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Professor Josef Schwermer verstorben

Nachruf auf den ersten Lehrstuhlinhaber für Pastoralpsychologie und -soziologie an der Theologischen Fakultät Paderborn

Professor em. Dr. Josef Schwermer, Erster Lehrstuhlinhaber für Pastoralpsychologie und -soziologie an der Theologischen Fakultät Paderborn, an seinem 90. Geburtstag. | Foto: ThF-PB

Die Theologische Fakultät Paderborn trauert um Prälat Professor Dr. phil. Josef Schwermer. Ihr erster Lehrstuhlinhaber für Pastoralpsychologie und -soziologie verstarb nach kurzer Krankheit am Donnerstag, 17. August, im Alter von fast 91 Jahren. Am Sonntag, 15. Oktober 2017, um 10 Uhr gedenkt die Theologische Fakultät seiner im 6-Wochen-Amt in der Universitäts- und Marktkirche Paderborn.

Geboren am 25. August 1926 in Heid (Kreis Olpe), legte Josef Schwermer nach Kriegsdienst und Verwundung 1946 in Bad Driburg das Abitur ab und studierte an der Theologischen Fakultät Paderborn sowie an der Universität Bonn Philosophie und Theologie. Nach seiner Priesterweihe am 21. März 1953 im Hohen Dom zu Paderborn war er als Vikar in Peckelsheim tätig. 1958 zum Präfekten im Leokonvikt ernannt, 1959 zum Studium (Psychologie, Soziologie, Naturwissenschaften) freigestellt, promovierte ihn die Universität Köln im Juli 1964 mit einer Arbeit über „Die experimentelle Willenspsychologie Kurt Lewins“ zum Doktor der Philosophie. Anschließend wirkte er in Paderborn als Lehrbeauftragter für Pastoralpsychologie am Priesterseminar und an der Theologischen Fakultät, zugleich seelsorglich im Mutterhaus der Franziskanerinnen Salzkotten, ab 1966 in Schlangen, ab 1978 in Kirchborchen. Am 1. Mai 1971 berief ihn Erzbischof Lorenz Kardinal Jaeger als Magnus Cancellarius der Theologischen Fakultät zum a.o. Professor für Pastoralpsychologie und -soziologie. Als solcher vermittelte er auch den Studierenden der Katholischen Fachhochschule NRW Grundlagen der Psychologie. Zum 1. Oktober 1991 trat er in den Ruhestand.

Ein besonderes Anliegen war dem Verstorbenen das „helfende Gespräch in der Seelsorge“. Er erarbeitete für den kirchlichen Raum eine theoretische Grundlegung der seelsorglichen Gesprächsführung und qualifizierte in ungezählten Kursen Führungskräfte in der Kirche, Mitarbeitende in der Seelsorge und in Pflegeberufen, mit den ihnen Anvertrauten einfühlende Gespräche zu führen, die deren jeweiliger Lebenssituation gerecht werden. Unermüdlich war er zudem als Begleiter Hilfesuchender tätig, als Ratgeber für den Erzbischof von Paderborn und als profunder Gutachter für das hiesige Offizialat sowie für die Rota Romana. In Anerkennung seines selbstlosen Dienstes ernannte ihn Papst Johannes Paul II. 1998 zum Päpstlichen Ehrenprälaten.

Lehrende, Mitarbeitende und Studierende der Theologischen Fakultät wussten seine westfälische Bodenständigkeit, Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft und echte Frömmigkeit zu schätzen.

Am Mittwoch, 23. August 2017, feiern sie für den Verstorbenen um 10 Uhr in der Kirche des Mutterhauses der Franziskanerinnen Salzkotten (Paderborner Straße 7, 33154 Salzkotten) das Requiem und geleiten ihn anschließend um 12 Uhr auf dem Ostfriedhof in Paderborn zur letzten Ruhe.