© Besim Mazhiqi | ThF PB
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Lehrstuhl für Kirchengeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Bistumsgeschichte

Der Fokus des Lehrstuhls liegt in Lehre und Forschung auf der Neueren Kirchengeschichte und der Paderborner Bistumsgeschichte. Diese spannende Verknüpfung erlaubt eine historische Beschäftigung mit Themen von hoher gesellschaftlicher und innerkirchlicher Relevanz:

  • Das 19. und 20. Jahrhundert mit seinen Totalitarismen und humanitären Krisen soll, auch vor dem Hintergrund aktueller politischer Herausforderungen, beleuchtet und reflektiert werden.
  • Die wechselvolle Geschichte des (Erz-)bistums Paderborn mit seinen sich immer wieder ändernden Grenzen gleicht einer Schatztruhe bisher unerforschter Themen. Und klar ist: Eine moderne Bistumsgeschichte ist nicht mit einer Bischofsgeschichte gleichzusetzen. Die derzeitigen Reformprozesse der Kirche und gerade auch der 2028 in Paderborn stattfindende Katholikentag sollen zum Anlass genommen werden, verstärkt auch den Laienkatholizismus in den Fokus zu rücken.

Der Paderborner Wissenschaftsstandort bietet für die kirchenhistorische Forschung ideale Voraussetzungen und eine Vielzahl möglicher Kooperationen mit Institutionen. Darüber hinaus soll die Forschung in den Vatikanischen Archiven eine feste Säule sein.

Ein Herzstück ist zudem der Wissenstransfer in die Öffentlichkeit und die forschungsnahe Lehre, die nicht nur kirchenhistorisches Handwerkszeug vermitteln, sondern die Relevanz der Kirchengeschichte für das jeweilige Berufsfeld immer wieder vor Augen führen soll.

Themenschwerpunkte

  • Neuere Kirchengeschichte und Paderborner (Erz-)bistumsgeschichte
  • Politische, kulturelle und humanitäre Krisen des 19. und 20. Jahrhunderts sowie totalitäre Systeme
  • Paderborner Themen in den Vatikanischen Archiven

„Wie an das Unfassbare erinnern? Hauptseminar mit Exkursion nach Auschwitz“

Herzliche Einladung zum Hauptseminar mit Exkursion nach Auschwitz im März 2026

Wie an das Unfassbare erinnern? Unter dieser Leitfrage steht das im Wintersemester 2025/26 in Kooperation mit der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster angebotene Hauptseminar samt mehrtägiger Exkursion nach Auschwitz vom 9. bis 13. März 2026. Dort werden wir die Gedenkstätte und das Museum Auschwitz-Birkenau besichtigen, Zeitzeugengespräche führen und einen Tagesausflug nach Krakau unternehmen. Bitte melden Sie sich hierzu aufgrund der Teilnahmebegrenzung bis spätestens 30. September per Mail bei Dr. Matthias Daufratshofer (Lehrstuhl für Kirchengeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Bistumsgeschichte) an: m.daufratshofer@thf-paderborn.de

Die Erinnerungskultur ist nicht nur angesichts des Endes der Ära der Zeitzeug:innen und Überlebenden des Holocaust im Wandel, sondern wird auch mehr und mehr kritisch angefragt. Für Jüdinnen und Juden wie für Christinnen und Christen gehört das Erinnern zur eigenen religiösen Tradition, so ist der Beitrag zur Erinnerungskultur bis heute enorm. Das Hauptseminar lädt dazu ein, sich mit den verschiedenen Facetten einer religiösen und theologisch verantworteten Erinnerungskultur auseinanderzusetzen. Themen sind unter anderem die Schuldgeschichte der christlichen Kirchen, der katholische Antisemitismus, frühe Formen des Erinnerns an den Holocaust in der Bundesrepublik, die Frankfurter „Auschwitz-Prozesse“, Rolf Hochhuths Theaterstück „Der Stellvertreter“ sowie philosophische und theologische Konzepte „nach Auschwitz“. Ziel ist es, aus der Auseinandersetzung mit bisherigen Grundpfeilern des Erinnerns an die Ermordung von über sechs Millionen Juden im christlich geprägten Europa Impulse zu gewinnen, wie in Zukunft eine Erinnerungskultur aussehen kann.

