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Professor Bernd Irlenborn hält Relativismus-Vortrag in Rom

Student Dominik Riedl (links) und Professor Bernd Irlenborn (rechts) in Rom vor der Päpstlichen Universität Gregoriana. | Foto: ThF-PB

Im Rahmen seines Forschungssemesters an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom hat Professor Dr. Dr. Bernd Irlenborn jetzt einen Vortrag zu seinem Forschungsthema „Relativismus und christliche Wahrheitsansprüche“ gehalten. Der internationalen Zuhörerschaft machte er in englischer Sprache deutlich, dass es zu einfach sei, „von dem Relativismus als einer scheinbar homogenen philosophischen Position“ zu sprechen. Vielmehr habe die Theologie zu differenzieren, wenn sie relativistische Denkweisen kritisiere.

Nicht jede theologische oder lehramtliche Relativismus-Kritik sei „antimodernistisch“, wie einige Theologen meinten. Einige Formen des Relativismus seien „zu Recht als bedenklich anzusehen und kritikwürdig“, vor allem Varianten des „normativen Wahrheitsrelativismus“, erklärte der Lehrstuhlinhaber für Geschichte der Philosophie und Theologische Propädeutik an der Theologischen Fakultät Paderborn. Bestimmte Typen des „deskriptiven Relativismus“ ließen sich jedoch durchaus „mit objektiven Wahrheitsansprüchen“, zu denen das christliche Denken verpflichtet sei, vereinbaren.

Einerseits könnten ohne „fundamentalistische oder relativistische Neigung“ das „Faktum verschiedener Denkweisen und Weltbilder“ anerkannt werden. Anderseits ergäbe sich „die Möglichkeit eines mit epistemischer Demut und Lernoffenheit geführten interreligösen Dialogs, in dem ‚Strahlen der Wahrheit‘ (Nostra Aetate) auch in anderen Religionen zu entdecken seien, ohne dem eigenen Bekenntnis untreu zu werden“, sagte Professor Irlenborn.

Zu den internationalen Zuhörern des Vortrags zählte aus Paderborn auch Theologiestudent Dominik Riedl. Er studiert seit diesem Wintersemester an der Päpstliche Universität Gregoriana und lebt als Priesteramtskandidat für das Erzbistum im traditionsreichen Pontificum Collegium Germanicum et Hungaricum, ein päpstliches Kolleg zur Ausbildung von Seminaristen und Priestern aus mehreren europäischen Ländern in Rom, das von Jesuiten geleitet wird.

Seit September 2018 forscht Professor Irlenborn an der renommierten Hochschule in der Ewigen Stadt als Gastprofessor, um sich insbesondere in der Zeit bis Januar 2019 für eine interdisziplinäre Tagung zum Thema „Relativismus“ vorzubereiten, die er im kommenden Jahr mit einem Kollegen von der Universität Münster durchführen wird.