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31.01.2022 | 18.00 Uhr | Paderborn>> Termin zu meinem Kalender hinzufügen
Montagsakademie: Emmanuel Levinas (1906-1995)

"Extremer Humanismus Gottes"

lautet der Titel des dreizehnten und letzten Vortrags der Montagsakademie, den Prof. Dr. Susanne Sandherr halten wird. Wie wichtig jüdische Denkerinnen und Denker für das Denken des christlichen Glaubens sind, wird in eindrücklicher Weise an dem Philosophen Emmanuel Levinas ablesbar. Er entstammte einer jüdischen Familie in Kaunas im heutigen Litauen und studierte in den 1920er Jahren in Frankreich, ein Jahr aber auch im deutschen Freiburg Philosophie. Unter dem Regime der Nationalsozialisten wurde seine Familie ermordet, woraufhin Levinas schwor, nie wieder deutschen Boden zu betreten. Der Kerngedanke seiner ethisch ausgerichteten Philosophie lautet: Im Angesicht des Anderen (Menschen) begegnen wir der Spur des Unendlichen, den wir im Glauben „Gott“ nennen. Die Verantwortung für den Anderen ist deshalb die vorrangige Art der Verherrlichung des Unendlichen. Und diese Verantwortung für den Anderen gilt unbedingt, unhintergehbar, will man die Unverfügbarkeit des Unendlichen achten. Das Denken des Glaubens kann von Levinas lernen, was es heißt, Gott wirklich als den Unendlichen , als den schlechthin Unverfügbaren ernst zu nehmen. Prof. Dr. Susanne Sandherr ist Professorin für Theologie an der Katholischen Stiftungshochschule München. Zuschauerinnen und Zuschauer können Fragen an den Referenten während der Vorlesung per E-Mail an pressereferat@thf-paderborn.de senden. Die Fragen werden dann in dem sich der Vorlesung anschließenden Gespräch beantwortet. Zum Livestream geht es hier.