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„Online zu Gott?!“

Interdisziplinäre Tagung an der Schnittstelle von Liturgie und Medien am 8./9. Oktober

„Online zu Gott?!“: Die interdisziplinäre Tagung will „die Perspektive junger Menschen“ einnehmen, „die das Internet zunehmend als konkreten Lebensraum erfahren“. | Foto: stocksy

Um „liturgische Erfahrungen und Ausdrucksformen im Netz“ soll es bei der interdisziplinären Tagung am 8./9. Oktober in Stuttgart gehen. „Online zu Gott?!“ lautet die Überschrift dieser zweitägigen Veranstaltung mit namhaften Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft und Praxis an der Schnittstelle von Liturgie und Medien, die die Theologische Fakultät Paderborn gemeinsam mit der Diözese Rottenburg-Stuttgart und ihrer bekannten Akademie in Stuttgart-Hohenheim durchführt. Anmeldungen sind bis zum 23. September möglich.

Bei der Tagung sollen besonders drei Themenfelder in den Blick kommen: „die Abbildbarkeit von Liturgie in Rundfunk und Internet, der liturgische Raum als Erlebnisort sowie Anforderungen an beziehungsweise Grenzen von möglichen Formen digital vermittelter liturgischer Feiern“, betont Professor Dr. Stefan Kopp, Lehrstuhlinhaber für Liturgiewissenschaft an der Theologischen Fakultät Paderborn und Mitveranstalter der Tagung. Dabei sei vor allem „die Perspektive junger Menschen, die das Internet zunehmend als konkreten Lebensraum erfahren“, zu berücksichtigen.

Die Fachvorträge aus den Bereichen Theologie, Kultur und Medien sollen durch offene Diskussionsrunden begleitet werden. Zum Abschluss der Tagung ist eine große Podiumsdiskussion zur Frage „Menschenfischer im Netz?“ vorgesehen, an der u.a. Medien-Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) und Pfarrer Christian Olding (Geldern), der als Pop-Kaplan deutschlandweit bekannt wurde, teilnehmen werden.

Die Feier der Liturgie sei heute für viele Menschen der primäre Zugang zu Kirche und christlichem Glauben, sagt Professor Kopp. Daher sei das Erleben und Mitvollziehen gottesdienstlicher Feiern trotz rückläufiger Kirchenbesuchszahlen ein entscheidender Faktor: Bundesweit besuchten laut Statistik jeden Sonntag rund 2,4 Millionen Gläubige einen Gemeindegottesdienst. Hinzukämen rund eine Million Gläubige, die über Rundfunk, Fernsehen und Internet eine sonntägliche Eucharistiefeier mitfeiern.

„Angesichts der Prognose, dass es zukünftig immer schwieriger werden wird, Gläubige und dem Glauben Fernstehende unmittelbar und persönlich zu erreichen, stellt sich der kirchliche Auftrag der Verkündigung zunehmend als Herausforderung dar“, erklärt Professor Kopp, der die Tagung auch als „eine Art Werkstattgespräch“ ansieht, von der neue Impulse ausgehen sollen. Die aktuelle Entwicklung berge Chancen für besondere liturgische Angebote und böte Raum für neue Wege in der kirchlich-medialen Präsenz. Darum sollten sich Experten an der Schnittstelle von Liturgie und Medien vernetzen und gemeinsam Gestaltungsmöglichkeiten für die Zukunft ausloten.