Richard Hartmann

ZUM HEFT

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Die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken haben vor zwei Jahren einen gemeinsamen Gesprächsprozess unter dem Titel des „Synodalen Wegs“ beschritten. Eines der Themen-Foren dabei befasst sich mit „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche“. Das aktuelle Themenheft von „Theologie und Glaube“ greift diese Thematik auf und analysiert kritisch die strukturelle Rechtfertigung und Verteilung von Macht in der Kirche. Angesichts der zahlreichen Fälle von Machtmissbrauch, sei er körperlicher, psychischer oder finanzieller Art, stellt sich einerseits die Frage nach den systemischen Ursachen für diese Entwicklungen, andererseits aber auch nach Möglichkeiten, den Umgang mit Macht im Kontext der Kirche zukünftig gerechter und partizipativer zu gestalten. Die vorliegenden Beiträge geben Impulse zur Bewertung der systemischen Defizite in der Institution Kirche und zeigen Perspektiven für die Zukunft auf.

Beiträge in dieser Ausgabe

Prof. Dr. Tine Stein
Tine Stein
Legitimationskrise im Spätkatholizismus
Hans Maier zum 90. Geburtstag gewidmet (105–115)

DE: Im Missbrauchsskandal ist eine tiefgreifende Legitimationskrise der Kirche deutlich geworden, die in dem Zusammenhang von sexueller Gewalt, ihrer Vertuschung und der Machtkonzentration beim Klerus begründet ist. Wie hier dargelegt wird, kann aus politikwissenschaftlicher Sicht die Struktur der Kirche als zentralistische Monarchie ohne echte Gewaltenteilung und Rechtsbindung charakterisiert werden, deren Zugang zu Leitungsfunktionen exklusiv gestaltet ist. Die Ausführungen werden mit einem Plädoyer für eine neue institutionelle Verfasstheit beschlossen, die auch Thema im Synodalen Weg ist.

EN: The abuse scandal has revealed a deep crisis of legitimacy in the Church which is rooted in the connection between sexual violence, its cover-up and the concentration of power in the clergy. As explained here, from a political science perspective, the structure of the church can be characterised as a centralist monarchy without a thorough separation of powers and legal binding, whose access to leadership functions is designed to be exclusive. The explanations are concluded with a plea for a new institutional constitution, which is also a topic in the Synodal Way.

Prof. Dr. Thomas Söding
Thomas Söding
Partizipation in der Kirche
Biblische Perspektiven (116–124)

DE: Partizipation ist ein Grundbegriff so-wohl der Ekklesiologie als auch der Politologie. Beides muss unterschieden und vermittelt werden. Der theologi-sche Begriff ist von der vollen Anteil-gabe aller Gläubigen an Gottes Gnade geprägt. Aus ihr folgt, dass alle zur vollen Teilnahme am Leben der Kirche berufen sind. Dieser Berufung muss das Recht der Kirche Raum geben, um das Zeugnis des Glaubens zu fördern.
EN: Participation is a basic concept of both ecclesiology and political science. Both must be distinguished and mediated. The theological concept is characterized by the full participation of all believers in God’s grace. From it follows that all are called to full participation in the life of the church. The law of the church must give space to this calling in order to promote the witness of faith.

Prof. Dr. Gregor Maria Hoff
Gregor Maria Hoff
Performative Macht
Zur ekklesiologischen Bedeutung des Synodalen Wegs (125–136)

DE: Der Synodale Weg ist vor dem Hintergrund kirchlichen Machtmissbrauchs entstanden und bearbeitet ihn thematisch. Dabei ist er selbst bereits als eine performative kirchliche Gewaltenteilung zu verstehen. Das hängt mit seiner Entstehungsgeschichte und der Entscheidungsfindung zwischen DBK und ZdK zusammen, aber auch mit der Dis-position seiner Beratungen. Partizipative Beratungs- und Entscheidungsprozesse entwickeln ein neues ekklesiologisches Format – nicht zuletzt epistemischer Gewaltenteilung.
EN: The Synodal Way was created against the background of ecclesiastical abuse of power and deals with it thematically. In doing so, it itself represents a performative ecclesiastical division of powers. This has to do with its history and the decision-making process between DBK and ZdK, but also with the disposition of its consultations. Participatory consultation and decision-making processes develop a new ecclesiological format – not least of epistemic separation of powers

