Solidaritätsverhältnisse prägen moderne Gesellschaften durch und durch. Solidarität ist eine „Entdeckung“ des 19. Jahrhunderts – auf dem Komplexitätsniveau moderner, hocharbeitsteiliger Gesellschaften. Solidarität geht mit Organisationen und Institutionen einher. Diese können maßgeblich zur Abfederung sozialer Risiken und zur Ausbalancierung sozialer Ungleichheitslagen beitragen. Von ihrem „Ursprung“ her hat Solidarität zwei Seiten: Solidarität ist ein deskriptiver Strukturbegriff und ein normatives Strukturprinzip. Durch den Gegensatz von Stabilität und Fragilität soll vor allem die Notwendigkeit und Gestaltbarkeit gesellschaftlicher Solidaritätsverhältnisse, aber auch ihre permanente politische Umkämpftheit betont werden.
Zusammen mit Michelle Becka (Würzburg) und Andreas Busen (Hamburg) hat Jonas Hagedorn das Heft koordiniert.
Als Autorinnen und Autoren sowie als Interviewpartnerin konnten Hermann-J. Große Kracht (Darmstadt), Clea Stille (Paderborn), Felix Wagner (Paderborn), Silke van Dyk (Jena), Carsten G. Ullrich (Essen), Stefan Wallaschek (Flensburg) und Sandra Lassak (Misereor, Aachen) gewonnen werden.
Neben dem Editorial von Christian Spieß (Linz) stehen Ihnen online folgende Artikel nicht nur in der Artikel-Vorschau, sondern in der Komplettfassung zur Verfügung:
- Michelle Becka, Andreas Busen, Jonas Hagedorn: Stabile, fragile Solidaritäten. Eine Einführung
- Jonas Hagedorn, Clea Stille, Felix Wagner: Gewerkschaften – Selbstverteidigung im liberalen Skript oder solidarischer Ordnungsfaktor?
- Silke van Dyk: Engagierte und Communities als Lückenbüßer in Zeiten fragiler sozialstaatlicher Solidarität
- Sandra Lassak: „Eine patriarchale Weltordnung zerstört die Natur, zerstört Körper und eignet sich Länder an – diese Logik gilt es zu durchbrechen“. Entwicklungszusammenarbeit als Form internationaler Solidarität (Interview)