Lehrveranstaltungen

Kirchengeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Bistumsgeschichte

1. Vorlesung – Zwischen Paderborn und Rom. Kirchen- und Bistumsgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert (Modul 17d), Between Paderborn and Rome. Church and diocese history in the 19th and 20th centuries

  • Di., 10:15-11:45 Uhr
  • Beginn: 14.04.2026
  • Ort: Hörsaal 1
  • Termine (2-wöchig, da nur einstündige Vorlesung):
    • 21.04.2026
    • 05.05.2026
    • 19.05.2026
    • 02.06.2026
    • 16.06.2026
    • 30.06.2026
    • 14.07.2026
  • Dozent: Jun.-Prof. Dr. Matthias Daufratshofer

 

2. Hauptseminar als Blockseminar – Hat Pius XII. 1947 das Sakrament der Weihe geändert? Ordinationsliturgie in Geschichte und Gegenwart (Modul 15b/23d), Did Pius XII change the sacrament of ordination in 1947? Ordination liturgy in history and the present day

  • Beginn: 14.04.2026,
    • Vorbesprechung: 16:15-17:45 Uhr (per Zoom)
  • Block: 11.06-13.06.2026 (in Paderborn)
    • Uhrzeiten:
      • Do.,11.06.2026: 11:00-18:00 Uhr
      • Fr.,12.06.2026: 09:00-18:00 Uhr
      • Sa.,13.06.2026: 9:00-13:00 Uh
  • Ort: Ernst-Kuhlmann-Raum
  • Dozenten: Jun.-Prof. Dr. Matthias Daufratshofer, Prof. Dr. Stephan Wahle, Prof. Dr. Clemens Leonhard (Kooperation mit der Katholisch-Theologischen Fakultät Münster)

1947 hat Pius XII. die sakramententheologische Bestimmung der wirksamen Elemente der Ordinationsliturgien geändert. Er wandte sich damit explizit gegen die Lehre des mittelalterlichen Konzils von Ferrara-Florenz und stellte fest, dass es der katholischen Kirche möglich sei, Lehrtraditionen von durchaus hoher Dignität zu ändern. Im Seminar wird zunächst ein Überblick über die Liturgie und sakramententheologische Deutung der Ordination seit der Spätantike erarbeitet, in den die Entscheidung von Pius XII. eingeordnet wird. Dabei geht es auch um die Konsequenzen für die Ordinationsliturgien der Gegenwart. Im Zentrum des Interesses steht die Apostolische Konstitution „Sacramentum Ordinis“ von Pius XII. Ihr publizierter Text soll im Licht der Tradition und der Wirkungsgeschichte analysiert werden. Dazu wird unpubliziertes Archivmaterial zur Verfügung gestellt und gemeinsam studiert.

Das Seminar wird als Kooperationsveranstaltung zwischen Kirchengeschichte (Paderborn) und Liturgiewissenschaft an der ThF Paderborn und der Universität Münster durchgeführt.

 

3. Seminar – Philosophiegeschichte / Kirchengeschichte (Bistumsgeschichte): Kirchengeschichte als Teil der Theologie? Zur Debatte über den wissenschaftstheoretischen Status der Historischen Theologie (Modul 15a/b), Church History as Part of Theology? On the Debate about the Theoretical Status of Historical Theology

  • Blockveranstaltung
  • Vorbesprechung:
    • Do., 16:15–17:45 Uhr
  • Beginn: 16.04.2026
  • Blockseminar:
    • 1.Block: Do., 21.05.2026, 16:15–19:30 Uhr
    • 2. Block: Do., 18.06.2026, 16:15–19:30 Uhr
    • 3.Block: Fr., 26.06.2026, ab 14.00 Uhr (Tagung zum Thema)
    • 4.Block: Do., 09.07.2026: 16:15–19:30 Uhr
  • Ort: Hörsaal 1
  • Dozenten: Prof. DDr. Bernd Irlenborn, Jun.-Prof. Dr. Matthias Daufratshofer, Dr. Bernhard Holl

Das Fach „Kirchengeschichte“ als Studienbereich mit eigenen Lehrstühlen ist eine vergleichsweise junge Disziplin im Fächerkanon der Theologie. Ursprünglich galt sie in erster Linie als Hilfswissenschaft der Dogmatik, die deren Aussagen historisch belegen und illustrieren sollte. Je mehr sich die Kirchengeschichte jedoch in ihrer weiteren Entwicklung am Objektivitätsideal der allgemeinen Geschichtswissenschaft orientierte, desto stärker wurde in der wissenschaftstheoretischen Fachdebatte auch ihr Charakter als genuin theologisches Fach infrage gestellt: Was ist überhaupt noch das Theologische an einer Historischen Theologie, deren Methoden und Ergebnisse mit denen der säkularen wissenschaftlichen Historiographie identisch sind?

