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Neues Forschungsprojekt zur Paderborner Domliturgie erfolgreich gestartet

Freuen sich über den gelungenen Start des neuen Forschungsprojektes zu den „ungedruckten liturgischen Quellen des Paderborner Domes“: (v.l.) Professor Dr. Stefan Kopp, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Jonas Miserre und Dompropst Monsignore Joachim Göbel. | Foto: ThF-PB

Das neue Wissenschaftsprojekt an der Theologischen Fakultät Paderborn zur „Erforschung der ungedruckten liturgischen Quellen des Paderborner Domes“ anlässlich des großen Doppeljubiläums von Bartholomäuskapelle und Imad-Dom ist erfolgreich gestartet. Über den positiven Beginn des auf insgesamt drei Jahre angelegten Drittmittelprojektes, das vom Paderborner Metropolitankapitel gefördert wird, freuen sich neben Dompropst Monsignore Joachim Göbel auch der Projektleiter Professor Dr. Stefan Kopp und sein Wissenschaftlicher Mitarbeiter Jonas Miserre. Die beiden Liturgiewissenschaftler werden bald schon die ersten Forschungsergebnisse präsentieren können.

„Der in diesen Tagen erschienene Sammelband zu Geschichte, Liturgie und Denkmalpflege der bekannten Paderborner Bartholomäuskapelle, die seit 1000 Jahren unzerstört im Herzen der Stadt einen besonderen Anziehungspunkt für ihre Besucher darstellt, ist das Ergebnis einer interdisziplinären Fachtagung an unserer Fakultät. Sie bildete gleichzeitig den Auftakt unseres neuen Forschungsprojektes, so dass wir bald dankbar als seine erste Frucht die neue Publikation in Händen halten können“, sagt Professor Kopp, der seit drei Jahren an der Theologischen Fakultät Paderborn Liturgiewissenschaft lehrt.

Das Projekt solle „die bisherige Domforschung mit detaillierten bau- und kunsthistorischen Erkenntnissen um die noch ausstehenden liturgiehistorischen Facetten des Domes ergänzen“, erklärt der 33-jährige Theologe. Außerdem sei 2019 ein weiterer interdisziplinärer Austausch angedacht. „Um der Vielfalt mittelalterlicher Liturgie auf die Spur zu kommen, sind in den nächsten Jahren eine Bibliographie über die liturgischen Quellen auf dem Gebiet des Erzbistums Paderborn, Quelleneditionen und -kommentierungen sowie die Untersuchung einzelner besonders aussagekräftiger Quellen geplant. Zudem sollen Forschungen zur Sakraltopographie von Paderborn größere religiös-theologische Zusammenhänge zwischen den einzelnen Kirchengebäuden der Stadt näher beleuchten.“

Dompropst Göbel sieht sich in der Förderung des neuen Forschungsprojektes bestätigt: „Wir als Metropolitankapitel freuen uns nicht nur über den erfolgreichen Einstieg und die schnellen Fortschritte, sondern gleichzeitig auch über die gute Zusammenarbeit mehrerer Einrichtungen im Erzbistum.“ Die Förderung der wissenschaftlichen Reflexion werde sich auch an diesem zentralen Punkt für unsere kulturelle Geschichte auszahlen, ist sich Dompropst Göbel sicher. „Es ist gut, dass wir uns hier engagieren.“

Glücklich und motiviert, an diesem Sonderforschungsprojekt mitarbeiten zu können, ist Jonas Miserre. Der 25-Jährige aus Fulda ist nach seinem Studium in München und Fribourg als Wissenschaftlicher Mitarbeiter eigens nach Paderborn gekommen, um sich gemeinsam mit zwei studentischen Hilfskräften ganz dem Vorankommen des Projektes zu widmen. „Es ist für mich eine besondere Möglichkeit, gemeinsam mit den Kollegen die ungedruckten liturgischen Quellen des Paderborner Domes näher zu erforschen. Vor allem die interdisziplinäre Anlage des Projekts finde ich spannend. Hinzu kommen gute Arbeitsbedingungen, die uns hier vor Ort Vieles erleichtern, so dass es richtig Spaß macht.“

Dass so ein Wissenschaftsprojekt nicht einfach vom Himmel fällt, weiß Mitinitiator und Projektleiter Professor Kopp zu berichten. Anlage, Planung und Koordination bedeuten eine Menge Arbeit, bei der viele Voraussetzungen zu berücksichtigen sind. Doch bei seinen Gesprächs- und Kooperationspartnern stieß der Liturgiewissenschaftler auf großes Interesse und viel Zustimmung.

Besonders hilfreich sei vor allem die Vorarbeit und Hilfsbereitschaft von Dr. Norbert Börste gewesen. Der Lehrbeauftragte für Kunstgeschichte an der Theologischen Fakultät Paderborn habe sich schon seit Jahren unermüdlich für die Erforschung rund den Paderborner Dom eingesetzt, berichtet Professor Kopp. Ein wichtiger Fürsprecher des Projekts sei außerdem Professor Dr. Franz Kohlschein gewesen. Der emeritierte Bamberger Liturgiewissenschaftler und 2015 in seine westfälische Heimat zurückgekehrte Paderborner Diözesanpriester gehöre zu den ersten, „die sich der Erforschung ortskirchlicher Liturgiegeschichte zuwandten und dabei in den Libri Ordinarii, den ‚Regiebüchern‘ an mittelalterlichen Dom-, Stifts- und Klosterkirchen, eine wertvolle Quelle erkannten“. Nun gehe es darum, einige schon damals erkannte und benannte Forschungslücken mithilfe weiterer Editionen und Untersuchungen der ungedruckten liturgischen Quellen aus Paderborn zu schließen versuchen, betont Professor Kopp.

Gemeinsam mit seinem Lehrstuhlteam möchte der Liturgiewissenschaftler dabei besonders auf die Zusammenarbeit mit den örtlichen Einrichtungen setzen und im Gespräch mit der Bibliothekskunde, der EAB mit Professor Dr. Hans-Walter Stork, mit der Archivforschung, dem Erzbistumsarchiv Paderborn mit Dr. Arnold Otto, über die Bistumsgeschichte mit Professor Dr. Karl Hengst und Professor Dr. Hermann-Josef Schmalor, mit der Kunstgeschichte, dem Diözesanmuseum Paderborn mit Professor Dr. Christoph Stiegemann und weiterhin mit Dr. Börste im Gespräch bleiben.