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Theologische Fakultät Paderborn erinnert an verstorbenen Karl Kardinal Lehmann

Nach dem Festvortrag im Audimax der Theologischen Fakultät Paderborn: (v.l.) Karl Kardinal Lehmann mit dem damaligen Rektor Professor Dr. Josef Meyer zu Schlochtern, dem deutschen Nuntius Erzbischof Nikola Eterović und Paderborns Erzbischof Hans-Josef Becker. | Foto: ThF-PB

Nach dem Tod von Karl Kardinal Lehmann am vergangenen Sonntagmorgen, 11. März, erinnert die Theologische Fakultät Paderborn an den langjährigen Bischof von Mainz und ehemaligen Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz mit einem markanten Zitat. Es stammt aus dem Festvortrag des bedeutenden Theologen, den er anlässlich des 400. Gründungsjubiläums der Theologischen Fakultät Paderborn im Jahr 2014 vor hochrangigen Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft im Audimax gehalten hatte. Über lange Zeit unterhielt Kardinal Lehmann gute Kontakte zur ältesten Hochschule Westfalens und zum Erzbistum Paderborn.

„Die Kirche braucht die Anstrengung des Glaubensdenkens, wenn sie verantwortlich das Evangelium der Welt vermitteln will. Der Glaube neigt gerade auch in seinen Gewohnheiten, institutionellen Formen und von seinen eigenen Gefährdungen her dazu, sich in seiner Einzigartigkeit abzuschließen und die stetige Auseinandersetzung mit seiner Umwelt zu versagen. In dieser Form der Selbstbehauptung, die sich auch in der Spielart autoritärer Lehre zeigen kann, spiegelt sich die Unableitbarkeit des christlichen Glaubens auf eine falsche Weise. Deshalb muss die Theologie den Glauben immer wieder für die jeweilige Gegenwart dialogfähig machen. Weil es sich um die christliche Botschaft im Kontext der konkreten Welt handelt, versteht es sich von selbst, dass die Theologie immer schon im Gespräch ist mit ihren Nachbarwissenschaften und mit sehr vielen wissenschaftlichen Einzeldisziplinen. In diesem Sinne ist das interdisziplinäre Gespräch der Theologie keine moderne Erfindung, sondern eine unerlässliche Grundvoraussetzung theologischer Arbeit überhaupt.“ (aus: ThGl 106 (2016) 108)

Der Mitschnitt des Festvortrags zum Nachsehen und -hören ist hier zu finden.