Von Jahr zu Jahr steigen die Personal- und Sachkosten in der klinischen Versorgung. Dies betrifft die Kosten für den Pflege- und ärztlichen Dienst ebenso wie die Kosten des medizinischen Bedarfs (darunter die Kosten neuer Therapieansätze). In den letzten Jahren erlebt die Medizin einen enormen Innovationsschub. Neue Ansätze in der Immuntherapie von Krebserkrankungen können hier als Beispiel genannt werden. Diese neuen Therapien erhöhen gegenwärtig bei vielen Patient*innen die Therapiekosten in einem Umfang, der die in die Krankenkasse eingezahlten Beiträge der einzelnen Versicherten zu übersteigen droht. Was bedeuten die stetig steigenden Kosten im Gesundheitswesen für Gesellschaft und Sozialstaat, gerade wenn neue Therapieverfahren nun bei immer mehr Patient*innen Anwendung finden? Werden Fragen der Priorisierung aufkommen? Zu welchen Aushandlungen im medizinischen Alltag und zu welchen Debatten um Rationierung von Therapieansätzen und knappen medizinischen Gütern und Dienstleistungen wird es womöglich kommen? Wie lassen sich die Problemlagen aus medizinischer, gesundheitspolitischer und sozialethischer Perspektive einordnen?
In ihren Kurzinterviews sprechen Prof. Hagedorn und Dr. Meyer über ihre Erkenntnisse des Abends und fassen die zentralen Aussagen ihrer Vorträge zusammen: