Massimo Faggioli (Dublin) setzt sich mit einer christlichen Theologie der Hoffnung auseinander und entwickelt diese in Auseinandersetzung mit der Pastoralkonstitution Gaudium et spes und deren Wirkungsgeschichte. Der Beitrag ist zugleich eine Verschriftlichung der ersten Libori Lecture, dem neuen Auftaktformat der Theologischen Fakultät Paderborn und des Möhler-Instituts für Ökumenik zum Libori-Fest im Juli 2025.
Ein weiterer Hauptbeitrag dieser Ausgabe stammt von Bernd Irlenborn. Irlenborn, Professor für Geschichte der Philosophie und Theologische Propädeutik an der ThF Paderborn, analysiert Jan Loffelds viel beachtetes Buch Wenn nichts fehlt, wo Gott fehlt. Er diskutiert kritisch dessen These, dass die wachsende religiöse Indifferenz in westlichen Gesellschaften ein postmodernes Verständnis des Christentums erfordere, das sich vom traditionellen christlichen Universalismus verabschieden müsse. Irlenborn argumentiert, warum dieser aus systematischer Perspektive trotz aller Kritik plausibel bleibt.
Die überarbeitete Abschiedsvorlesung von Günter Wilhelms, bis Ende 2024 Professor für Christliche Gesellschaftslehre an der Theologischen Fakultät in Paderborn, verdeutlicht die sozialethische Bedeutung von Ästhetik, Kunst und Literatur, besonders anhand von Theodor Fontanes Werk „Irrungen und Wirrungen“. Wilhelms stellt heraus, warum in modernen Gesellschaften mehr Diskurs und Beteiligung nicht ausreichen: Aus kulturtheoretischer Sicht sind Phänomene wie Kunst und Literatur (und Religion) bedeutsam, denn sie eröffnen bisher unberücksichtigte Deutungs- und Handlungsoptionen.
Zuguterletzt zeigen Sarah Delling (Siegen) und Christoph Jacobs (Paderborn), welche Vorteile die videobasierte Seelsorge bieten kann. Entgegen der häufig angeführten Kritik, personale Begegnung benötige zwingend einen gemeinsamen physischen Raum, präsentieren sie anhand aktueller Forschungsergebnisse, welchen Nutzen digitale Beratungsformate bieten und wie diese für die Seelsorge adaptiert werden könnten.
Die Kurzbeiträge dieser Ausgabe stammen von Helmut Mai (Mainz), Michael Menke-Peitzmeyer (Schwerte/Paderborn) sowie Rüdiger Althaus (Paderborn). Mai fragt anhand von Michael Polanyis personaler Philosophie nach den Grenzen von KI, Menke-Peitzmeyer diskutiert Konsequenzen der synodalen Erneuerung für die Priesterausbildung und Althaus prüft kritisch die am 1. März 2025 in Kraft getretene Disziplinarordnung für Kleriker im Bistum Münster.
Des Weiteren bietet diese Ausgabe drei Rezensionen aus Praktischer und Systematischer Theologie von Rüdiger Althaus (Paderborn), Bernhard Sill (Paderborn) und Jonas Maria Hoff (Duisburg-Essen).