Pastoraltheologe Herbert Haslinger im Interview zu Macht in der Kirche

Gemeinden sollen „einfach und verlässlich sein, das genügt.“

Prof. Dr. Herbert Haslinger, Lehrstuhlinhaber für Pastoraltheologie, Homiletik und Religionspädagogik, sprach mit Claudia Auffenberg, Chefredakteurin der Kirchenzeitung „Der Dom“ für das Erzbistum Paderborn, über die Themen Macht in der Kirche und die Zukunft der Gemeinden. Mit dem Thema Macht in der Kirche hatte sich der Pastoraltheologe intensiv in seinem 2022 im Verlag Herder erschienenen Buch „Macht in der Kirche. Wo wir sie finden – Wer sie ausübt – Wie wir sie überwinden.“ auseinandergesetzt.

Vor dem Hintergrund der schwindenden Relevanz der Kirche in der Gesellschaft ist es der Kirche, so Professor Haslinger, nicht mehr möglich, unkontrolliert und ohne Widerspruch beliebig Macht auszuüben. Um diese Willkürmacht zu begrenzen, aber die für jede Sozialform notwendige Amtsmacht zuzuteilen, so der Pastoraltheologe weiter, sei es notwendig, Verfahren zu installieren, die eine Beteiligung der Menschen an der Macht verleihen. Es müsse Möglichkeiten der Kontrolle geben, im Extremfall bis hin zur Abberufung einer Person oder eines Priesters aus einer Gemeinde. Da für das System Kirche aber immer noch kein Änderungszwang bestünde und der Zusammenbruch durch Gesetze und Vermögen abgesichert sei, fürchtet Professor Haslinger, dass es anstelle einer echten Veränderung eher zu einer Konzentration auf ein sehr enges Segment von fundamentalistischen Funktionären und Gläubigen kommen wird. Dem stellt er sein Bild der Gemeinden der Zukunft entgegen, die wie eine Berghütte, die Schutz, Verpflegung, Trockenheit und Schlafmöglichkeiten bietet, für die Menschen verlässlich Seelsorge, eine gute Predigt und Beistand im Trauerfall vorhalten solle. Das gesamte Interview finden Sie hier.

Nähere Informationen zum 2022 erschienenen Buch „Macht in der Kirche. Wo wir sie finden – Wer sie ausübt – Wie wir sie überwinden.“ von Herbert Haslinger finden Sie hier.

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