Theologie und Glaube Ausgabe 1/2026

Theologie und Glaube

Jahrgang 116
Ausgabe 1/2026

Die erste Ausgabe von „Theologie und Glaube“ des Jahres 2026 ist erschienen beschäftigt sich u. a. mit einer christlichen Theologie der Hoffnung in Auseinandersetzung mit Gaudium et spes (Massimo Faggioli), einer kritischen Lektüre von Jan Loffelds Buch Wenn nichts fehlt, wo Gott fehlt vor dem Hintergrund seiner Anfrage an den christlichen Universalismus (Bernd Irlenborn), der sozialethischen Bedeutung von Ästhetik, Kunst und Literatur am Beispiel von Theodor Fontanes Irrungen und Wirrungen (Günter Wilhelms), den Vorteilen von videobasierter Seelsorge (Sarah Delling/Christoph Jacobs), den Grenzen von KI anhand von Polanyis personaler Philosophie (Helmut Mai), den Konsequenzen der synodalen Erneuerung für die Priesterausbildung (Michael Menke-Peitzmeyer) sowie der am 1. März 2025 in Kraft getretenen Disziplinarordnung für Kleriker im Bistum Münster (Rüdiger Althaus).

 

Beiträge aus dieser Ausgabe

S. 4–20

Der Beitrag untersucht die Bedeutung der Pastoralkonstitution Gaudium et spes des Zweiten Vatikanischen Konzils für eine Theologie der Hoffnung, insbesondere in der Gegenwart und im Kontext des „Jubeljahres der Hoffnung“ 2025. Die leitende These lautet: Eine christliche Theologie der Hoffnung muss sich deutlich von einer Fortschrittsideologie und von Spielarten eines illusorischen Optimismus absetzen und eine ausgewogene Hermeneutik von Kontinuität und Diskontinuitäten in der Lehre des Zweiten Vatikanums einfordern.

This article examines the significance of the Second Vatican Council‘s Pastoral Constitution Gaudium et spes for a theology of hope, especially in the present day and in the context of the ‘Jubilee Year of Hope’ in 2025. The guiding thesis is that a Christian theology of hope must clearly distance itself from an ideology of progress and from variations of illusory optimism, and demand a balanced hermeneutic of continuity and discontinuity in the teaching of the Second Vatican Council.

S. 21–35

Der Beitrag analysiert Jan Loffelds Diagnose religiöser Indifferenz und seine Kritik am traditionellen christlichen Universalismus. Im Zentrum steht die These, dass Loffeld aus verschiedenen Gründen das Paradigma eines für alle Menschen heilsnotwendigen Gottes zu unkritisch verabschiedet. Der Text zeigt die Risiken einer postmodern inspirierten Neujustierung der Theologie und verteidigt die bleibende systematische Plausibilität des christlichen Universalismus.

The article analyses Jan Loffeld’s diagnosis of religious indifference and his critique of traditional Christian universalism. It argues that, for several reasons, Loffeld abandons too uncritically the paradigm of a God who is salvifically necessary for all human beings. The contribution highlights the risks inherent in a postmodernly inspired reconsideration of theology and defends the plausibility of Christian universalism.

S. 36–51

Der vorliegende Beitrag, eine überarbeitete Fassung der Abschiedsvorlesung des Autors, beschäftigt sich mit der gesellschaftliche Funktion der Ästhetik, mit Kunst und Literatur und ihrer sozialethischen Relevanz. Für die Integration moderner Gesellschaft, so lautet die These, reichen weder mehr Diskurs und mehr Beteiligung noch das Vertrauen in die Sachlogik der spezialisierten Lebensbereiche. Deshalb soll beispielhaft an Symbol- oder Kommunikationsformen erinnert werden, die mit ihrer Nähe zur Sinnlichkeit besondere Spielräume für subjektive Deutungs- und Handlungsoptionen öffnen können.

The following paper is dealing with the social function of aesthetics, with art and literature and with their social-ethical relevance. For the integration of a modern society – thus runs the thesis – neither more discourse and more contribution nor confidence in the factual logic of specialized areas of life are sufficient. That is the reason why symbolic forms or forms of communication shall be reminded of in an exemplary way, forms that with their closeness to sensuality could open special scopes for subjetive options of interpretation and options for action.

S. 52–69

Der Beitrag entfaltet aus pastoraltheologischer Perspektive die Frage, wie personzentrierte Seelsorge im digitalen Raum gelingen kann. Digitale Videoberatung wird im Beitrag als innovatives pastoralpsychologisches Begleitformat analysiert. Psychologische Befunde werden theologisch eingeordnet und als Ressource für eine personzentrierte, missionarisch-diakonische Seelsorge in Zeiten pastoralen Wandels fruchtbar gemacht. Dadurch eröffnen sich neue Handlungsspielräume für eine beziehungsorientierte, ressourcenorientierte Seelsorge unter veränderten Bedingungen.

The article examines, from a pastoral-theological perspective, how person-centered pastoral care can be successfully realized in the digital sphere. Digital video counseling is analyzed as an innovative format of pastoral-psychological accompaniment. Psychological findings are interpreted theologically and made fruitful as a resource for person-centered, missionary-diaconal pastoral care in times of pastoral change. In this way, new fields of action emerge for relationship-oriented and resource-oriented pastoral care under altered conditions.

S. 70–76

Im vorliegenden Beitrag wird in Anlehnung an die personale Philosophie Michael Polanyis (1891–1976) eine grundsätzliche Limitiertheit der Künstlichen Intelligenz herausgestellt. Prinzipielle Defizite von KI bestehen beim symbolischen Erkennen und in der Fähigkeit, nach Art des Kopernikus kompetente Entscheidungen in grundsätzlichen Fragebereichen zu treffen. Diese prinzipielle Entscheidungsnot erstreckt sich auch auf die Frage nach der Existenz Gottes.

In this contribution by using the personalistic philosophy of Michael Polanyi (1891–1976) basical limits of Artificial Intelligence are exposed. AI is in principle deficient in symbolic recognition and in making – like Copernicus – commitments in fundamental questions concernig reality. AI’s inherent trouble with commitment is seen as well in the question concerning the existence of God.

S. 77–83

Der Beitrag untersucht die Priesterausbildung anhand des Paradigmas synodaler Ekklesiologie. Er analysiert die theologischen Grundlagen eines relational verstandenen Amts und identifiziert strukturelle wie formative Spannungen zwischen bestehenden Ausbildungsmodelle und-realitäten und synodalen Anforderungen. Auf dieser Basis werden Perspektiven einer integralen Priesterausbildung entwickelt, die geistliche Reife, dialogische Kompetenz und partizipative Leitung systematisch verbindet.

This article situates priestly formation within a synodal ecclesiological framework. It analyses the theological foundations of relational ministry and identifies structural and formative tensions between current models and realities of formation and synodal demands. Building on this, it proposes perspectives for an integral approach that systematically integrates spiritual maturity, dialogical competence and participatory leadership.

S. 84–91

Die vom mittlerweile emeritierten Bischof von Münster erlassene Disziplinarordnung für Kleriker rief bei diesen größere Aufmerksamkeit hervor. Manche Bischöfe möchten diese Ordnung gerne übernehmen. Daher sei nach deren Bedeutung und rechtlicher Konsistenz gefragt.

The disciplinary regulations for clergy issued by the now retired Bishop of Münster attracted considerable attention among the clergy. Some bishops would like to adopt these rules. It is therefore worth asking about its significance and legal consistency.

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