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Verabschiedung des Fundamentaltheologen Prof. Josef Meyer zu Schlochtern

Im Rahmen der Jahresfeier hielt Prof. Dr. Josef Meyer zu Schlochtern, bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 1. Oktober 2020 Lehrstuhlinhaber für Fundamentaltheologie und vergleichende Religionswissenschaft an der Theologischen Fakultät, seine Abschiedsvorlesung.

Abschied in den Ruhestand nach 28 Jahren an der Theologischen Fakultät Paderborn: Fundamentaltheologe Prof. Dr. Josef Meyer zu Schlochtern (Mitte) wird von Rektor Prof. Dr. Stefan Kopp (links) und Erzbischof Hans-Josef Becker verabschiedet. | Foto: Thomas Throenle
Abschied und Neuanfang: Emeritus Prof. Dr. Josef Meyer zu Schlochtern (Mitte) und die beiden designierten Lehrstuhlinhaber, PD Dr. Aaron Langenfeld (2. Reihe links) und Dr. Daniel Lanzinger (1. Reihe links) stehen gemeinsam mit dem Magnus Cancellarius, Erzbischof Hans-Josef Becker (2.v.l.), Rektor Prof. Dr. Stefan Kopp (4.v.l.) und den Professorenkollegen Andreas Koritensky (5.v.l.), Peter Schallenberg, Wolfgang Thönissen, Bernd Irlenborn und Ansgar Moenikes (2. Reihe v.l.) auf den Stufen zur Universität- und Marktkirche. | Foto: Thomas Throenle

In seiner Abschiedsvorlesung „Signum levatum in nationes? Zur Frage der Sichtbarkeit der Kirche“ ging Professor Meyer zu Schlochtern vom Gegensatz zwischen Martin Luther und katholischer Kirche aus. Während für Luther die Kirche verborgen in den Herzen der Menschen lebt, behauptete die katholische Theologie ihm gegenüber, sie sei sichtbar, wie Jesus Christus sie eingesetzt hat. Der Vortrag zeigte die problematische Entwicklung dieser Auffassung an verschiedenen päpstlichen Lehrschreiben und Konzilsbeschlüssen auf. Gegenüber den Konzepten, die ein solches Verständnis von Sichtbarkeit mit einer überzogenen Autorisierung der Institution Kirche verbinden, präsentierte Meyer zu Schlochtern Perspektiven der Öffnung im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil, die Kirche sei „gleichsam Zeichen und Werkzeug“ für das Heil, das nach dem Glauben aller Christen in Christus offenbar geworden ist.

Erzbischof Hans-Josef Becker dankte Josef Meyer zu Schlochtern in seiner Ansprache für seinen Dienst an Theologie, Kunst und Kirche und sein Engagement als dreimaliger Rektor der Theologischen Fakultät und wünschte ihm viele gute Jahre und Gottes begleitenden Segen.

Prof. Dr. mult. Hubertus Drobner, Lehrstuhlinhaber für Kirchengeschichte und Patrologie, hob in seiner Laudatio hervor, dass Josef Meyer zu Schlochtern 28 Jahre lang segensreich an der Fakultät gewirkt habe, sei es als Ausbilder aller Priester und Theologen des Erzbistums bis zum Alter von 50 Jahren, als langjähriger Mitherausgeber der „Paderborner Theologischen Studien“ sowie zahlreicher Fachpublikationen, bei der Aufarbeitung der Fakultäts- und Bistumsgeschichte oder in seinen drei Amtszeiten als Rektor der Fakultät 1998 bis 2000, 2002 bis 2003 und 2013 bis 2015. Das 400-jährige Jubiläum der Fakultät habe er 2014 „außerordentlich tatkräftig und öffentlichkeitswirksam organisiert“ und die Festschrift „Die Academia Theodoriana. Von der Jesuitenuniversität zur Theologischen Fakultät Paderborn 1614–2014“ herausgegeben. Er erinnerte daran, dass der Fundamentaltheologe für seine Verdienste zum Päpstlichen Ehrenkaplan ernannt und ihm 2017 der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen für seine besonderen Verdienste in der Wissenschaft und im Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und Theologie verliehen worden sei. Im Namen der Fakultät wünschte Professor Drobner dem Ermeritus viele Jahre Schaffenskraft, Lebensfreude, Gesundheit und Gottes Segen.