Der Libellus Carminum des Eugenius von Toledo. Poesie als Lebensbewältigung und spirituelle Praxis

Annemarie Pilarski kommentiert und analysiert den Libellus Carminum des Eugenius († 657), Erzbischof der wisigotischen Königsstadt Toledo.

Die Klage über die eigene körperliche Vergänglichkeit und seelische Unbeständigkeit ist ein wiederkehrendes Grundmotiv im Libellus Carminum des Eugenius († 657), Erzbischof der wisigotischen Königsstadt Toledo. Erstmals kommentiert und kontextualisiert Annemarie Pilarski die 102 Gedichte umfassende Gedichtanthologie ausführlich und rückt damit ein wenig beachtetes Werk spätantiker beziehungsweise frühmittelalterlicher Kunst und Kultur in den Fokus. Sie nähert sich seiner Dichtung dabei insbesondere aus einer spiritualitätsgeschichtlichen Perspektive und formuliert vor dem Hintergrund emotionsgeschichtlicher und performativitätstheoretischer Ansätze die These, dass Dichtung in Eugenius‘ Poesie zu einer spirituellen Praxis, aber auch zum allgemeinen Mittel der Lebensbewältigung werden konnte. Dies zeigt die Studie anhand der inneren Struktur einzelner Gedichte wie des gesamten Gedichtbuches auf und leistet so einen Beitrag zur Erforschung des Konnexes von Religion, Spiritualität und kultureller Aktivität in der ausgehenden Spätantike.

Ausgezeichnet mit dem Kulturpreis Bayern 2022 und dem Manfred Lautenschlaeger Award for Theological Promise 2023

Annemarie Pilarski: Der Libellus Carminum des Eugenius von Toledo. Poesie als Lebensbewältigung und spirituelle Praxis, Mohr Siebeck 2023, ISBN: 978-3-16-161007-3, 119€.

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