Das interdisziplinäre Seminar im Schnittfeld von systematischer und historischer Theologie verfolgt die Fachdiskussion innerhalb der deutschsprachigen katholischen Theologie ausgehend von wegweisenden Beiträgen aus den 1970er- und 80er Jahren und wertet, darauf aufbauend, unterschiedliche neuere Konzeptionen zum wissenschaftstheoretischen Status des Faches Kirchengeschichte aus. Zum Seminar gehört im dritten Zeitblock auch die von Professor Irlenborn und Dr. Holl organisierte Fachtagung „Kirchengeschichte als Erzählung? Zur Bedeutung von Narrativität für die Historische Theologie“, die vom 26.–27. Juni 2026 an der Theologischen Fakultät Paderborn stattfindet. Im Rahmen dieser Tagung wird die Frage diskutiert, ob durch eine narratologische Bestimmung der Historischen Theologie für dieses Fach nicht nur ein historiographisches, sondern auch theologisches Profil begründet werden kann.

 

4. Seminar – Das Bistum Paderborn im Mittelalter (Modul 15b), The Diocese of Paderborn in the Middle Ages

  • Mo., 14:15–15:45 Uhr
  • Beginn: 13.04.2026
  • Ort: Ernst Kuhlmann Raum
  • Weitere Termine werden in der ersten Sitzung abgestimmt
  • Dozentin: PD Dr. habil. Edeltraud Klueting

In der Seminararbeit soll die Geschichte des Bistums Paderborn von der Bistumsgründung bis zum Reformationszeitalter in den Blick genommen werden. Der zeitliche Rahmen umspannt somit mehr als sieben Jahrhunderte, beginnend mit dem Treffen Papst Leos III. und des fränkischen Königs Karl in Paderborn (799) und endend mit der Einführung des lutherischen Bekenntnisses durch den Bistumsadministrator Hermann von Wied (1543). Schwerpunkte bilden u. a. Klöster, Stifte und Pfarreien, die Bistumsorganisation, der Aufbau des geistlichen Fürstentums, die Krisen des Spätmittelalters und die Entwicklung des Städtewesens, verbunden mit sozialen und wirtschaftlichen Fragen.

 

5. Seminar – Moraltheologe, Dichter und Bekämpfer des Hexenwahns zwischen Paderborn und Trier – der Jesuit Friedrich Spee SJ (1591-1635) (Modul 15b/23a/23d), Moral theologian, poet and fighter against the witch craze between Paderborn and Trier – the Jesuit Friedrich Spee SJ (1591-1635)

  • Blocktermin, Freitag bis Sonntag.
  • Vorbesprechung (Zoom): Mi., 15.4.2026, 15:00-16.30 Uhr
  • Blockveranstaltung:
  • 1. Block (in Trier): Fr., 29.05.2026, 14:00Uhr – So., 31.05.2026, 12:00 Uhr
  • 2. Block (in Paderborn): Fr., 26.06.2026, 14:00 Uhr – So., 28.06.2026, 12:00 Uhr
  • Ort: Trier und Paderborn
  • Dozenten: Prof. Dr. Peter Schallenberg, Jun.-Prof. Dr. Matthias Daufratshofer, Prof. Dr. Johannes Brantl (Trier)

Interfakultäres Seminar der Universität Trier und der Theologischen Fakultät Paderborn.

Bitte melden Sie sich bis spätestens 1.4.2026 verbindlich für das Seminar an, damit wir frühzeitig Bahntickets und Übernachtungsplätze buchen können. Um Zuschüsse für die Kosten werden wir uns ebenfalls bemühen.

  1. Hauptseminar „Wie an das Unfassbare erinnern? Hauptseminar mit Exkursion nach Auschwitz“, How to remember the inconceivable? Masterclass with excursion to Auschwitz
  2. Hauptseminar – „Synodalität – ein Wesensmerkmal der Kirche? Synodale und konziliare Modelle in der Geschichte der Kirche von der Antike bis zur Gegenwart“
  3. Seminar – Von der Reformation zur Säkularisation: Das Bistum Paderborn in der frühen Neuzeit (16. bis frühes 19. Jahrhundert) (Modul 15b/23d), From Reformation to Secularisation: The Diocese of Paderborn in the Early Modern Period (16th to Early 19th Century)
  4. Seminar – Aktuelle Forschungen zum Paderborner Dom (Modul 15b/23d), Current Research on Paderborn Cathedral

 

Sommersemester 2025

  • Seminar – Der Paderborner Dom im Stadtbild des 19. Jahrhunderts (Modul 15b/23d), Paderborn Cathedral in the Cityscape of the 19th Century
  • Seminar – Zwischen Multikonfessionalität und Rekatholisierung: Das Hochstift Paderborn von Hermann von Wied über Dietrich von Fürstenberg und Ferdinand von Bayern bis zu Ferdinand von Fürstenberg (1532-1683) (Modul 15b/23d), Between Multiconfessionalism and Recatholisation: The Bishopric of Paderborn from Hermann von Wied via Dietrich von Fürstenberg and Ferdinand von Bayern to Ferdinand von Fürstenberg (1532-1683)
  • Seminar – Der Paderborner Dom im Stadtbild des 19. Jahrhunderts (Modul 15b/23d), Paderborn Cathedral in the Cityscape of the 19th Century (Kunstgeschichte)

 

Wintersemester 2024/2025

  1. Vorlesung: Spiritualität und geistliche Bewegungen (Modul 9b); Spirituality and Religious Movements

 

Sommersemester 2024

  1. Vorlesung: Schwerpunkte der Paderborner Bistumsgeschichte III: Das 19. und 20. Jahrhundert (Modul 17d)

 

Wintersemester 2023/2024

  1. Seminar (1 SWS): Schwerpunkte der Paderborner Bistumsgeschichte II: Von der Reformation bis zur Säkularisierung. (Modul 17d)

 

Sommersemester 2023

  1. Seminar (2 Std.): Vor 250 Jahren: Die Aufhebung des Jesuitenordens 1773 und die Folgen für Paderborn. (Modul 17d)

 

Wintersemester 2022/23

  1. Vorlesung (2 Std.): Schwerpunkte der Paderborner Bistumsgeschichte. I: Von der Sachsenmission bis zum Beginn der Reformation. (Modul 17d)

 

Sommersemester 2022

  1. Vorlesung (2 Std.): Schwerpunkte der Paderborner Bistumsgeschichte. II: Von der Reformation bis ins 20. Jahrhundert. (Modul 17d)

 

Sommersemester 2021

  1. Seminar (2 Std.): Vom Bistum zum Fürstbistum. Paderborner Bischofsgestalten des hohen und späten Mittelalters. (Modul 15b / 23d)

 

Wintersemester 2020/2021

  1. Vorlesung (1 Std.): Das Bistum Paderborn im 19. Jahrhundert. Von der Säkularisation bis zum Ende des Kulturkampfes. (Modul 17d)
  2. Seminar (2 Std.): Die Paderborner Kathedrale als Kirchen-, Kunst- und Lebensraum im europäischen Kontext. (Modul 15b / 23d)

 

Wintersemester 2019/2020

  1. Vorlesung (1 Std.): Schwerpunkte der Paderborner Bistumsgeschichte. I: Von der Sachsenmission bis zum Beginn der Reformation (Modul  17d)
  2. Seminar (2 Std.): Der Paderborner Dom. Geschichte – Architektur – Ausstattung – Denkmalpflege (Modul  15b /23d)

 

Sommersemester 2019

  1. Seminar (2 Std.): Geistige Zentren im früh- und hochmittelalterlichen Bistum Paderborn: Domstift und Klöster (Modul 15b / 23d)
  2. Seminar (2 Std.): Paderborn: Sakraltopographie einer Stadt (Modul 15b / 23d)

 

Wintersemester 2018/2019

  1. Vorlesung (1 Std.): Schwerpunkte der Paderborner Bistumsgeschichte. II: Von der Reformation bis ins 20. Jahrhundert (Modul 17d)
  2. Seminar (2 Std.): Der Paderborner Dom und die Baukunst der Gotik in Europa, Teil II. (Modul 15b / 23d)

 

Sommersemester 2018

  1. Vorlesung (2 Std.): Dietrich von Fürstenberg – Bischof und Fürst. Zu seinem 400. Todestag am 4. Dezember 2018. (Modul 15b / 23d)
  2. Seminar (2 Std.): Prozessionen und Wallfahrten im (Erz-)Bistum Paderborn. (Modul 15b / 23d)

 

Wintersemester 2017/2018

  1. Vorlesung (1 Std.): Schwerpunkte der Paderborner Bistumsgeschichte. I. Von der Sachsenmission bis zum Beginn der Reformation (Modul 15d)
  2. Seminar (2 Std.): Der Paderborner Dom und die Baukunst der Gotik in Europa (Modul 15b/23d)

 

Sommersemester 2017

  1. Seminar (2 Std.): Die Reformation im Bistum Paderborn und ihre Folgen (Modul 15b/23d)
  2. Seminar (2 Std.): Reformatorische Kritik katholischer Frömmigkeit und Brauchtums (Modul 15b/23d)

 

Mitarbeitende

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Jun.-Prof. Dr. Matthias Daufratshofer

Professor | Lehrstuhlinhaber
Telefon: +49 5251 121-750
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PD Dr. Edeltraud Klueting

© ThF PB

Lukas Fleger

Studentischer Mitarbeiter

Kontakt

Theologische Fakultät Paderborn
Lehrstuhl für Kirchengeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Bistumsgeschichte
Kamp 6 | D-33098 Paderborn