Apl.-Prof. Dr. Peter Platen
Peter Platen
Macht und Gewaltenteilung: Leitung(sgwalt) in der Diözese (137–149)

DE: Ausgehend vom Grundtext des Synodalforums 1 stellt der Beitrag konkrete und bereits auf der Basis des geltenden Rechts realisierbare Modelle für die Teilung der potestas regiminis exsecutiva auf diözesaner Ebene vor: die delegatio realis eines kurialen Amtsträgers, die Konturierung der Zuständigkeiten des Diözesanökonomen als Gegenüber zum Generalvikar, die umfassende Delegation von Laien zur Ausübung sakramentenrechtlicher Befugnisse und die freiwillige Selbstbindung des diözesanen Gesetzgebers und höchsten Verwalters des Bistums.
EN: Based on the „Grundtext“ of the Synodal Forum 1, the article presents concrete models for the division of the potestas regiminis exsecutiva on diocesan level, which are already feasible on the basis of current law: The delegatio realis of a curial official, the contouring of the competences of the diocesan finance officer as a counterpart to the vicar general, the comprehensive delegation of laypersons to exercise jurisdictional powers in the area of sacramental law, and the voluntary self-binding of the diocesan legislator and highest administrator of the diocese.

Prof. Dr. Norbert Köster
Norbert Köster
Systemische Eignung und ungeeignete Systeme
Zur Problematik der Personalauswahl in kirchlichen Leitungsstellen (150–162)

DE: In der Katholischen Kirche gibt es eine große Zahl leitender Stellen. Die Personalauswahl im Bereich der kirchlichen Einrichtungen ist in der Regel von der der Pfarreileitungen getrennt. Die Feststellung der Eignung für eine Leitungsaufgabe muss in allen Bereichen professionalisiert werden: Die persönliche „Kirchlichkeit“ von Bewerber(inne)n als Eignungskriterium muss durch eine Eignung zur Profilentwicklung ersetzt werden, im pastoralen Dienst ist eine Trennung von Seelsorge und Leitung notwendig.
EN: The Catholic Church has a large number of leading positions. The staff recruitment in the field of institutions normally is separated from the one in parish administrations. The ascertainment of the suitability for a leading position has to be professionalised in all fields: The criterion of personal “ecclesiasticism” of candidates has to be replaced with an ascertainment for profile development while in the pastoral ministry, a separation of spiritual welfare and leading is necessary.

Prof. Dr. Bernhard Emunds
Bernhard Emunds
Mitwirkung der Gläubigen an kirchlichen Finanzentscheidungen (163–173)

DE: Für die vom Synodalforum 1 anzustoßende Reform der kirchlichen Machtordnung hat die Weiterentwicklung der Finanzverfassung eine besondere, öffentlich wenig thematisierte Bedeutung. Ein Reformbedarf wird vor allem sichtbar in den jüngsten Finanzskandalen, dem kirchenrechtlichen Hintergrund der Problemlagen und dem Vorschlag des Forums, für die Diözesanfinanzen eine verbindliche Rahmenordnung zu erlassen, in deren Mittelpunkt ein Finanzrat mit weitreichenden Mitentscheidungs- und Kontrollmöglichkeiten steht.
EN: The Forum 1 of the Synodal Path in Germany seeks to initiate a reform of the church’s power structures. Albeit hardly discussed publicly, the further development of the financial constitution of the church is crucial for such a reform. This becomes evident in light of the latest financial scandals in German dioceses and the canonical background which facilitates such problems. Therefore, the Forum proposes to establish a binding framework for diocesan finances. Central for this framework is a finance council in which church members’ representatives hold far-reaching possibilities of co-decision making and financial control.

Prof. Dr. Rüdiger Althaus
Rüdiger Althaus
Ansprüche an die Verwaltung in der Kirche – eine anspruchsvolle Verwaltung (174–183)

DE: Verwaltungen haben oft eine Beharrungstendenz. Kirchliche Verwaltung muss sich immer wieder vergegenwärtigen, dass auch sie der Sendung der Kirche dient. Diese besteht nicht darin, Recht um seines selbst willen durchzusetzen, sondern die Gläubigen als Glieder des Volkes Gottes zum Heil zu führen, was steter Transparenz und Kommunikation bedarf.
EN: Administrations often have a tendency to be persistent. Ecclesiastical admin-istration always has to keep in mind that it participates in the mission of the Church. This does not mean to enforce law for its own sake, but to carry the faithful as members of the People of God to salvation, which requires continual transparency and communication.

