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Theologische Fakultät Paderborn . Kamp 6 . 33098 Paderborn . Tel.: 05251 121 6

Ausgabe 3/2021

Prof. em. Dr. Josef Meyer zu Schlochtern
Josef Meyer zu Schlochtern
Die Wahrheit neu zur Sprache bringen
Anmerkungen zum theologischen Werk von Hermann Josef Pottmeyer (220–225)

Abdruck der Laudatio zur Verleihung der Ehrendoktorwürde an Herrn Prof. em. Dr. Dr. h. c. Hermann Josef Pottmeyer

Prof. em. Dr. Hermann Josef Pottmeyer
Hermann Josef Pottmeyer
Von toten Punkten im Leben der Kirche (226–232)

Abdruck des Vortrags von Hermann Josef Pottmeyer anlässlich seiner Ehrenpromotion

Dr. Heinz Blatz
Heinz Blatz
Wirken in Jesu Namen – die Jünger und der fremde Exorzist (Mk 9,38–40) (233–249)

DE: Die Jesus-Nachfolgenden und ihr Wirken zeigt das Markusevangelium in verschiedenen Facetten – man trifft auf Verstehen und Nichtverstehen, auf Erfolg und Misserfolg. Dabei sind es im Markusevangelium gerade Nebenfiguren, die erfolgreich in Jesu Namen wirken. Der Beitrag nimmt diesbezüglich Mk 9,38–40 („der fremde Exorzist“) und die Verbindung von Nachfolge- und Machtthematik in den Blick.
EN: The Gospel of Mark shows the Jesus-followers and their work in different ways. Mark features understanding and misunderstanding, success and failure. Minor characters are – especially in the Gospel of Mark – those who work successfully in the name of Jesus. This article looks exemplarily at Mark 9:38–40 („the independent exorcist“) and the issue of succession and power.

Frank Sobiech
Jesuitische Herausforderungen
Zur Modernität von Friedrich Spees Cautio Criminalis (250–264)

DE: Der Beitrag stellt die Cautio Criminalis (1631) des Professors für Moraltheologie an der Paderborner Academia Theodoriana, Friedrich Spee SJ (1591–1635), mit der er sich gegen die Folter in den Hexenprozessen wandte, in einen Bezug zu sozialethischen Fragen der Gegenwart. Die den Hexenprozessen durch die Anwendung der Folter innewohnende Dynamik, die „Hexen“ und „Hexer“ „produzierte“, ist bis heute von Relevanz. Spees Denken kreiste um die von ihm als Kerkerseelsorger erlebten Pole von Autorität und Gewissen.
EN: The contribution correlates the „Cautio Criminalis“ (1631) by the moral theology professor at the Paderborn „Academia Theodoriana“ Friedrich Spee SJ (1591–1635), who argued against torture in the witch trials, with today’s socio-ethical problems. The dynamics inherent in the witch trials through the use of torture, which “produced” “witches” and “wizards”, are still of relevance today. Spee’s reasoning revolved around authority and conscience as the two poles experienced by him as a prison minister.

Prof. Dr. Benjamin DahlkeProf. Dr. Michael Quisinsky
Benjamin Dahlke, Michael Quisinsky
Kontextuelle Christologie in Europa?
Eine übersehene Herausforderung (265–281)

DE: Mit dem Begriff „kontextuelle Christologie“ werden Versuche bezeichnet, Aussagen über Jesus Christus so zu formulieren, dass sie in einem bestimmten, zeit-räumlich beschreibbaren Zusammenhang verständlich werden. Während es weltweit längst üblich ist, kontextuelle Christologien zu entwerfen, fehlen in Europa bislang entsprechende Versuche. Vorliegender Artikel möchte auf diese übersehene Herausforderung hinweisen.

EN: Contextual approaches to Christology aim at making claims about Jesus Christ comprehensible by means of taking the situation of those being addressed into account. Such approaches have become widespread internationally – with the exception of Europe. In the following article, the challenge of a particular European christological approach will be displayed.

Johannes Klösges
Verlust des Klerikerstandes durch Nichtigerklärung der hl. Weihe
Ein Diskussionsbeitrag zur gegenwärtigen Situation des Weiheamtes (282–298)

DE: Das Verhältnis von Klerikern und Laien in der Kirche sowie die gegenwärtige Situation des Weiheamtes sind bestimmender Gegenstand aktueller Diskussion. Zentral für diesen Themenkomplex ist u. a. die Fragestellung nach dem Eintritt in den Klerikerstand und, eher selten Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung, auch nach dessen Verlust. Vorliegende Studie widmet sich der Betrachtung wesentlicher Aspekte materiellen Rechts zum Verlust des klerikalen Standes durch Nichtigerklärung der hl. Weihe.
EN: The relationship between clerics and laics in the Church as well as the current state of the ordained ministry dom-inates prevailing discussion. At the heart of this array of topics lies the question how to enter the clerical state and, rarely subject of scientific investigation, how to lose it or how to leave it. This study focusses on the examination of essential aspects concerning material law with regard to the loss of the clerical state by means of the declaration of nullity of ordination.

