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Montagsakademie startet digital ins Wintersemester

mit dem Titel „Wege der Kirche in die Zukunft der Menschen“ und neuer Leitung

(v.l.n.r.) Prof. Dr. Stefan Kopp, Rektor, und Prof. Dr. Herbert Haslinger, Leiter der Montagsakademie, freuen sich auf die digitale Version der Vorlesungsreihe. | Foto: ThF-Paderborn

In den vergangenen zwei Wintersemestern sind im Rahmen der Montagsakademie die Themen „Kirche in Zeiten der Veränderung“ und „Macht und Ohnmacht in der Kirche“ in Vorträgen und unterschiedlichen Gesprächsformaten referiert und diskutiert worden. Renommierte Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft, kirchlichen Institutionen und beruflicher Praxis zeigten ein breites Spektrum von Ansatzpunkten für Reformen in der Kirche auf. Dies wurde von einem großen Publikum im Audimax der Fakultät, per Livestream auf Youtube bzw. zeitversetzt per Zugriff auf die Mediathek verfolgt. „Nach den vielen fruchtbringenden Begegnungen und Diskussionen im Hörsaal freuen wir uns sehr, dass wir unseren Zuhörerinnen und Zuhörern die Beiträge der letzten beiden Montagsakademie-Reihen nun in drei Buchpublikationen vorlegen können“, sagt der Liturgiewissenschaftler Professor Stefan Kopp, Rektor der Theologischen Fakultät Paderborn und ehemaliger Leiter der Montagsakademie. Im Herder-Verlag ist der Band „Kirche im Wandel. Ekklesiale Identität und Reform“ in der Reihe Quaestiones disputatae und die neue Reihe „Kirche in Zeiten der Veränderung“ erschienen. Band 1 beschäftigt sich mit dem Thema „Von Zukunftsbildern und Reformplänen. Kirchliches Change Management zwischen Anspruch und Wirklichkeit“. Band 2 trägt den Titel „Macht und Ohnmacht in der Kirche. Wege aus der Krise.“

Professor Haslinger leitet die Montagsakademie

Zum Ende des Wintersemesters 2019/2020 übernahm Professor Herbert Haslinger, Inhaber des Lehrstuhls für Pastoraltheologie, Homiletik, Religionspädagogik und Katechetik, die Leitung der bekannten Vorlesungsreihe. Unter dem Titel „Wege der Kirche in die Zukunft der Menschen“ startet die Montagsakademie am 12. Oktober 2020. Den Anlass für das Thema bilden zwei Ereignisse: Im Jahr 2021 jährt sich zum 50. Mal der Beginn der „Würzburger Synode“. Sie diente der Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils in den deutschen Ortskirchen und stellte für diese ein herausragendes Ereignis dar. Zum andern haben sich die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken im Dezember 2019 auf den sogenannten „Synodalen Weg“ gemacht, mit dem sie auf die Vertrauenskrise der Kirche reagieren. „Das Thema nimmt Bezug auf das Motiv `Synode´, das beiden Ereignissen ihren Namen gibt“, erläutert Professor Haslinger. Mit einer Synode begeben sich Angehörige der Kirche auf einen gemeinsamen Weg des Nachdenkens und fragen, welche Wege die Kirche heute zu beschreiten hat, um ihrer Bestimmung gerecht zu werden, führt er weiter aus. Damit knüpft die diesjährige Vorlesungsreihe auch thematisch an die beiden vergangenen Montagsakademien an.