Prof. Dr. Reinhild Ahlers
Reinhild Ahlers
Macht und Gewaltenteilung in der Kirche
Leitung in Pfarreien (184–194)

DE: In den letzten Jahren sind zunehmend größere pastorale Einheiten auf Pfarreiebene entstanden, zunächst vielfach als Zusammenschlüsse selbständiger Pfarreien, aktuell als fusionierte Großpfarreien. Der Hauptgrund dafür ist die zurückgehende Priesterzahl und damit die Leitung von Pfarreien durch Pfarrer. Es stellt sich die Frage, warum nicht Laien diese Leitung übernehmen könnten. Der vorliegende Beitrag schaut auf die rechtlichen Aspekte.
EN: In recent years, increasingly larger pastoral units have emerged at parish level. Initially often in the form of associations of independent parishes, currently as consolidated large parishes. The main reason for this development is the declining number of priests and thus the management of parishes by pastors. The question arises why laypeople cannot take on this administration. The following article focusses on the legal aspects of this question.

Prof. Dr. Richard Hartmann
Richard Hartmann
Strategie oder Vereinbarung: Auf dem Weg zu einem neuen Pfarrei-Konzept (195–204)

DE: Wie können Veränderungsprozesse in der Kirche gelingen? In den meisten Bistümern changieren die Projekte zwischen Kommunikationsprozessen mit vielen Beteiligten und strategischen Entscheidungen der Bistumsleitung. Die Ergebnisse dieser Maßnahmen werden selten in Harmonie aufgenommen. Der Stil der jeweiligen Prozesse legt letztlich Zeugnis davon ab, welches Kirchen-Verständnis sich durchsetzt.
EN: How can transformation processes in the church succeed? In most dioceses, the efforts alternate between communication processes involving many participants and strategic decisions made by the administration of the diocese. These measures are rarely unanimously approved of. The style of the individual processes ultimately depends on the prevailing view of what the church should be.

Prof. Dr. Rüdiger Althaus
Rüdiger Althaus
Das neue kirchliche Strafrecht – Streiflichter (205–211)

Kurzbeitrag


Eine Übersicht der Beiträge und Abstracts ab Heft 3/2020 finden Sie hier:

Hinweise für Autorinnen und Autoren

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Gerne nehmen wir auch Reaktionen auf aktuelle theologisch relevante Themen, Diskussionen oder Ereignisse in Form von Kommentaren oder Kurzbeiträgen an. Diese sollten eine Länge von 15.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) nicht überschreiten. Wir bitten um eine vorherige Absprache mit der Redaktion, damit eine kurzfristige Planung möglich ist.

Eingereichte Beiträge werden in einem ersten Schritt von der Redaktion und Schriftleitung auf ihre generelle Publikationsfähigkeit überprüft. Falls diese gegeben ist, werden die Beiträge in einem zweiten Schritt durch ein Peer-Review-Verfahren von mindestens einer Fachgutachterin oder einem Fachgutachter auf ihre wissenschaftliche Qualität geprüft. Auf der Grundlage dieser Bewertung entscheidet die Schriftleitung, ob der Beitrag abgelehnt oder ohne bzw. mit Überarbeitung angenommen wird. In strittigen Fällen kann auch ein weiteres Gutachten hinzugezogen werden.
 
Die Schriftleitung betrachtet es darüber hinaus als ihre Aufgabe, einzelne Hefte von „Theologie und Glaube“ auf der Grundlage inhaltlicher Überlegungen zu konzipieren. Für diese Themenhefte werden Autorinnen und Autoren gezielt angefragt und um einen Beitrag gebeten.

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Svenja Wesemann, M. A.

Redaktion
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Schriftleitung

Prof. Dr. Dr. Bernd Irlenborn

prof. dr. dr. Bernd Irlenborn

Professor für Geschichte der Philosophie und Theologische Propädeutik

zur Person

prof. dr. Christoph Jacobs

Professor für Pastoralpsychologie und Pastoralsoziologie

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Prof. Dr. Michael Konkel

Prof. Dr. Michael Konkel

Professor für
Altes Testament

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