Ausgabe 2/2021

Prof. Dr. Tine Stein
Tine Stein
Legitimationskrise im Spätkatholizismus
Hans Maier zum 90. Geburtstag gewidmet (105–115)

DE: Im Missbrauchsskandal ist eine tiefgreifende Legitimationskrise der Kirche deutlich geworden, die in dem Zusammenhang von sexueller Gewalt, ihrer Vertuschung und der Machtkonzentration beim Klerus begründet ist. Wie hier dargelegt wird, kann aus politikwissenschaftlicher Sicht die Struktur der Kirche als zentralistische Monarchie ohne echte Gewaltenteilung und Rechtsbindung charakterisiert werden, deren Zugang zu Leitungsfunktionen exklusiv gestaltet ist. Die Ausführungen werden mit einem Plädoyer für eine neue institutionelle Verfasstheit beschlossen, die auch Thema im Synodalen Weg ist.

EN: The abuse scandal has revealed a deep crisis of legitimacy in the Church which is rooted in the connection between sexual violence, its cover-up and the concentration of power in the clergy. As explained here, from a political science perspective, the structure of the church can be characterised as a centralist monarchy without a thorough separation of powers and legal binding, whose access to leadership functions is designed to be exclusive. The explanations are concluded with a plea for a new institutional constitution, which is also a topic in the Synodal Way.

Prof. Dr. Thomas Söding
Thomas Söding
Partizipation in der Kirche
Biblische Perspektiven (116–124)

DE: Partizipation ist ein Grundbegriff so-wohl der Ekklesiologie als auch der Politologie. Beides muss unterschieden und vermittelt werden. Der theologi-sche Begriff ist von der vollen Anteil-gabe aller Gläubigen an Gottes Gnade geprägt. Aus ihr folgt, dass alle zur vollen Teilnahme am Leben der Kirche berufen sind. Dieser Berufung muss das Recht der Kirche Raum geben, um das Zeugnis des Glaubens zu fördern.
EN: Participation is a basic concept of both ecclesiology and political science. Both must be distinguished and mediated. The theological concept is characterized by the full participation of all believers in God’s grace. From it follows that all are called to full participation in the life of the church. The law of the church must give space to this calling in order to promote the witness of faith.

Prof. Dr. Gregor Maria Hoff
Gregor Maria Hoff
Performative Macht
Zur ekklesiologischen Bedeutung des Synodalen Wegs (125–136)

DE: Der Synodale Weg ist vor dem Hintergrund kirchlichen Machtmissbrauchs entstanden und bearbeitet ihn thematisch. Dabei ist er selbst bereits als eine performative kirchliche Gewaltenteilung zu verstehen. Das hängt mit seiner Entstehungsgeschichte und der Entscheidungsfindung zwischen DBK und ZdK zusammen, aber auch mit der Dis-position seiner Beratungen. Partizipative Beratungs- und Entscheidungsprozesse entwickeln ein neues ekklesiologisches Format – nicht zuletzt epistemischer Gewaltenteilung.
EN: The Synodal Way was created against the background of ecclesiastical abuse of power and deals with it thematically. In doing so, it itself represents a performative ecclesiastical division of powers. This has to do with its history and the decision-making process between DBK and ZdK, but also with the disposition of its consultations. Participatory consultation and decision-making processes develop a new ecclesiological format – not least of epistemic separation of powers

Apl.-Prof. Dr. Peter Platen
Peter Platen
Macht und Gewaltenteilung: Leitung(sgwalt) in der Diözese (137–149)

DE: Ausgehend vom Grundtext des Synodalforums 1 stellt der Beitrag konkrete und bereits auf der Basis des geltenden Rechts realisierbare Modelle für die Teilung der potestas regiminis exsecutiva auf diözesaner Ebene vor: die delegatio realis eines kurialen Amtsträgers, die Konturierung der Zuständigkeiten des Diözesanökonomen als Gegenüber zum Generalvikar, die umfassende Delegation von Laien zur Ausübung sakramentenrechtlicher Befugnisse und die freiwillige Selbstbindung des diözesanen Gesetzgebers und höchsten Verwalters des Bistums.
EN: Based on the „Grundtext“ of the Synodal Forum 1, the article presents concrete models for the division of the potestas regiminis exsecutiva on diocesan level, which are already feasible on the basis of current law: The delegatio realis of a curial official, the contouring of the competences of the diocesan finance officer as a counterpart to the vicar general, the comprehensive delegation of laypersons to exercise jurisdictional powers in the area of sacramental law, and the voluntary self-binding of the diocesan legislator and highest administrator of the diocese.

Prof. Dr. Norbert Köster
Norbert Köster
Systemische Eignung und ungeeignete Systeme
Zur Problematik der Personalauswahl in kirchlichen Leitungsstellen (150–162)

DE: In der Katholischen Kirche gibt es eine große Zahl leitender Stellen. Die Personalauswahl im Bereich der kirchlichen Einrichtungen ist in der Regel von der der Pfarreileitungen getrennt. Die Feststellung der Eignung für eine Leitungsaufgabe muss in allen Bereichen professionalisiert werden: Die persönliche „Kirchlichkeit“ von Bewerber(inne)n als Eignungskriterium muss durch eine Eignung zur Profilentwicklung ersetzt werden, im pastoralen Dienst ist eine Trennung von Seelsorge und Leitung notwendig.
EN: The Catholic Church has a large number of leading positions. The staff recruitment in the field of institutions normally is separated from the one in parish administrations. The ascertainment of the suitability for a leading position has to be professionalised in all fields: The criterion of personal “ecclesiasticism” of candidates has to be replaced with an ascertainment for profile development while in the pastoral ministry, a separation of spiritual welfare and leading is necessary.

Prof. Dr. Bernhard Emunds
Bernhard Emunds
Mitwirkung der Gläubigen an kirchlichen Finanzentscheidungen (163–173)

DE: Für die vom Synodalforum 1 anzustoßende Reform der kirchlichen Machtordnung hat die Weiterentwicklung der Finanzverfassung eine besondere, öffentlich wenig thematisierte Bedeutung. Ein Reformbedarf wird vor allem sichtbar in den jüngsten Finanzskandalen, dem kirchenrechtlichen Hintergrund der Problemlagen und dem Vorschlag des Forums, für die Diözesanfinanzen eine verbindliche Rahmenordnung zu erlassen, in deren Mittelpunkt ein Finanzrat mit weitreichenden Mitentscheidungs- und Kontrollmöglichkeiten steht.
EN: The Forum 1 of the Synodal Path in Germany seeks to initiate a reform of the church’s power structures. Albeit hardly discussed publicly, the further development of the financial constitution of the church is crucial for such a reform. This becomes evident in light of the latest financial scandals in German dioceses and the canonical background which facilitates such problems. Therefore, the Forum proposes to establish a binding framework for diocesan finances. Central for this framework is a finance council in which church members’ representatives hold far-reaching possibilities of co-decision making and financial control.

Prof. Dr. Rüdiger Althaus
Rüdiger Althaus
Ansprüche an die Verwaltung in der Kirche – eine anspruchsvolle Verwaltung (174–183)

DE: Verwaltungen haben oft eine Beharrungstendenz. Kirchliche Verwaltung muss sich immer wieder vergegenwärtigen, dass auch sie der Sendung der Kirche dient. Diese besteht nicht darin, Recht um seines selbst willen durchzusetzen, sondern die Gläubigen als Glieder des Volkes Gottes zum Heil zu führen, was steter Transparenz und Kommunikation bedarf.
EN: Administrations often have a tendency to be persistent. Ecclesiastical admin-istration always has to keep in mind that it participates in the mission of the Church. This does not mean to enforce law for its own sake, but to carry the faithful as members of the People of God to salvation, which requires continual transparency and communication.

Prof. Dr. Reinhild Ahlers
Reinhild Ahlers
Macht und Gewaltenteilung in der Kirche
Leitung in Pfarreien (184–194)

DE: In den letzten Jahren sind zunehmend größere pastorale Einheiten auf Pfarreiebene entstanden, zunächst vielfach als Zusammenschlüsse selbständiger Pfarreien, aktuell als fusionierte Großpfarreien. Der Hauptgrund dafür ist die zurückgehende Priesterzahl und damit die Leitung von Pfarreien durch Pfarrer. Es stellt sich die Frage, warum nicht Laien diese Leitung übernehmen könnten. Der vorliegende Beitrag schaut auf die rechtlichen Aspekte.
EN: In recent years, increasingly larger pastoral units have emerged at parish level. Initially often in the form of associations of independent parishes, currently as consolidated large parishes. The main reason for this development is the declining number of priests and thus the management of parishes by pastors. The question arises why laypeople cannot take on this administration. The following article focusses on the legal aspects of this question.

Prof. Dr. Richard Hartmann
Richard Hartmann
Strategie oder Vereinbarung: Auf dem Weg zu einem neuen Pfarrei-Konzept (195–204)

DE: Wie können Veränderungsprozesse in der Kirche gelingen? In den meisten Bistümern changieren die Projekte zwischen Kommunikationsprozessen mit vielen Beteiligten und strategischen Entscheidungen der Bistumsleitung. Die Ergebnisse dieser Maßnahmen werden selten in Harmonie aufgenommen. Der Stil der jeweiligen Prozesse legt letztlich Zeugnis davon ab, welches Kirchen-Verständnis sich durchsetzt.
EN: How can transformation processes in the church succeed? In most dioceses, the efforts alternate between communication processes involving many participants and strategic decisions made by the administration of the diocese. These measures are rarely unanimously approved of. The style of the individual processes ultimately depends on the prevailing view of what the church should be.

Prof. Dr. Rüdiger Althaus
Rüdiger Althaus
Das neue kirchliche Strafrecht – Streiflichter (205–211)

Kurzbeitrag

Ausgabe 1/2021

August Laumer
August Laumer
Beschleunigung und Resonanz
Pastoraltheologische Perspektiven zu Hartmut Rosas Sozialtheorie (1–15)

DE: Der Soziologe Hartmut Rosa hat eine viel beachtete Theorie von Beschleunigung und Resonanz vorgelegt. Darin wird – neben anderen Bereichen – auch der Religion eine wichtige Rolle für die Bewältigung spätmoderner Entfremdungserfahrungen zugewiesen. Rosas Thesen sind kritisch zu diskutieren, bieten jedoch auch bedeutsame Ansatzpunkte für die Pastoral im Umgang mit den gegenwärtigen Beschleunigungsprozessen in der Gesellschaft wie auch mit der Erwartung an Religion und Kirche, Resonanzen zu ermöglichen.

EN: The sociologist Hartmut Rosa has presented a much-noticed theory of acceleration and resonance. It assigns an important role – among other fields – also to religion in coping with late-modern experiences of alienation. Rosa’s theses are to be discussed critically, but also offer important starting points for the pastoral care in dealing with the current acceleration processes in society as well as with the expectation of religion and church to enable resonances.

Dr. Jessica Scheiper
Jessica Scheiper
Verheiratete katholische Priester?
Bemerkungen zur Zölibatsdiskussion (16–34)

DE: Seit 70 Jahren wurden zahlreiche zum Katholizismus konvertierte vormals evangelische Pastöre mit Dispens von der Zölibatsverpflichtung zu Priestern geweiht. Da es sich bei der Zölibatspflicht um ein rein kirchliches Gesetz handelt, steht es dem Papst frei, Dispensen zu gewähren. So könnten etwa auch sogenannte viri probati zu Priestern geweiht werden. Von katholischen Kandidaten wird jedoch ausnahmslos die Berufung zur Keuschheit in der Ehelosigkeit erwartet. Die Spannung ist deshalb deutlich: Einerseits sollen ausschließlich zölibatsbereite Männer die Weihe empfangen, andererseits werden Männer zu Priestern geweiht, die sich offenkundig nicht zur Ehelosigkeit berufen fühlen.

EN: For 70 years, numerous protestant pastors who converted to Catholicism have been ordained priests with dispensation from the obligation of celibacy. Since the obligation of celibacy is a merely ecclesiastical law, the Pope is free to grant the dispensation. Hence, the so-called viri probati could be ordained to the priesthood as well. However, Catholic candidates are expected to be called to chastity in celibacy without exception. The tension is obvious: On the one hand, solely men who are ready for celibacy are supposed to be ordained, on the other hand, men are being ordained who obviously do not feel called to celibacy.

Prof. Dr. Peter Schallenberg
Peter Schallenberg
„Werde ich Dir auf dem Rückweg bezahlen…“ (Lk 10,35)
Die Enzyklika Fratelli tutti und der ethische Kapitalismus (35–51)

DE: Der Text interpretiert den in der Enzyklika Fratelli tutti eingeführten Begriff der politischen Liebe dahingehend, dass die mit ihm implizierte Wirtschaftsordnung dem Modell der Sozialen Marktwirtschaft entspricht. Nach drei Hinführungen wird in einem zweiten Schritt der Zusammenhang von Individual-, Ordnungsethik und Ordnungspolitik reflektiert: Eine gute Wirtschaftsordnung schafft den Rahmen, dass Menschen gut sein wollen.Dies entspricht dem Begriff politischer Liebe.

EN: The article interprets the concept of political love introduced in the encyclical “Fratelli tutti” to the effect that the economic order implied by it corresponds to the model of the social market economy. After three introductions, the second step reflects on the connection between individual ethics, the ethics of order and regulatory policy: A morally good economic order creates the framework for people to want to be good. This corresponds to the concept of political love.

Herbert Böttcher
Herbert Böttcher
Emanzipation durch Befreiung der Arbeit vom Kapital?
Kritik der positiven Bewertung der Arbeit in theologischem Denken (52–69)

DE: Arbeit gehört nicht zum Wesen des Menschen, ist also nicht ontologisch zu verstehen, sondern hat sich historisch mit dem Kapitalismus als Arbeitszwang und als „gesellschaftliche Synthesis“ kapitalistischer Verhältnisse durchgesetzt. In den Krisen, denen Menschen aktuell ausgesetzt sind, wird die Krise der Arbeit als deren Zusammenhang erkennbar. Mit ihr stößt die kapitalistische Gesellschaft auf eine Grenze, die sie nicht mehr überwinden kann. Wenn diese Problematik als Herausforderung für die Theologie angenommen werden soll, muss sie ihr weitgehend transhistorisches Verständnis von Arbeit infrage stellen und gesellschaftstheoretische Erkenntnisse aufnehmen, die das Ganze der aktuellen Verhältnisse erkennbar machen.

EN: Work and labour are not part of the human essence and are not to be understood ontologically, but have established themselves with capitalism as a compulsion to work and the “societal synthesis” of capitalist relationships. In the crises that people are currently exposed to, the crisis of work and labour becomes recognizable as their connection. With the crisis, capitalist society faces a limit which it cannot overcome. If this problem is to be accepted as a challenge for theology, it will have to question its largely transhistorical understanding of work and incorporate socio-theoretical insights that make it possible to see the current conditions as a whole.

