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Digitale Montagsakademie stellt „Denkerinnen und Denker des Glaubens, die uns heute etwas zu sagen haben“ in den Mittelpunkt

Buchpublikation der Montagsakademie aus dem vergangenen Wintersemester zu den „Wegen der Kirche in die Zukunft der Menschen“ erschienen

Die „Montagsakademie“, die öffentliche Vorlesungsreihe der Theologischen Fakultät Paderborn, gehört mittlerweile als fester Posten zum wissenschaftlichen und kulturellen Angebot der Stadt Paderborn und ihrer Umgebung. Fachleute aus Theologie und Kirche, aber auch aus anderen Fachgebieten, bearbeiten im Verlauf eines Wintersemesters jeweils montags um 18.00 Uhr in 45-minütigen Vorlesungen und einem nachfolgenden Gespräch Themen, die auch für die breite Gesellschaft von Bedeutung sind.

Im vergangenen Wintersemester widmete sich die Montagsakademie dem Thema „Wege der Kirche in die Zukunft der Menschen“. Erstmals aufgrund der Corona-Pandemie als vollständig digitale Veranstaltungsreihe konzipiert verfolgten die Zuschauerinnen und Zuschauer die Vorlesungen und die sich anschließenden vertiefenden Gespräche vor den heimischen Bildschirmen und nutzten die Möglichkeit, ihre Fragen per Mail an die Referentinnen und Referenten zu richten, um an den Diskussionen teilhaben zu können. „Wir freuen uns über die positive Resonanz des Publikums auf die digitale Version der Montagsakademie; auch wird unsere Mediathek offensichtlich rege genutzt, um die Vorlesungen zeitlich unabhängig zu verfolgen“, resümiert der Leiter der Montagsakademie, Professor Herbert Haslinger, Inhaber des Lehrstuhls für Pastoraltheologie, Homiletik, Religionspädagogik und Katechetik an der Theologischen Fakultät Paderborn: „Für die vertiefte Auseinandersetzung mit den Wegen der Kirche in die Zukunft der Menschen steht nun auch die Buchpublikation zur Vorlesungsreihe zur Verfügung.“ Im Verlag Herder ist der Band „Wege der Kirche in die Zukunft der Menschen. 50 Jahre nach Beginn der Würzburger Synode“ in der von Liturgiewissenschaftler Professor Stefan Kopp, Rektor der Theologischen Fakultät Paderborn, herausgegebenen Reihe „Kirche in Zeiten der Veränderung“ erschienen.

Prof. Dr. Stefan Kopp, Rektor der Theologischen Fakultät Paderborn, und Prof. Dr. Herbert Haslinger, Leiter der Montagsakademie, freuen sich auf „Denkerinnen und Denker des Glaubens, die uns heute etwas zu sagen haben“. | Foto: Oliver Schwabe

Im anstehenden Wintersemester 2021/22 bietet die Montagsakademie Vorlesungen unter dem Gesamttitel „Denkerinnen und Denker des Glaubens, die uns heute etwas zu sagen haben“. Der Leiter der Montagsakademie, der Pastoraltheologe Herbert Haslinger, will damit den Auftrag der Theologie umsetzen, den Menschen zu dienen, indem sie zum eigenen Denken des Glaubens befähigt und ermutigt. Zur Darstellung kommen Personen, die sich durch bestimmte Inhalte oder durch eine bestimmte Art der rationalen Reflexion des christlichen Glaubens ausgezeichnet haben – zu unterschiedlichen Zeiten, an unterschiedlichen Orten und in unterschiedlichen Denkwelten. „Wenn ich Gott als gläubiger Mensch mit allen Kräften lieben möchte, dann heißt das auch mit allen Kräften des Geistes und somit der Vernunft“, unterstreicht Professor Kopp den Ansatz der diesjährigen Montagsakademie. Glaube und Vernunft gehören für ihn untrennbar zusammen: „Sie sind keine konkurrierenden Größen, sondern ergänzen einander; die Vernunft vertieft den Glauben und lässt ihn reifen“.

Für die Vorträge konnten kompetente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewonnen werden, die durch ihre fachliche Beschäftigung mit diesen Denkerinnen und Denkern ausgewiesen sind. Der Bogen der Denkerinnen und Denker, die vorgestellt werden, spannt sich von der Antike bis in die Gegenwart, von Europa bis nach Lateinamerika, von der Theologie bis zur Literatur.

So kommt zum Beispiel aus der Antike Makrina die Jüngere zur Darstellung, die in Theologie und Kirche bis heute weithin unbekannt ist, obwohl sie ihren bekannten Kirchenväter-Brüdern Basilius der Große und Gregor von Nyssa als Vorbild und Lehrmeisterin diente; ebenso ist eine Vorlesung der theologischen Großgestalt des Kirchenlehrers Augustinus gewidmet. Albertus Magnus, der dem abendländischen Denken viele philosophische Werke erschloss und deshalb gewissermaßen als ein „Patron Europas“ gelten kann, bekommt mit Juana Inés de la Cruz eine Denkerin aus Mexiko zur Seite gestellt, die das Recht von Frauen auf eine eigenständige Beschäftigung mit Wissenschaften verteidigte. Die Welt der Literatur kommt mit Selma Lagerlöf und Franz Werfel zu Wort, die beide in ihren Werken auf eigentümliche Weise das Christentum zum Gegenstand ihres Denkens machten. Die Philosophin Simone Weil und der Philosoph Emmanuel Levinas stehen für ein Denken, in dem sich jüdische Herkunft und Aufgeschlossenheit für das Christentum verbinden.

Die Vorlesungen werden als online-Vorlesungen durchgeführt, die über den YouTube-Kanal der Fakultät entweder jeden Montag um 18.00 Uhr im Live-Stream verfolgt oder in der Mediathek abgerufen werden können. Weitere Infos im Flyer.