Eine christliche Sonnenpriesterin? Das Verhältnis von Phoenix und Phoebus im Carmen de aue Phoenice und die Frage nach den Anfängen der lateinischen christlichen Poesie

Beitrag von Annemarie Pilarski in der Gedenkschrift für Thomas Karmann (hrsg. von Andreas Merkt/Tobias Nicklas/Harald Buchinger: Provokateure, Tabubrüche und Denkabenteuer. Grenzüberschreitungen im frühen und spätantiken Christentum)

Der Beitrag untersucht das Verhältnis zweier Figuren in einem historisch und kulturgeschichtlich nur schwer einzuordnendem Gedicht, dem traditionell dem Kirchenvater Laktanz zugeschriebenen Carmen de aue Phoenice: Den Vogel Phoenix und Phoebus als Chiffre für die Sonne – oder auch den Sonnengott. Über diese Verhältnisbestimmung wird der Frage nachgegangen, inwiefern das Gedicht zu einer christlichen Deutung der für eine solche Deutung grundsätzlich offenen Phoenixfigur (als Bild und Beispiel der Auferstehung, aber auch der Jungfrauengeburt) einlädt und damit als frühes Zeugnis einer kulturellen Entwicklung gelten kann, in der die Poesie als traditionelle Kunstform für christliche Inhalte erschlossen wird.

Annemarie Pilarski: Eine christliche Sonnenpriesterin? Das Verhältnis von Phoenix und Phoebus im Carmen de aue Phoenice und die Frage nach den Anfängen der lateinischen christlichen Poesie. In: Provokateure, Tabubrüche und Denkabenteuer. Grenzüberschreitungen im frühen und spätantiken Christentum, Hgg. Andreas Merkt, Tobias Nicklas und Harald Buchinger, Vandenhoeck & Ruprecht 2023, ISBN: 978-3-525-50025-5, 140€.

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