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Graduiertenkolleg beschäftigt sich bei Thementag mit Transformation

Professor Dr. Dr. Oliver Reis, Mitorganisator des Thementages „Transformation“, lehrt Religionspädagogik an der Universität Paderborn. | Foto: ThF-PB

Transformation: Ein schillernder Begriff, der im Rahmen eines Thementages an der Theologischen Fakultät Paderborn am Freitag, 7. Juni, in verschiedener Hinsicht vorgestellt, rezipiert und diskutiert wurde. Der Thementag war Teil des Programms des Graduiertenkollegs „Kirche-Sein in Zeiten der Veränderung“. Insgesamt 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter Mitarbeiter des Erzbistums sowie die Nachwuchswissenschaftler und Professorinnen und Professoren des Graduiertenkollegs, nahmen an der auch als Fortbildungsmöglichkeit geöffneten Veranstaltung zwischen 9 und 17 Uhr teil, für die ein inhaltliches Vorbereitungsteam sowohl offen-kreative Diskussionsmöglichkeiten vorgesehen als auch mit Professor Dr. Tobias Faix aus Kassel einen ausgewiesenen Experten für fachliche Grundlagen zum Thema eingeladen hatte.

Besonders eindrucksvoll war bei Professor Faix’ Präsentation das Foto eines realen Ereignisses, mit dessen gleichnishafter Deutung er profilierte, was bei einer Transformation geschieht: Die Kirche hat mit ihren Angeboten eine solide Brücke über den breiten Fluss menschlichen Fragens und Bangens gebaut. Transformation ist nun der Wirbelsturm, dem die Brücke zwar standhält, durch den aber der Fluss ein neues Bett einnimmt. Die Brücke steht dann ziemlich nutzlos in der Landschaft.

Eine weitere speziell für das Zueinander von Wissenschaft und Praxis relevante Unterscheidung brachte Professor Dr. Dr. Oliver Reis, unter anderem Experte für Wissensforschung, im Gespräch mit Professor Dr. Christoph Jacobs und Lorenz Reichelt ins Spiel, seinen beiden Mitstreitern bei der inhaltlichen Vorbereitung des Thementages: Neben dem Modell des Transfers von Wissen aus der Forschung in die Praxis, dessen Scheitern Pastoralpsychologe Jacobs aus eigener Erfahrung in Leitungsaufgaben in der Kirche unterstrich, gibt es das Modell der gegenseitigen Transformation und das Modell der autologischen Systeme. Auszuloten, wie angesichts dieser Einsichten Theologie und kirchliche Praxis – gerade im Kontext des Graduiertenkollegs – am besten zueinander finden, war das Hauptanliegen des Programms.

Daher standen inhaltliche Impulse auch nicht im Zentrum des Thementages, sie waren vielmehr die Grundlage für eine nur in der Auseinandersetzung und Diskussion zu erreichende Transformation des Denkens und des Selbstverständnisses aller Beteiligten im Kontinuum von Theorie und Praxis – im Kontext des Graduiertenkollegs vor allem von Theologie und Pastoral. Zu solch offenem Dialog bot der Tag Gelegenheit und mündete unter anderem in der Feststellung, dass insbesondere das Miteinander von stärker in die pastorale Praxis eingebundenen und stärker im akademischen Bereich arbeitenden Theologinnen und Theologen im Rahmen des Thementages einen erkenntnisreichen Anfang gefunden hat. Weitere relevante Thementage in diesem Arbeitsstil der gemeinsamen, diskursiven, interdisziplinären sowie Theorie und Praxis übergreifenden Klärung werden folgen.