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Professor Dr. Hans Jörg Urban, früherer Direktor des Johann-Adam-Möhler-Instituts, ist verstorben

Der Ökumene und der christlichen Wahrheit verpflichtet

Die Theologische Fakultät Paderborn trauert mit dem Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik um seinen früheren Direktor Professor Dr. Hans Jörg Urban. Er verstarb am 13. August 2021 nach langer schwerer Krankheit in Paderborn. In einem Nachruf würdigen der Magnus Cancellarius der Fakultät und Präsident des Möhler-Instituts, Erzbischof Hans-Josef Becker, und Professor Dr. Wolfgang Thönissen, Lehrstuhlinhaber für Ökumenische Theologie und leitender Direktor des Möhler-Instituts, die zahlreichen Verdienste des Verstorbenen um die Ökumene „mit großer Hochachtung und in tiefer Dankbarkeit“.

Der verstorbene Professor Hans Jörg Urban war von 1975 bis 2003 Direktor des Johann-Adam-Möhler-Instituts Paderborn. | Archivfoto: Ronald Pfaff/Erzbistum Paderborn.

Hans Jörg Urban wurde am 18. September 1940 in Buenos Aires, Argentinien, geboren. Nach seinem Theologiestudium in München war er von 1969 bis 1975 Stipendiat, Promovent und Assistent von Professor Dr. Joseph Lortz am Institut für Europäische Geschichte in Mainz. Auf Bitten des damaligen Paderborner Erzbischofs Lorenz Kardinal Jaeger, der 1957 das Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik in Paderborn gegründet hatte, wurde Hans Jörg Urban 1972 erster Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz in der Ökumenischen Centrale der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland in Frankfurt am Main.

Von 1975 bis 2003 war Professor Dr. Urban Direktor des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik in Paderborn, seit 1978 zusätzlich Schriftleiter der vom Möhler-Institut herausgegebenen Vierteljahresschrift für ökumenische Theologie „Catholica“. Professor Urban nahm darüber hinaus zahlreiche Aufgaben der Ökumene im In- und Ausland wahr: Unter anderem war er im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz Schriftführer der Konferenz der Ökumene-Referenten der deutschen Bistümer und Mitglied der Bilateralen Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz und der Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands von 1976 bis 1984 und 1987 bis 2000. Von 2004 bis 2016 war Prof. Urban Mitglied der Internationalen Dialogkommission zwischen dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und der Utrechter Union Altkatholischer Kirchen.

Professor Dr. Hans Jörg Urban war verantwortlich für die Herausgabe des mehrbändigen „Handbuchs der Ökumenik“. Mit Harding Meyer (Lutheraner), Lukas Vischer (Reformierte) und Metropoliten Damaskinos Papandreou (Orthodoxe) gab er die von ihm initiierten „Dokumente wachsender Übereinstimmung“ heraus. „Als Verfasser von Standardwerken zum ökumenischen Dialog und zur Ökumenik und Konfessionskunde hat Professor Urban wesentlich zur Ausbildung einer profilierten ökumenischen Theologie katholischer Provenienz beigetragen“, schreiben Erzbischof Hans-Josef Becker und Professor Dr. Wolfgang Thönissen in ihrem Nachruf.

Der freundschaftliche Kontakt zu den Freikirchen und deren Einbindung in die innerdeutsche Ökumene sei dem Verstorbenen ein besonderes Anliegen gewesen. Bei all dem sei das ökumenische Engagement von Professor Dr. Hans Jörg Urban getragen gewesen von der gemeinsamen Verpflichtung zur christlichen Wahrheit.

Text: Maria Aßhauer, Erzbistum Paderborn