Im Klangraum der Messe

Wie Musik und Glaube sich inspirieren. Von Stephan Wahle und Meinrad Walter.

Die Messe lässt sich nicht ohne ihre Musik verstehen und keine Geschichte der Tonkunst kann auf die Messe als musikalische Gattung verzichten. Komponisten lassen sich von der Messe zu Meisterwerken anregen, die heute gottesdienstlich und konzertant erklingen. Zudem gibt es viele vokale und instrumentale Werke mit Bezug zur Messe und zu deren Wurzeln: etwa wenn Claudio Monteverdi geradezu ekstatisch die dem Sanctus zugrunde liegenden biblischen Verse aus dem Prophetenbuch Jesaja in Musik setzt, wenn Franz Schubert für die Wiener Synagoge einen Psalm in hebräischer Sprache vertont und wenn Mozart bei seiner berühmten Motette „Ave verum corpus“ sowohl die Messfeier als auch Fronleichnam sowie Andachten mit eucharistischem Segen im Sinn hat – oder wenn das musikalische Multitalent Leonard Bernstein sich um 1970 in einer musicalartigen Messe beim Credo in Wort und Klang mit heutigen Schwierigkeiten des religiösen Glaubens auseinandersetzt oder wenn der Schweizer Komponist Frank Martin in einem Orchesterwerk der „Stimmung“ des Letzten Abendmahls nachspürt.

Stephan Wahle und Meinrad Walter zeigen, wie wichtig die unterschiedlichen Klangwelten für die Messfeier sind und welche Inspirationen Komponisten gerade von dieser Gottesdienstform empfangen haben. Die Musikbeispiele, auf die verwiesen wird, machen dies hörbar. Und sie zeigen, welche Anregungen von solcher Musik für die Messe heute ausgehen: für ein verstehendes und vertieftes Mitfeiern ebenso wie für die durchdachte liturgische und musikalische Gestaltung.

Stephan Wahle, Meinrad Walter: Im Klangraum der Messe. Wie Musik und Glaube sich inspirieren. Freiburg/Basel/Wien (Herder), 2021, ISBN: 978-3-451-39140-8, 24€.

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