Sie hörten zwei Vorlesungen aus den Disziplinen Altes Testament und Philosophie und erfuhren von zwei Studierenden Wissenswertes über das Studium. Jessica Bohn, Referentin am Rektorat der Theologischen Fakultät Paderborn, begrüßte die Schülerinnen und Schüler in Hörsaal 2 der Fakultät.
Professor Dr. Michael Konkel, Lehrstuhlinhaber für Altes Testament an der Theologischen Fakultät, verdeutlichte in seinem Vortrag zu dem Thema „Was ist der Mensch aus biblischer Perspektive?“ anhand der beiden Schöpfungserzählungen in Gen 1,1-2,3 und in Gen 2,4-3,24 die Besonderheit des biblischen Menschenbildes im Gegensatz zum altorientalischen Menschenbild. Nach dem Verständnis der biblischen Schöpfungserzählungen schuf Gott alle Menschen als sein Abbild, mit gleicher Würde und gleicher Verantwortung für die den Menschen anvertraute Schöpfung. In anderen Schöpfungserzählungen aus altorientalischer Zeit wurden die Menschen naturgemäß unterschiedlich als Herrschende und Sklaven erschaffen, und lediglich dem König wurde Gottebenbildlichkeit zugeschrieben. Die Betonung der gleichen Würde aller Menschen und der Verantwortung der Menschen für die ihnen anvertraute Welt zeigt, wie hochaktuell und bedeutsam die Botschaft der biblischen Schöpfungserzählungen für Menschen des 21. Jahrhunderts ist.
Den zweiten Vortrag hielt Professor Dr. Dr. Bernd Irlenborn, Lehrstuhlinhaber für Geschichte der Philosophie und Theologische Propädeutik, zu dem Thema „Spricht so viel Übel nicht gegen Gott?“. Der Vortrag führte in das klassische Theodizee-Problem ein, also die Frage, wie ein allmächtiger und allgütiger Gott angesichts des realen Übels und Leidens in der Welt gedacht werden kann. In dem Vortrag wurden verschiedene Arten von Übel sowie zentrale Argumentationsformen (logisches und evidentielles Problem des Übels) unterschieden und wichtige Antwortversuche wie Freiheitsargumente, Erkenntnisgrenzen oder die Idee eines mitleidenden Gottes diskutiert. Abschließend wurde reflektiert, ob Theodizee oder zumindest eine logische Verteidigung des Gottesglaubens angesichts des Übels überzeugend gelingen können.
Nach der zweiten Vorlesung gab es für die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich im Gespräch mit den Studierenden Aenna Geilen und Luca Garritzmann über das Studium an der ThF zu informieren und alle Fragen rund um das Theologiestudium zu stellen. Insbesondere die Frage nach der Studienmotivation für ein Theologiestudium war dabei von Interesse.
Regelmäßig lädt die Theologische Fakultät Paderborn Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen und Lehrern zur SchulUni.Theologie zu einem Studientag rund um das Theologiestudium ein. Dabei können Schulklassen und Religionskurse die älteste Hochschule Westfalens im Herzen der Stadt Paderborn besuchen, Kurzvorlesungen zu verschiedenen theologischen und philosophischen Themen hören und Studieninformationen erfragen. Mit dem Angebot sollen neugierige Schülerinnen und Schüler einen Einblick in das universitäre Studium gewinnen und das Fach Katholische Theologie für sich entdecken können. Die Kurzvorlesungen ermöglichen einen ersten Einblick in die aktuellen und kontroversen Themen der Theologie und Philosophie; ggf. aufbauend auf den aktuell laufenden Unterrichtsstoff. Gleichzeitig erhalten die Schülerinnen und Schüler Informationen über den Aufbau und die Struktur des Studiums der Katholischen Theologie und Auskünfte zu möglichen Berufsfeldern.