Unter dem Titel „Hat Pius XII. 1947 das Sakrament der Weihe geändert? Ordinationsliturgie in Geschichte und Gegenwart“ untersuchen die Teilnehmenden die Hintergründe und Folgen einer Entscheidung, die bis heute für die Sakramententheologie und Liturgiewissenschaft von Bedeutung ist.
Im Mittelpunkt steht die Apostolische Konstitution Sacramentum Ordinis aus dem Jahr 1947. Darin legte Papst Pius XII. fest, welche Elemente der Ordinationsliturgie für die sakramentale Wirksamkeit entscheidend sind. Zugleich wandte er sich gegen eine Lehrtradition, die auf das Konzil von Ferrara-Florenz zurückging. Die Entscheidung wirft grundlegende Fragen nach der Entwicklung kirchlicher Lehre und dem Verhältnis von Tradition und Reform auf.
Das Seminar bietet zunächst einen Überblick über die Geschichte der Ordinationsliturgien von der Spätantike bis in die Gegenwart. Anschließend werden die theologischen und liturgischen Konsequenzen der Entscheidung Pius’ XII. diskutiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Analyse der Konstitution Sacramentum Ordinis im Licht ihrer Vorgeschichte und Wirkungsgeschichte.
Dabei arbeiten die Teilnehmenden auch mit historischem Quellenmaterial. Neben den veröffentlichten Dokumenten werden bislang unveröffentlichte Archivbestände gemeinsam ausgewertet und diskutiert. So eröffnet das Seminar Einblicke in aktuelle kirchenhistorische und liturgiewissenschaftliche Forschung.
Die Teilnehmenden machten im Rahmen der Tagung auch einen Abstecher in den Paderborner Dom und ließen sich von Domkapitular Dr. Gregor Tuszynski in seine Geschichte und Ausstattung einführen.
Die Blockveranstaltung wird gemeinsam von Jun.-Prof. Dr. Matthias Daufratshofer, Prof. Dr. Stephan Wahle und Prof. Dr. Clemens Leonhard (Universität Münster) geleitet. Als Gastdozentin wirkt zudem Jun.-Prof. Dr. Cornelia Dockter mit. Das Seminar ist eine Kooperationsveranstaltung der Bereiche Kirchengeschichte und Liturgiewissenschaft an der Theologischen Fakultät Paderborn sowie der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster.