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Neuer Band zur Paderborner Bartholomäuskapelle erschienen

1000-jährige Geschichte im Blick der Wissenschaft

Präsentieren den neuen Band zur Paderborner Bartholomäuskapelle: (v.l.) Die Herausgeber Professor Dr. Stefan Kopp, Dr. Norbert Börste und Dompropst Monsignore Joachim Göbel. | Foto: ThF-PB

Sie gehört zu den wertvollsten Bauwerken Paderborns: die 1000 Jahre alte Bartholomäuskapelle gleich neben dem Hohen Dom. Zu ihrer einzigartigen Geschichte ist jetzt ein neuer Forschungsband erschienen. Ihn präsentierten am Montag, 10. September, gemeinsam mit Dompropst Monsignore Joachim Göbel der Kunsthistoriker Dr. Norbert Börste und der Liturgiewissenschaftler Professor Dr. Stefan Kopp von der Theologischen Fakultät Paderborn als Herausgeber der Öffentlichkeit.

Die bekannte Bartholomäuskapelle fällt auf durch ihre Schlichtheit und ist vielleicht gerade deshalb von besonderer Schönheit. Unzählige Besucher zieht sie jährlich an. Der bedeutende Sakralraum im Herzen der Stadt ist so etwas wie ein eigener Mikrokosmos. Wer einmal mit etwas Kraft die schwere Bronzetüre aufdrückt und langsam über die alte steinerne Schwelle in den Kirchenraum eintritt, wird sich wie in einer anderen Welt vorkommen. Ein geheimnisvolles Erlebnis zum Staunen – in mehrfacher Hinsicht, wie der jetzt neu im Michael Imhof Verlag erschienene Band „1000 Jahre Bartholomäuskapelle in Paderborn“ belegt.

„Die neue Publikation ist nicht nur etwas für Experten und Wissenschaftler. Sie bietet auch interessierten Leserinnen und Lesern aktuelle und spannende Hintergründe zu der langen und beeindruckenden Geschichte dieses fast schon unscheinbaren Kirchengebäudes an den Paderquellen“, erklärte Dompropst Göbel bei der Präsentation stellvertretend für das Paderborner Metropolitankapitel. „Wir freuen uns, dass wir nach der interdisziplinären Tagung im vergangenen Jahr im Rahmen des großen Doppeljubiläums unter der Überschrift ‚behütet und bedacht‘ die lesenswerte Verschriftlichung der neuesten Forschungsergebnisse nun in Händen halten können.“

Besonders dankbar ist Dompropst Göbel den beiden Herausgebern. Zusammen mit ihren Kollegen aus unterschiedlichen Fachbereichen und Disziplinen hätten sie keine Mühen gescheut, das neue Buch zur Bartholomäuskapelle zügig und passend zu den Jubiläumsfeierlichkeiten zusammenzustellen. „Genauso wie Dr. Börste und Professor Kopp sei auch dem Verlag für die zuverlässige und gute Zusammenarbeit herzlich gedankt“, betonte der Dompropst.

Den Dank konnten die Herausgeber bei der Buchpräsentation in der Bartholomäuskapelle nur unterstreichen und gaben ihn gerne zurück. „Um wissenschaftliche Fragestellungen in angemessener Weise angehen und die neuesten Erkenntnisse aus der Forschung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen zu können, braucht es Mut und Unterstützung. Beides ist uns in unseren Partnern begegnet, beides ist uns auf vielfältige Weise zugekommen“, sagte Professor Kopp. „Nur so konnten Norbert Börste und ich dieses Projekt realisieren. Kollegen Börste bin ich zudem für seine mehrjährigen und äußerst umsichtigen Vorarbeiten zur Tagung und damit auch zum jetzt vorliegenden Buch sehr dankbar, die ja schon vor meinem Einstieg hier in Paderborn vor drei Jahren begonnen haben.“

Die einzelnen Beiträge des neuen Bandes, der thematisch im Zusammenhang mit weiteren Publikationen zum Doppeljubiläum von 1000 Jahre Bartholomäuskapelle und 950 Jahre Imad-Dom steht, beschränken sich nicht nur auf Architekturgeschichte. Sie berücksichtigen neben den historischen Aspekten auch liturgische und denkmalpflegerische Perspektiven der Paderborner Bartholomäuskapelle. Gleichzeitig nimmt sie auch neueste bautechnische, bauphysikalische, geologische und akustische Untersuchungen in den Blick.

„Die Bartholomäuskapelle im Schatten des Paderborner Domes ist als 1000 Jahre altes Bauwerk nicht nur ein ganz besonderes Juwel. Sie ist auch ein geheimnisvoller Ort, der von uns Menschen heute als solcher erlebt werden kann“, schwärmte Kunsthistoriker Dr. Börste. „Es handelt sich hier um die älteste Hallenkirche nördlich der Alpen und ist das einzige bis heute nahezu unzerstört gebliebene Gebäude von Bischof Meinwerk aus dem frühen 11. Jahrhundert.“ Zum Beispiel erwähne die Vita des Paderborner Bischofs von 1009 bis 1036 die so genannten grecos operarios, griechische bzw. byzantinische Bauleute. „Das wirft bis heute spannende Fragen nach der Herkunft der Handwerker und den Vorbildern dieser Kapelle auf. Diesen und vielen weiteren Fragen geht unsere neue Publikation nach.“

Norbert Börste, Stefan Kopp (Hg.), 1000 Jahre Bartholomäuskapelle in Paderborn. Geschichte – Liturgie – Denkmalpflege. Michael Imhof Verlag, 240 Seiten, 204 Farb- und 59 S/W-Abbildungen, 29,95 Euro, ISBN 978-3-7319-0621-6.