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„Gott den Menschen unserer Tage zur Sprache bringen“

Semesterauftakt: Theologische Fakultät Paderborn startet mit Gottesdienst und Akademischer Jahresfeier in das neue Studienjahr

Das Professorium an der Theologischen Fakultät Paderborn im neuen Studienjahr 2017/2018. | Foto: ThF-PB

Mit einem Gottesdienst und der Akademischen Jahresfeier zu Beginn des Wintersemesters ist die Theologische Fakultät Paderborn am Montag, 9. Oktober, traditionell in das neue Studienjahr gestartet. Beim Festakt übergab Professor Dr. Rüdiger Althaus das Rektorenamt an Professor Dr. Wolfgang Thönissen. Der ehemalige Regierungsvizepräsident Anton Schäfers wurde mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet.

„Auch in diesem Semester treiben wir Theologie und versuchen, mit verschiedenen Ansätzen und aus unterschiedlichen Blickwinkeln Gott zu ergründen“, sagte Professor Althaus im Rahmen des Eröffnungsgottesdienstes in der Universitäts- und Marktkirche. Dabei sei die Botschaft Gottes an die Menschen ein wertvolles Geschenk, „die nicht irgendwelche schlauen Jungs erdacht haben, sondern Offenbarung, d.h. Gott stellt sich den Menschen vor, wie er ist“. Seine Botschaft sei die großartige Einladung, sich mit seinem Leben Gott voll und ganz anzuvertrauen, erklärte er den anwesenden Gästen, Studierenden und Mitarbeitenden der Theologischen Fakultät.

Erster Auftrag der Theologie sei es, „Gott den Menschen unserer Tage zur Sprache zu bringen“. Theologinnen und Theologen verkündigten nicht sich selbst oder eigene Erkenntnisse, sondern „Jesus Christus als den Gekreuzigten, der alle menschlichen Vorstellungen von Gott und auch Angst vor ihm sprengt. Wir sollen und dürfen die Grundlage dafür erforschen, wie diese Botschaft die Menschen unserer Tage erreichen kann, was das für den Menschen von heute bedeutet, von welchen Vorstellungen sie geleitet sind, wie Gott in der Geschichte und heute unter uns Menschen wirkt“, sagte Professor Althaus.

Es verdiene „all unsere Bemühungen, Gott heute zur Sprache zu bringen, das Geschenk des Glaubens weiterzugeben, zu studieren, sich also zu bemühen, um Auskunft geben zu können über unseren Glauben, auch zu kritischen Fragen“. Eine Theologische Fakultät habe dabei die Aufgabe, „jungen Menschen zu Boten der Freude zu machen. Das gilt für Priesteramtskandidaten ebenso wie für einen jeden anderen“. Es genüge nicht, „mal etwas anzulesen; das kann nur der allererste Anfang sein. Die Kirche – auch die Kirche von Paderborn – kann nicht darauf verzichten, für eine fundierte Ausbildung all derer zu sorgen, die für einen Dienst in der Kirche unverzichtbar sind“, machte Professor Althaus in seiner Predigt deutlich.

Im Anschluss an den Gottesdienst begrüßte Professor Althaus vorerst ein letztes Mal als Rektor alle Anwesenden im Auditorium Maximum. Zu den Ehrengästen gehörten Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl aus Detmold, Landrat Manfred Müller, Bürgermeister Michael Dreier Altbürgermeister Heinz Paus, Vizepräsidentin Professorin Dr. Birgit Riegraf mit Professor Dr. Volker Peckhaus und Dr. Thomas Reuther von der Universität Paderborn, Dompropst Joachim Göbel sowie die Weihbischöfe Matthias König und Manfred Grothe.

Zunächst hielt der scheidende Rektor seinen Bericht über das vergangene Studienjahr, ein fester Bestandteil der Akademischen Jahresfeier, ehe er insgesamt 14 Absolventen ihre Abschlussurkunden überreichte: acht Magisterurkunden, letztmalig eine Diplomurkunde, zwei Lizentiatsurkunden und drei Promotionsurkunden. Es folgte die Verleihung des Friedrich Spee-Preises für besondere akademische Leistungen. Ausgezeichnet mit dem von der Bank für Kirche und Caritas gestifteten Wissenschaftspreis wurde in diesem Jahr Mag. theol. Daniel Wäschenbach für seine Magisterarbeit im Fach Philosophiegeschichte zum Thema „Lehramtliche Kritik am Relativismus. Eine historisch-systematische Studie“.

Ebenfalls eine besondere Ehrung für sein ehrenamtliches Engagement und seine Verdienste im Amt des Quästors in der Fakultätsleitung erhielt Regierungsvizepräsident a. D. Anton Schäfers. Ihm verlieh die Theologische Fakultät die seltene Ehrenbürgerschaft. Professor Dr. Stefan Kopp würdigte in seiner Laudatio den kompetenten Verwaltungsexperten für seine unermüdliche Tatkraft und Hilfsbereitschaft. „Sie zeichnen sich durch einen vorausschauenden und planenden Blick aus, Sie können anstehende Entscheidungssituationen schon im Ansatz erkennen, fachlich und sachlich beurteilen und anschließend souverän lösen. Sie tun dies auf Basis ihres christlich-katholischen Welt- und Menschenbildes. Dafür dankt ihnen heute die Theologische Fakultät und wünscht ihnen noch weitere erfüllte und erfüllende Jahre in ihrem ehrenamtlichen Engagement für Kirche und Welt“, sagte Professor Kopp als neuer Prorektor der Theologischen Fakultät.

Als letzte Amtshandlung übergab Professor Althaus nach zwei Jahren im Amt des Rektors seinem Nachfolger Professor Thönissen die Amtskette und wünschte ihm und der neu zusammengesetzten Fakultätsleitung für die kommende Amtszeit alles Gute und Gottes Segen. Gleichzeitig bedankte sich Professor Althaus bei allen Kollegen und Mitarbeitenden für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung in den vergangenen zwei Jahren.

Bevor Professor Thönissen seinen Festvortrag zum Thema „Zwischen Reform und Reformation. Anmerkungen zum Gedenkjahr“ hielt, nutzte der neue Rektor die Gelegenheit, um sich beim Professorium für das Vertrauen und die Wahl zu bedanken. „Ich freue mich, mit Unterstützung durch die Kollegin und den Kollegen diese Aufgabe in den nächsten zwei Jahren übernehmen zu können. Ich bin auch dankbar, dass Kollege Kopp sich bereit erklärt hat, das Amt des Prorektors zu übernehmen, so dass wir gemeinsam mit dem Quästor Schäfers und dem verdienten Sekretär Konkel die Aufgaben der Fakultätsleitung angehen können“, sagte Professor Thönissen. Abschließend begrüßte Professor Thönissen 11 neueingeschriebene Studierende an der Theologischen Fakultät, an der zurzeit rund 100 Ersthörer und 1.000 Zweithörer studieren.