Bernd Irlenborn veröffentlicht Beitrag über sakrale Orte

Der englischsprachige Beitrag erscheint im renommierten International Journal for Philosophy of Religion.

In der ersten Ausgabe 2026 dieser international rezipierten Zeitschrift hat Bernd Irlenborn einen Artikel mit dem Titel „What are sacred places? A framework for a philosophical topology“ veröffentlicht. Der Beitrag entwickelt einen religionsphilosophischen und theologischen Rahmen zum Verständnis heiliger Orte innerhalb der christlichen Tradition. Ausgangspunkt ist eine phänomenologische Analyse des Ortsbegriffs, die Orte nicht als bloße räumliche Koordinaten, sondern als sinnhaft konstituierte Bezugspunkte menschlicher Erfahrung versteht. Vor dem Hintergrund von Globalisierung, Mobilität und Virtualisierung wird die wachsende Gefährdung sakraler Orte diagnostiziert.

Darauf aufbauend entwirft der Beitrag eine Typologie von Orten: Eutopoi (positiv besetzte Orte), Atopoi (Durchgangs- und Funktionsorte), Dystopoi (negativ markierte Orte), Heterotopoi (sozial regulierte Sonderorte) und Utopoi (nicht-physische, imaginierte oder eschatologische Orte). Sakrale Orte werden dabei vor allem als eutopische (und teilweise utopische) Orte bestimmt. Vor diesem Hintergrund wird die klassische Unterscheidung von sakral und profan kritisch diskutiert, insbesondere im Rückgriff auf Émil Durkheim und Mircea Eliade sowie in Auseinandersetzung mit Jean-Luc Nancy. Für das Christentum zeigt sich, dass diese Unterscheidung zwar relevant bleibt, jedoch weniger strikt und statischer gefasst werden sollte als in religionssoziologischen Modellen.

Im letzten Teil skizziert der Beitrag eine theologische Topologie heiliger Orte. Sakrale Orte sind demnach solche, an denen sich Gottes Gegenwart in unterschiedlicher Weise und Intensität manifestiert – von der Schöpfung als Gottes oikos über kirchliche Versammlungsorte bis hin zur realen Präsenz Christi in der Eucharistie. Mithilfe einer ontologischen Theorie der Partizipation und Repräsentation wird erklärt, wie Gott transzendent bleibt und dennoch im Raum gegenwärtig sein kann. Heilige Orte erscheinen so als dynamische „Erinnerungs- und Teilhabeorte“, die christliche Gemeinschaft, Liturgie und Hoffnung strukturieren.

Irlenborn, Bernd (2026): What are sacred places? A framework for a philosophical topology, in: International Journal for Philosophy of Religion 99, Issue 1 (2026). Unter: 

Der Artikel ist online verfügbar.

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