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„Unverfügbar. Theologische Begründungen der Menschenwürde und ihre konfessionellen Prägungen“

Montagsakademie: Professor Schmidt aus Paderborn

Professor Dr. Jochen Schmidt, Lehrstuhlinhaber für Systematische Theologie und Ökumene am Institut für Evangelische Theologie an der Universität Paderborn, zu Gast bei der Montagsakademie im Audimax der Theologischen Fakultät Paderborn. | Foto: ThF-PB
Professor Dr. Jochen Schmidt, Lehrstuhlinhaber für Systematische Theologie und Ökumene am Institut für Evangelische Theologie an der Universität Paderborn, zu Gast bei der Montagsakademie im Audimax der Theologischen Fakultät Paderborn. | Foto: ThF-PB

Im Rahmen der Montagsakademie hat Professor Dr. Jochen Schmidt, Lehrstuhlinhaber für Systematische Theologie und Ökumene am Institut für Evangelische Theologie an der Universität Paderborn am Montagabend, 23. Januar, im Auditorium Maximum der Theologischen Fakultät Paderborn aus ökumenischer Sicht die theologischen Begründungen der Menschenwürde in den Blick genommen. Dabei betrachtete er sowohl die katholisch als auch evangelisch geprägten theologisch-hermeneutischen Denkbemühungen. Es war die zwölfte Vorlesung mit anschließender Diskussion innerhalb der öffentlichen Vorlesungsreihe in diesem Wintersemester unter der Überschrift „Ökumene 2017: Grundlagen, Wege und Visionen“.

Über Menschenwürde im Kontext von Ökumene nachzudenken bedeute zunächst einmal zu fragen, welches Profil jeweils für katholische und evangelische Diskurse über die Menschenwürde kennzeichnend sei, erklärte Professor Schmidt. „Während in der katholischen Theologie die Menschenwürde im Horizont geschöpflicher Gaben wie der Autonomie erörtert wird, gibt es eine Tendenz in der evangelischen Theologie, Menschenwürde der Struktur nach weniger schöpfungstheologisch sondern eher hamartiologisch und soteriologisch zu buchstabieren, meist ohne dabei ausdrücklich von Sünde und Rechtfertigung zu sprechen.“

Mit Formeln wie „Unverfügbarkeit“ und „homo absconditus“ (lat. „unergründlicher Mensch“) verbinde sich „eine für bestimmte Spielarten neuerer protestantischer Theologie charakteristische Doppelstrategie“: Dem Anschein nach werde eine phänomenologische Perspektive eingenommen – der Mensch entziehe sich jedem Versuch, ihn abschließend zu bestimmen und zu begreifen –, die eigentliche Motivation liege aber in der dogmatischen Überzeugung, dass „nichts im Menschen selbst, sondern nur das rechtfertigende Handeln Gottes den Menschen im eigentlichen Sinne“ konstituiere. „Die Angewiesenheit des Menschen auf Gott als Gegenüber wird wiederum plausibilisiert, indem sie als Moment der fundamentalen Relationalität des Menschen dargestellt wird“, sagte Professor Schmidt.

Nächster Termin in der Reihe Montagsakademie:

Montag, 30. Januar 2017, 18.00 Uhr: „Von der ‚Lutherdekade‘ zum 500. Reformationsgedenken – ein ökumenischer Lernprozess mit Perspektive?“ Bischof Dr. Gerhard Feige, Magdeburg.