Aktuelle Beiträge zum 80. Todestag von Clemens August Kardinal von Galen
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Der Fokus des Lehrstuhls liegt in Lehre und Forschung auf der Neueren Kirchengeschichte und der Paderborner Bistumsgeschichte. Diese spannende Verknüpfung erlaubt eine historische Beschäftigung mit Themen von hoher gesellschaftlicher und innerkirchlicher Relevanz:
Der Paderborner Wissenschaftsstandort bietet für die kirchenhistorische Forschung ideale Voraussetzungen und eine Vielzahl möglicher Kooperationen mit Institutionen. Darüber hinaus soll die Forschung in den Vatikanischen Archiven eine feste Säule sein.
Ein Herzstück ist zudem der Wissenstransfer in die Öffentlichkeit und die forschungsnahe Lehre, die nicht nur kirchenhistorisches Handwerkszeug vermitteln, sondern die Relevanz der Kirchengeschichte für das jeweilige Berufsfeld immer wieder vor Augen führen soll.
Wie an das Unfassbare erinnern? Unter dieser Leitfrage steht das im Wintersemester 2025/26 in Kooperation mit der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster angebotene Hauptseminar samt mehrtägiger Exkursion nach Auschwitz vom 9. bis 13. März 2026. Dort werden wir die Gedenkstätte und das Museum Auschwitz-Birkenau besichtigen, Zeitzeugengespräche führen und einen Tagesausflug nach Krakau unternehmen. Bitte melden Sie sich hierzu aufgrund der Teilnahmebegrenzung bis spätestens 30. September per Mail bei Dr. Matthias Daufratshofer (Lehrstuhl für Kirchengeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Bistumsgeschichte) an: m.daufratshofer@thf-paderborn.de
Die Erinnerungskultur ist nicht nur angesichts des Endes der Ära der Zeitzeug:innen und Überlebenden des Holocaust im Wandel, sondern wird auch mehr und mehr kritisch angefragt. Für Jüdinnen und Juden wie für Christinnen und Christen gehört das Erinnern zur eigenen religiösen Tradition, so ist der Beitrag zur Erinnerungskultur bis heute enorm. Das Hauptseminar lädt dazu ein, sich mit den verschiedenen Facetten einer religiösen und theologisch verantworteten Erinnerungskultur auseinanderzusetzen. Themen sind unter anderem die Schuldgeschichte der christlichen Kirchen, der katholische Antisemitismus, frühe Formen des Erinnerns an den Holocaust in der Bundesrepublik, die Frankfurter „Auschwitz-Prozesse“, Rolf Hochhuths Theaterstück „Der Stellvertreter“ sowie philosophische und theologische Konzepte „nach Auschwitz“. Ziel ist es, aus der Auseinandersetzung mit bisherigen Grundpfeilern des Erinnerns an die Ermordung von über sechs Millionen Juden im christlich geprägten Europa Impulse zu gewinnen, wie in Zukunft eine Erinnerungskultur aussehen kann.
1947 hat Pius XII. die sakramententheologische Bestimmung der wirksamen Elemente der Ordinationsliturgien geändert. Er wandte sich damit explizit gegen die Lehre des mittelalterlichen Konzils von Ferrara-Florenz und stellte fest, dass es der katholischen Kirche möglich sei, Lehrtraditionen von durchaus hoher Dignität zu ändern. Im Seminar wird zunächst ein Überblick über die Liturgie und sakramententheologische Deutung der Ordination seit der Spätantike erarbeitet, in den die Entscheidung von Pius XII. eingeordnet wird. Dabei geht es auch um die Konsequenzen für die Ordinationsliturgien der Gegenwart. Im Zentrum des Interesses steht die Apostolische Konstitution „Sacramentum Ordinis“ von Pius XII. Ihr publizierter Text soll im Licht der Tradition und der Wirkungsgeschichte analysiert werden. Dazu wird unpubliziertes Archivmaterial zur Verfügung gestellt und gemeinsam studiert.
Das Seminar wird als Kooperationsveranstaltung zwischen Kirchengeschichte (Paderborn) und Liturgiewissenschaft an der ThF Paderborn und der Universität Münster durchgeführt.
Das Fach „Kirchengeschichte“ als Studienbereich mit eigenen Lehrstühlen ist eine vergleichsweise junge Disziplin im Fächerkanon der Theologie. Ursprünglich galt sie in erster Linie als Hilfswissenschaft der Dogmatik, die deren Aussagen historisch belegen und illustrieren sollte. Je mehr sich die Kirchengeschichte jedoch in ihrer weiteren Entwicklung am Objektivitätsideal der allgemeinen Geschichtswissenschaft orientierte, desto stärker wurde in der wissenschaftstheoretischen Fachdebatte auch ihr Charakter als genuin theologisches Fach infrage gestellt: Was ist überhaupt noch das Theologische an einer Historischen Theologie, deren Methoden und Ergebnisse mit denen der säkularen wissenschaftlichen Historiographie identisch sind?
Das interdisziplinäre Seminar im Schnittfeld von systematischer und historischer Theologie verfolgt die Fachdiskussion innerhalb der deutschsprachigen katholischen Theologie ausgehend von wegweisenden Beiträgen aus den 1970er- und 80er Jahren und wertet, darauf aufbauend, unterschiedliche neuere Konzeptionen zum wissenschaftstheoretischen Status des Faches Kirchengeschichte aus. Zum Seminar gehört im dritten Zeitblock auch die von Professor Irlenborn und Dr. Holl organisierte Fachtagung „Kirchengeschichte als Erzählung? Zur Bedeutung von Narrativität für die Historische Theologie“, die vom 26.–27. Juni 2026 an der Theologischen Fakultät Paderborn stattfindet. Im Rahmen dieser Tagung wird die Frage diskutiert, ob durch eine narratologische Bestimmung der Historischen Theologie für dieses Fach nicht nur ein historiographisches, sondern auch theologisches Profil begründet werden kann.
In der Seminararbeit soll die Geschichte des Bistums Paderborn von der Bistumsgründung bis zum Reformationszeitalter in den Blick genommen werden. Der zeitliche Rahmen umspannt somit mehr als sieben Jahrhunderte, beginnend mit dem Treffen Papst Leos III. und des fränkischen Königs Karl in Paderborn (799) und endend mit der Einführung des lutherischen Bekenntnisses durch den Bistumsadministrator Hermann von Wied (1543). Schwerpunkte bilden u. a. Klöster, Stifte und Pfarreien, die Bistumsorganisation, der Aufbau des geistlichen Fürstentums, die Krisen des Spätmittelalters und die Entwicklung des Städtewesens, verbunden mit sozialen und wirtschaftlichen Fragen.
Interfakultäres Seminar der Universität Trier und der Theologischen Fakultät Paderborn.
Bitte melden Sie sich bis spätestens 1.4.2026 verbindlich für das Seminar an, damit wir frühzeitig Bahntickets und Übernachtungsplätze buchen können. Um Zuschüsse für die Kosten werden wir uns ebenfalls bemühen.
Theologische Fakultät Paderborn
Lehrstuhl für Kirchengeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Bistumsgeschichte
Kamp 6 | D-33098 Paderborn
Telefon:+49 5251 121-701
E-Mail: m.daufratshofer@thf-paderborn.de