Prof. Dr. Benjamin Dahlke
Benjamin Dahlke
„Uns Menschen gleich“
Die natura humana als Thema der Christologie (70–84)

DE: Um in der Christologie zu einem überzeugenden Ansatz zu gelangen, ist Jesu Christi Menschsein präzise zu bestimmen. Im Folgenden wird zuerst rekonstruiert, wie das in der altkirchlich-konziliaren Lehrbildung geschah. Sodann sollen mögliche Vertiefungen benannt werden, um vor diesem Hintergrund schließlich auf die aktuelle christologische Debatte in Großbritannien und den USA zu blicken.

EN: In order to develop a convincing Christological theory, it is necessary to define Jesus’s humanity precisely. In the following, we will, first, reconstruct how this was attempted in the early church’s conciliar statements. Secondly, with recourse to exegetical research, potential deepenings are to be named. Against this backdrop, features of the current Anglophone Christological debate shall be surveyed.

Prof. Dr. Michael Konkel
Michael Konkel
Homosexualität, die Bibel und der Papst
Anmerkungen zum Responsum ad dubium über die Segnung von Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts (85–89)

Kurzkommentar

Martin FahrnerAndreas RiegUwe Scharfenecker
Martin Fahrner, Andreas Rieg, Uwe Scharfenecker
Qualitätssicherung der Priesterausbildung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart (90–95)

Kurzkommentar

Ausgabe 4/2020

Christiane Bundschuh-Schramm
Christiane Bundschuh-Schramm
Was erwarten Frauen in der Pastoral von der heutigen Priesterausbildung? (359–371)

DE: Die Ausbildung steht aufgrund der mannigfachen Krisen der Kirche im Fokus. Vielleicht zu sehr, denn die Ausbildung kann nicht alle Probleme lösen, deren Bewältigung man von ihr erwartet. Aber sie bietet ein besonderes Setting und auch einen Schutzraum, um eine Kirche zu entwerfen, zu erproben und zu üben, die in Zukunft gebraucht wird, um eine Zukunft zu haben. Es wird eine Kirche mit den Frauen sein, eine gendergerechte Kirche. Aber sie ist nicht umsonst zu bekommen, wichtige Weichenstellungen sind in der Ausbildung nötig, wenn auch nicht nur dort.

EN: Due to a variety of crises of the church, the apprenticeship is in focus. Maybe too much, since it cannot solve all the problems that it is expected to solve. But it offers a special setting and a shelter to design, test and practice a church which is needed in the future in order to have a future. It will be a church with women, a church with gender justice. But it cannot be obtained for nothing; important decisions are needed in apprenticeship, even if not only there.

Dr. Wunibald Müller
Wunibald Müller
„Ein Mensch ist der Priester. Er ist also aus keinem anderen Holze gemacht wie wir alle“
Anregungen und Anforderungen für eine heutige zeitgemäße Ausbildung von Priestern (341–358)

DE: Vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen im Recollectio-Haus ergeben sich folgende Anforderungen für eine zeitgemäße Ausbildung von Priestern: Selbsterfahrung im Sinne einer intensiven Auseinandersetzung mit sich selbst; die Kompetenz, personenbezogen kommunizieren zu können; die Fähigkeit zur Intimität, was unter anderem impliziert, angemessen mit Nähe und Distanz umgehen zu können; die offene Aussprache und Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität; die Fähigkeit zur Hingabe und Selbsttranszendenz.

EN: In light of my experience in the “Recollecio-House”, the following is needed for a contemporary education of priests: Self-experience, in the sense of having wrestled with oneself; competence in interpersonal communication; the ability for intimacy, which, among other things, implies the ability to handle closeness and distance in an appropriate manner; the ability to openly address and engage one’s own sexuality; and the ability to be devoted and self-transcendent.

Michael Menke-Peitzmeyer
Michael Menke-Peitzmeyer
Am Ende vieler Sicherheiten – „Priester werden“ an einer Zeitenwende
Zur gegenwärtigen Befindlichkeit der Priesteramtskandidaten, ihren Anliegen und Perspektiven (372–395)

DE: Angesichts der gegenwärtigen Kirchenkrise, die sich mit der Veröffentlichung der MHG-Studie im September 2018 zugespitzt hat, steht auch die Priesterausbildung vor neuen Herausforderungen. Ausgehend von Resonanzen der Paderborner Priesteramtskandidaten auf die momentane Situation werden in dem vorliegenden Beitrag verschiedene Desiderate an die künftige Priesterausbildung formuliert. Sie sollen dabei helfen, die gegenwärtigen Krisenphänomene nicht nur passiv auszuhalten, sondern ebenso problembewusst wie konstruktiv mit ihnen umzugehen und zur Entwicklung einer neuen Kirchengestalt beizutragen.

EN: With regard to the dramatic crisis of the catholic church sharpened by the publication of the „MHG-Studie“ (= study on sexual abuse in the German catholic church since 1945) of September 2018, the formation of priests, too, is confronted with new challenges. On the basis of the personal reflections on the future of priestly formation collected by the seminarians of Paderborn archdiocese, this article emphasizes that a merely passive enduring of the crisis is not useful. On the contrary, it is necessary to contribute to a problem-conscious and also constructive development of a new form of catholic church in the future.

