Lernplattform Intranet
Theologische Fakultät Paderborn . Kamp 6 . 33098 Paderborn . Tel.: 05251 121 6

Ökumene als verbindliches Miteinander

Kardinal Koch eröffnet internationales Symposium des Möhler-Instituts in Rom

Kurt Kardinal Koch beim Eröffnungsvortrag des Ökumene-Symposiums in der Aula Magna der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. | Foto: ThF-PB
Kurt Kardinal Koch beim Eröffnungsvortrag des Ökumene-Symposiums in der Aula Magna der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. | Foto: ThF-PB

An der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom hat am Sonntagabend, 26. Februar, das internationale Ökumene-Symposium „Luther und die Sakramente“ begonnen. Das Eröffnungsreferat in der vollbesetzen Aula Magna hielt der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kurt Kardinal Koch. Die fünftägige Tagung, bei der renommierte Wissenschaftler und Vertreter der christlichen Kirchen aus allen Teilen der Erde teilnehmen, wird vom Paderborner Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik in Kooperation mit der Päpstlichen Universität Gregoriana und dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen durchgeführt. Die Veranstaltung ist ein bedeutender Beitrag der katholischen Kirche zum Reformationsgedenken 2017.

Für das Gelingen des ökumenischen Dialogs sei es gerade im Jahr des Reformationsgedenkens entscheidend, zuversichtlich auf die sichtbare Kirchengemeinschaft hinzuarbeiten, sagte Kardinal Koch bei seinem Vortrag mit dem Titel „Die Reformation und die katholische Kirche“. Die Einheit der christlichen Kirchen müsse weiterhin das Ziel allen ökumenischen Bemühens sein. Wie im 16. Jahrhundert stehe dabei auch heute die Frage nach dem Wesen der Kirche im Mittelpunkt. „Diese ökumenisch vordringliche Frage weiter zu vertiefen, muss auch eine Verpflichtung des Reformationsgedenkens sein. Es zu begehen und einfach beim bisher Erreichten zu verbleiben oder gar das Ziel der Einheit aufzugeben und sich mit der vorhandenen Pluralität von Kirchen zufrieden zu geben, würde weder den Intentionen der Reformatoren entsprechen noch dem Anspruch des Reformationsgedenkens gerecht werden“, erklärte Kardinal Koch.

Nach Meinung des ersten Ökumenikers in der katholischen Kirche müssten die Beteiligten am ökumenischen Dialog nach fünfhundert Jahren der Trennung und eines langen Gegeneinander und Nebeneinander auf ein verbindliches Miteinander zugehen und es bereits heute verwirklichen. „In diesem Miteinander werden Katholiken sagen, was ihnen die Reformation bedeutet und was sie von ihr lernen können; und evangelische Christen werden bezeugen, was sie heute von der katholischen Kirche lernen und welche Bereicherung sie von ihr empfangen“, sagte Kardinal Koch.

Ein gemeinsames Reformationsgedenken werde nur dann eine „ökumenische Chance sein, wenn das Jahr 2017 nicht der Abschluss, sondern der Neubeginn des ökumenischen Ringens um die volle Gemeinschaft zwischen Lutheranern und Katholiken sein wird, und zwar mit jenem Dreiklang von Dankbarkeit, Buße und Hoffnung, von dem keiner ausfallen darf, wenn die Symphonie des Reformationsgendenkens wahrgenommen werden soll.“ Diesem Anliegen sei auch das Internationale Symposium „Luther und die Sakramente“ verpflichtet.