„Angesichts der Vorgänge, die bei vielen Menschen das Vertrauen in die Kirche zerstört haben, aber auch angesichts der Herausforderungen, vor die unsere Gesellschaft aktuell gestellt ist, kann ein solches Suchen nach Wegen nicht mehr einfach nach der `Zukunft der Kirche´ fragen“, heißt es im Einladungsflyer weiter; „Es geht nicht um eine Bestandssicherung der Kirche. Es geht darum, was auf die Menschen zukommt und was die Kirche dazu beitragen kann, dass die Menschen ihre Zukunft bewältigen.“

Fünfzehn Vorträge renommierter Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft, kirchlichen Institutionen und beruflicher Praxis

Mit fünfzehn Vorträgen nähern sich Professoren der Theologischen Fakultät Paderborn und fachlich ausgewiesene Gastdozentinnen und -dozenten dem Themenspektrum, das von der Würzburger Synode und dem Synodalen Weg aufgespannt wird. Vier Vorlesungen dienen der Klärung von Voraussetzungen. Prof. Thomas Schüller, Direktor des Instituts für Kanonisches Recht in Münster, fragt nach den Eigentümlichkeiten des „Synodalen Weges“; der ebenfalls in Münster tätige Historiker Prof. Thomas Großbölting zeigt für die Kirche Herausforderungen aus der jüngeren Geschichte auf; der Systematische Theologe Prof. Ansgar Kreutzer von der Universität Gießen steuert Klärungen zum Auftrag der Kirche in der Welt bei; und der Liturgiewissenschaftler Prof. Stefan Kopp bringt unter dem Titel „Strukturwandel der Kirche als Aufgabe und Chance“ die programmatische Schrift Karl Rahners zur „Würzburger Synode“ in Erinnerung. Als Rektor der Fakultät ist er Professor Haslinger außerordentlich dankbar für die Übernahme der Leitung der Montagsakademie und die Erarbeitung eines anspruchsvollen Programms, das auch unter besonderen Bedingungen viele Menschen erreichen soll. Gerade in diesen Zeiten sei es wichtig, dass auch die akademische Theologie weiterhin einen Beitrag für Kirche und Gesellschaft leistet und sich nicht abschottet, so der Rektor.

Der größere Teil der Vorlesungen hat konkrete Felder und Problemstellungen kirchlicher Praxis zum Inhalt. Der Pastoralpsychologe Prof. Christoph Jacobs referiert über Möglichkeiten und Grenzen der neuen pastoralen Strukturen; die Religionspädagogin Prof. Judith Könemann blickt auf den Synodenbeschluss zur kirchlichen Jugendarbeit zurück; aus philosophischer bzw. religionswissenschaftlicher Perspektive fragt Prof. Bernd Irlenborn nach dem Wesen von Mission; Prof. Peter Schallenberg, Lehrstuhlinhaber für Moraltheologie, behandelt die Position der Kirche zu Friede und Gerechtigkeit; und der Sozialethiker Prof. Günter Wilhelms zeigt die Funktion der Liturgie in der Beziehung der Kirche zur Welt auf. Die beiden Vorlesungen vor Weihnachten widmen sich den Herausforderungen, die speziell mit zwei Personengruppen verbunden sind: Mit dem Weihepriestertum beschäftigt sich der Pastoraltheologe Prof. Rainer Bucher von der Universität Graz; die Stellung der Frauen in der katholischen Kirche beleuchtet Dr. Andrea Qualbrink, Referentin im Stabsbereich Strategie und Entwicklung für das Bistum Essen. Nach der Weihnachtspause nähern sich dem Themenfeld Ehe und kirchliche Sexualmoral aus ökumenischer Perspektive der leitende Direktor des Paderborner Johann-Adam-Möhler-Instituts Prof. Wolfgang Thönissen und der Mainzer Moraltheologe Prof. Stephan Goertz. Zwei Vorlesungen versuchen schließlich einen Ausblick. Der Bonner Bildungswissenschaftler Prof. Volker Ladenthin stellt die grundsätzliche Frage nach der Zukunft; und Prof. Herbert Haslinger fragt in einer Synthese „Welche Kirche brauchen die Menschen heute?“

Digitales Format in der Corona-Pandemie

Aufgrund der Corona-Pandemie kann die Montagsakademie in diesem Jahr nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden. Die Vorlesungen werden zur gewohnten Zeit – immer montags von 18.00 bis 19.00 Uhr – im Audimax der Theologischen Fakultät aufgezeichnet und können per Livestream direkt verfolgt oder später über die Mediathek abgespielt werden.