Prof. Dr. Johannes Först
Johannes Först
Abstraktes Denken, Selbstrelativierung und Forschergeist 
Zur aktuellen Bedeutung theologischer Wissenschaft in der Priesterausbildung (396–416)

DE: Dieser Beitrag arbeitet mit abstraktem Denken, Selbstrelativierung und Forschergeist drei zentrale Funktionen theologischer Wissenschaft für die heutige Priesterausbildung heraus. Dabei fokussiert der Text in einer problemorientierten Perspektive auf drei Modernisierungsphänomene, die derzeit nicht nur den Klerus, sondern die gesamte Kirche herausfordern: (fehlende) Subjektorientierung in der Seelsorge, Konversionsphänomene und naturwissenschaftliche Weltbilder in der Gesellschaft. Abschließend markiert der Text die ausbleibende Weiterentwicklung des katholischen Priesterbildes als Hindernis für die kirchliche Seelsorge und als Gefährdung für den zukünftigen Fortbestand des kirchlichen Weiheamtes überhaupt.

EN: This article reflects with abstract thinking, self-relativization and spirit of research on three key functions of theological science for the contemporary training and formation of candidates of the priest ministry. In a problem-oriented way, it focusses on three selected (late) modern phenomena that challenge the future clergy and the church as a whole: (missing) subject orientation in pastoral care, conversion-phenomena and natural-scientific views of the world. The article finally criticizes the lack of further development of the catholic conception of the priest, which handicaps pastoral care and is an immediate danger for the future existence of the catholic ordained ministry in general.

Michael N. Ebertz
Michael N. Ebertz
Von der „Vollmacht“ zur Ohnmacht?
Herausgeforderter Klerikalismus im Feld der Glaubenskämpfe (417–436)

DE: Der Begriff „Priester“ weist erstens auf das Feld der Religion und damit zweitens auf andere Felder hin, in denen entschieden wird, was jeweils legitime Praxis ist und die Identität der Akteure ausmacht. Drittens bezieht sich „Priester“ auf Relationen zu anderen christlichen Feldern, die den sakramentalen Sonderstatus ablehnen, sowie viertens auf die Relation der „Amtspriester“ untereinander. Ein fünftes Feld bildet das Verhältnis zu den Laien, die aus der Semantik der Brüderlichkeit ausgeschlossen wurden. Auch Laien nehmen an den feldinternen Kämpfen teil. Dabei kippt inzwischen das innerkirchliche Machtverhältnis, das schon lange von einem Prozess der „funktionalen Demokratisierung“ erfasst wird – wer weiß, wohin?

EN: The phrase “priest” firstly implies the field of religion and thus secondly other fields. These arenas decide what is legitimate practice and what constitutes the identity of the actors. Thirdly, “priest” points to relations to other Christian fields that reject the sacramental special status, and fourthly to the relation of the “official priests” to one another. A fifth field is made up of the relation to laypeople who have been excluded from the semantics of fraternity. Laypeople also take part in the internal struggles. The balance of power within the church, which is captured by a process of “functional democratization”, is now tipping over – who knows in which direction?

Ausgabe 3/2020

Prof. Dr. Michael Konkel
Michael Konkel
Abstand als Form der Nächstenliebe?
Die COVID-19-Pandemie in der Sicht eines Alttestamentlers

DE: Die Pflicht zur Wahrung von Abstand zum Schutz vor gefährlichen Infektions-krankheiten ist fest in der Tora verankert (Lev 13). Die konsequente Isolation eines Kranken stellt allerdings eine Ultima Ratio dar. Die grundsätzliche Geltung dieser Regeln wird auch vom Jesus der Evangelien nicht infrage gestellt (vgl. Mk 1,40–45par.) Das Alte Testament bedenkt auch die Folgen einer solchen Isolation: Einsamkeit ist gleichbedeutend mit Tod. In der Sicht der Bibel besteht der Schutz des Lebens nicht einfach in der Sorge um das nackte Überleben. Es bedarf einer ethisch-moraltheologischen Reflexion, wie ein Schutz von Risikogruppen ohne deren soziale Isolation gewährleistet werden kann.

EN: The duty of keeping a distance in the case of dangerous infectious diseases is firmly anchored in the Tora (Lev 13). However, the strict isolation of a patient is an ultima ratio. Even Jesus does not question the fundamental validity of such regulations (Mk 1:40–45par.) The Old Testament further reflects the effects of social isolation: loneliness means death. In the Bible, the protection of life is not simply the struggle for sheer survival. A cautious ethical and moral-theological reflection is necessary to evaluate how high-risk groups can be protected without being exposed to social isolation.

Frank Sobiech
„Trauernde“ Papageien
Überseepost von Kaspar Rueß SJ über die Epidemie 1619/20 in der Ordensprovinz Peru

DE: Der Beitrag stellt den autografen Brief des Jesuitenmissionars Kaspar Rueß SJ (1585‒1624) vom 3. Dezember 1620 aus der Jesuitenresidenz in Santa Cruz de la Sierra im heutigen Bolivien an den Jesuitenscholastiker Philibert Nicolai SJ (1592‒1618) vor, in dem Rueß anschaulich und detailliert über die Schwierigkeiten seiner Mission unter den Indigenen sowie über eine in der Peruanischen Ordensprovinz ab Ende 1619 für zehn Monate unter der Bevölkerung grassierende Epidemie, wohl Beulenpest, berichtet.

