Dialog zwischen Schule und Universität beim Hauptseminar „Wie an das Unfassbare erinnern?“

Jun.-Prof. Matthias Daufratshofer freute sich über den Besuch des Geschichtslehrers Marvin Wehrmann vom Paderborner Gymnasium Theodorianum beim zweiten Block des Hauptseminars in Münster.
Wie an das Unfassbare erinnern? Unter dieser Leitfrage steht im aktuellen Wintersemester ein Hauptseminar mit Exkursion nach Auschwitz, das von Jun.-Prof. Matthias Daufratshofer, Lehrstuhl für Kirchengeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Bistumsgeschichte an der Theologischen Fakultät Paderborn, in Kooperation mit Dr. Michael Pfister, Dipl.-Theol. Ludger Hiepel und M.A., Mag. Theol. Sarah Scotti, M.A. von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster angeboten wird.

Angestoßen durch die Zusammenarbeit des Gymnasium Theodorianum mit der Theologischen Fakultät Paderborn anlässlich des „Friedrich-Spee-Jahres 2026“ nahm Geschichtslehrer Marvin Wehrmann am Seminar teil. Inhaltlich setzte sich die universitäre Veranstaltung mit aktuellen Fragen der Erinnerungskultur auseinander, unter anderem mit der Schuldgeschichte der christlichen Kirchen, dem katholischen Antisemitismus, frühen Formen des Holocaust-Gedenkens in der Bundesrepublik sowie theologischen und philosophischen Positionen „nach Auschwitz“.

Marvin Wehrmann stellte den dreißig Teilnehmenden in Münster die Arbeit am Gymnasium Theodorianum vor und zeigte auf, wie dort Demokratiebildung und Erinnerungskultur konkret umgesetzt werden. Beispiele wie das Courage-Scout-Programm, das Musikdrama „Die Kinder der toten Stadt“ oder die im März stattfindende Gedenkstättenfahrt nach Weimar stießen auf großes Interesse und führten zu einer lebendigen Diskussion unter den Studierenden, die später selbst in der Schule und im Bildungsbereich tätig sein werden. Der Vortrag zeigte auf, dass Demokratiebildung und Erinnerungskultur angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen unserer Gesellschaft zentrale Aufgaben des schulischen Erziehungs- und Bildungsauftrages sind.

Im Rahmen dieser Kooperation besuchte Jun.-Prof. Dr. Matthias Daufratshofer zudem gemeinsam mit Marvin Wehrmann und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 9 eine Filmvorführung im Pollux-Kino Paderborn. Gezeigt wurde „Der Schatten des Kommandanten“ auf Einladung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit anlässlich des Gedenktages für die Opfer der Verbrechen des Nationalsozialismus. Der Film zeigte eindrucksvoll, welchen tiefgreifenden Einfluss die Verbrechen auch auf die folgenden Generationen bis in die Gegenwart haben.

Die Zusammenarbeit von Schule und Fakultät anlässlich des „Friedrich-Spee-Jahres 2026“ wird zu einer ganzen Reihe von Veranstaltungen in 2026 führen.

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