EN: The contribution introduces a letter written by the Jesuit missionary Fr. Kaspar Ruess SJ (1585‒1624) to the scholastic Philibert Nicolai SJ (1592‒1618) in Germany from the Jesuit residence in Santa Cruz de la Sierra in present-day Bolivia on 3 December 1620. In his letter, Ruess gives a detailed and vivid account of the difficulties encountered by him during his mission among the indigenous tribes stricken by a ten-month epidemic – probably the bubonic plague – beginning at the end of 1619.

Klaus von Stosch
Die Corona-Krise als Lernfeld für Kirche und Systematische Theologie

DE: Der Artikel erläutert vier Dimensionen, in denen sich unsere modernen Gesellschaften im Zuge der Corona-Krise für Fragestellungen der Religionen geöffnet haben. Die verstärkte Individualisierung ist hier als erste Dimension zu nennen, die eine große transformative Kraft für spirituelle Angebote entwickelt hat. Klassische Themen der Religion wie Kontingenz und Verletzlichkeit, aber auch Krankheit und Schuld, sind neu zu virulenten Themen unserer Zeit geworden. Schließlich erinnert die Corona-Krise daran, wie wichtig es ist, die christliche Erlösungsbotschaft in ihrem Hoffnungspotenzial für die Gegenwart auszulegen.

EN: The article tries to show four dimensions how the Corona-crisis helped religions to become relevant for modernity. The first dimension has to do with the response to the increased individualization which was possible through the virtual turn of spiritual facilities. The second and third dimension have to do with the subjects of contingency, fragility, illness and guilt which all gained new importance through the crisis. The last dimension tries to figure out how hope and salvation can become relevant within the crisis.

Bernd Irlenborn
Irrelevanz der Gottesrede?
Christlicher Glaube in der Corona-Krise

DE: Die Corona-Pandemie dürfte die sich schon seit langem abzeichnende christliche Glaubenskrise weiter verschärft haben. So wurden Vorwürfe laut, die Kirchen seien nicht „systemrelevant“ und die christliche Gottesrede erweise sich als widersprüchlich angesichts des Leids. Zwei unvereinbare Positionen traten in den Medien auf: Während die einen behaupteten, es gebe ein Mitwirken Gottes bei der Pandemie, sagten die anderen, es gebe kein solches Mitwirken. Dieser Beitrag umreißt die Folgen dieses Widerspruchs für die öffentliche Rezeption der christlichen Gottesrede.

EN: The coronavirus pandemic will most likely have exacerbated the ongoing crisis of Christian faith. Allegations have been made that the churches turned out to be systemically irrelevant and that Christian speech about God has proven to be contradictory in the face of suffering. Two incompatible positions were held: While some insisted on God’s involvement in the pandemic, others claimed that there is no such contribution. This article outlines the consequences of this contradiction for the public reception of Christian talk about God.

Peter Schallenberg
Ethik und Gesundheitsversorgung in der Corona-Krise

DE: Die Corona-Pandemie ist der größte Einschnitt in unserer Gesellschaft seit dem Zweiten Weltkrieg. Durch das Phänomen der Medikalisierung werden brennglasartig soziale, politische und ethische Probleme gebündelt. Gesundheit wird als öffentliches Gut wahrgenommen und Krankheit als ein zu überwindendes malum physicum. Aus Sicht der katholischen Moraltheologie muss die absolut geltende Personenwürde jeder Güterabwägung vorausgehen. Im Sinne einer solidarischen Nächstenliebe muss die Frage nach dem „Sollen“ entscheidend sein, nicht die Frage nach dem menschlichen „Können“.

EN: The coronavirus pandemic is the biggest cut in our society since the Second World War. The phenomenon of medicalization has brought together social, political and ethical problems in a focal point. Health is perceived as a public good and disease as a “malum physicum” that must be overcome. From the point of view of Catholic moral theology, the absolute dignity of the person must precede any weighing of goods. In the sense of a solidary charity the question of what shall be done must be decisive, not the question of what can be done.

Günter Wilhelms
Umgang mit Unsicherheit
Sozialethische Anmerkungen zur Corona-Krise

DE: Die Corona-Pandemie übt einen ungeheuren Druck aus und erzeugt Unsicherheit. Für ihren Umgang mit Unsicherheit hat die moderne Gesellschaft, das zeigt ein Blick in die soziologische Gegenwartsdiagnose, bestimmte Reaktionsformen ausgebildet, die sich vor allem in der Risiko- und Krisenkommunikation beobachten lassen. Diese durch Reflexhaftigkeit gekennzeichneten, häufig mit Moralismus und Sachzwanglogik verbundenen Reaktionsformen sind aus ethischer Sicht problematisch, weil sie die für Reflexion nötigen Spielräume verschließen. Der Umgang mit Unsicherheit müsste stattdessen den mühsameren aber belastbareren Weg wählen und diskursive Formen annehmen.

EN: The COVID-19 pandemic creates enormous pressure and insecurity. As sociological analyses of the present show, modern society has set up particular forms of reaction for coping with insecurity, which can especially be observed in risk- and crisis communication. These forms of reaction that are often characterised by reflex and linked to moralism and a logic of inherent necessity are problematic from an ethical point of view because they do not leave room for reflection. The handling of insecurity should instead adopt a more tedious but also more reliable route and take on discursive forms.

Rüdiger Althaus
Die Corona-Krise 2020
Kirchenrechtliche Schlaglichter

DE: Die Corona-Pandemie veranlasste die staatliche Autorität zu Restriktionen, die auch das religiöse Leben einschränkten – doch waren diese mit dem Grundrecht der Religionsfreiheit vereinbar? Auch die kirchliche Autorität setzte eine Reihe von Vorgaben – doch wie war es um deren formalrechtlichen Charakter bestellt? Zudem gab es im kirchlichen Leben eine Vielzahl von „Notlösungen“ mittels neuer sozialer Medien – inwieweit geben diese direkt oder indirekt Impulse für die „normale“ Seelsorge?

EN: The coronavirus pandemic caused state authority to impose restrictions that also limited religious life – but were these compatible with the fundamental right to religious freedom? The church authority also set a number of guidelines – but what about their formal legal character? In addition, there were a variety of makeshifts in church life by means of new social media – to what extent do these directly or indirectly give impulses for “normal” pastoral care?

Stefan Kopp
„Gott im Lockdown“
Kirchliche Festkultur in herausfordernden Zeiten

DE: Die Lockdowns, aber auch die teilweise sehr einschränkenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen lösten seit Beginn der Corona-Krise 2020 Diskussionen über eine angemessene Feier des Gottesdienstes in diesen herausfordernden Zeiten aus und betrafen die kirchliche Festkultur insgesamt. Exemplarisch sollen in diesem Beitrag daher zwei ortskirchlich wichtige Feste in Deutschland und ihre Durchführung im Jahr 2020 vorgestellt werden: das Liborifest in Paderborn und das Korbiniansfest in München und Freising.

EN: In the face of lockdowns and other very restrictive protection and hygiene measures during the corona crisis of 2020, there have been discussions about the adequate celebration of religious services in these difficult situations. They have been a challenge for the Church’s festive culture as a whole. As an example, in this article the author presents two feasts which are highly important to local churches in Germany – the feast of St Liborius in Paderborn and the feast of St Corbinian in Munich and Freising – and how they were celebrated in 2020.

Christoph Jacobs / Kathrin Oel
Der Mensch in der Krise ist Gottes Anliegen
Pastoralpsychologische Perspektiven der Corona-Krise

DE: Die Corona-Pandemie ist ein Jahrhundertereignis: weltweit, unvorhersagbar im Zeitpunkt, ohne bewährte Bewältigungskonzepte. In diesem Beitrag werden die direkten psychischen Folgen bei Erkrankten und die indirekten psychischen bzw. psychosozialen Folgen bei mittelbar Betroffenen und in der Gesamtbevölkerung dargestellt. Krisen erzeugen Deutungs- und Handlungsbedarf. Die Botschaft des Glaubens lautet: Der Mensch in der Krise ist Gottes Anliegen. Der Handlungsauftrag an die Kirche lautet: Diakonisches Engagement durch Hinzukommen und Mitgehen. Dies ist die Chance für einen neuen Schwerpunkt in der Pastoral.

EN: The COVID-19 pandemic may be considered a “once-in-a-century” event: global, unforeseen, without proven therapies or containment strategies. The following article explores the immediate psychological consequences for those who are affected with COVID-19, as well as the psychological and psychosocial effects among those indirectly affected, and in the general population. Crises demand both interpretation and action. From the perspective of Christian faith, the person in crisis is God’s concern. The church is now called to committed diaconal encounter through engagement and accompaniment—a veritable opportunity for a new focus in pastoral ministry.

Herbert Haslinger
„Nachgehen in die äußersten Verlorenheiten“
Pastoral in Zeiten von Corona

DE: Die Frage, wie die Kirche in der Corona-Pandemie möglichst viele ihrer Aktivitäten aufrechterhalten kann, führt zu einer falschen Logik. Die pastorale Praxis der Kirche sollte sich stattdessen an einer Mahnung Alfred Delps ausrichten. Er forderte die „Rückkehr der Kirchen in die Diakonie“. Mit der selbstlosen Verausgabung im Dienst für die Menschen leistet die Kirche die Hilfe, die in Zeiten von Corona von ihr gefordert ist, und erfüllt zugleich die Botschaft vom Heil Gottes.

EN: The question how the church can keep up as many of its activities as possible during the corona pandemic results in a false logic. The church’s pastoral practice should instead align with a warning by Alfred Delp. He demanded a “return of the church to diaconia”. With its selfless care for the people, the church provides the support that is needed in times of corona and simultaneously fulfills the message of God’s salvation.