Erste internationale Tagung zur Zukunft der Theologie des Dikasteriums für die Kultur und die Bildung

Das Leitungsteam der Theologischen Fakultät Paderborn, Rektor Prof. Dr. Aaron Langenfeld, Prorektor Prof. Dr. Stephan Wahle und Sekretär Prof. DDr. Andreas Koritensky, nahmen an der ersten internationalen Tagung zur Zukunft der Theologie, veranstaltet vom Dikasterium für die Kultur und die Bildung,

Unter dem Titel „Erbe und Imagination“ kamen am 9. und 10. Dezember rund 500 Theologinnen und Theologen aus aller Welt in Rom zusammen und diskutierten das „Wo, Warum und Wie“ der Zukunft der Theologie. „Kann das theologische Erbe der Vergangenheit noch heute Antworten auf die Herausforderungen von heute geben und uns helfen, uns die Zukunft vorzustellen?“, fragte Papst Franziskus in seiner Begrüßungsansprache. „Dies ist eine Reise, die Sie als Theologen beiderlei Geschlechts gemeinsam unternehmen sollen,“ gab er den Teilnehmenden mit auf den Weg. Eine rein männliche Theologie sei eine unvollständige Theologie.

Er forderte die Anwesenden dazu auf, Theologie nicht in einer „verkümmerten, verschlossenen und mittelmäßigen Denkweise“ zu betreiben. Jede Vereinfachung der komplexen Wirklichkeit führe zu leerem und einseitigem Denken und erzeuge Polarisierung und Fragmentierung, die tödliche Ideologien fördere. Theologie müsse mutig und kreativ interdisziplinäre und fachübergreifende Ansätze verfolgen und die theologische Reflexion in Kombination mit anderen Disziplinen wie der Philosophie, Literatur, Kunst, Mathematik, Physik, Geschichte, Recht, Politik und Wirtschaft „gären“ lassen.

Die Teilnehmenden hörten in der Aula der Päpstlichen Lateranuniversität über zwei Tage zahlreiche Vorträge und diskutierten in kleinen Gruppen in der bereits auf der Weltsynode zum Einsatz gekommenen Methode des „Gesprächs im Geist“. Die Ergebnisse der Gruppenarbeiten wurden dann wieder dem großen Plenum vorgetragen. „Uns ist sehr deutlich geworden, dass die Theologie bei allen Differenzen weltweit doch von sehr ähnlichen Problemen bewegt wird. Aus allen Regionen der Welt wurde auf den fortschreitenden Traditionsabbruch bei jungen Menschen, den Verlust des Vertrauens in die Kirche, auf die Frage nach einem würdigenden Umgang mit homosexuellen Menschen und auf die Frage nach der Rolle der Frauen in der Kirche hingewiesen. Außerdem dominierten die globalen sozialethischen Themen Armut und Klimagerechtigkeit die Diskussionen“, resümiert Rektor Aaron Langenfeld.

Sekretär Andreas Koritensky ergänzt: „Der Papst hat in seiner Ansprache den Fokus auf das Interesse einer rasch steigenden Zahl von Erwachsenen in vielen Teilen der Welt gelegt, die ihren Glauben mit einem weiteren Studium vertiefen wollen, und uns dazu aufgefordert, unsere Studienprogramme einfallsreich anzupassen, damit die Theologie für alle Menschen zugänglich ist. Auch die Ausweitung internationaler Kooperationen war ein deutliches Anliegen des Papstes und des Dikasteriums“.

„Wir nehmen die dominierenden Themen und Aufgaben sehr ernst und setzen vieles in der Arbeit an der Fakultät bereits um. Gerade in der Entwicklung des Studiums und der Vernetzung mit anderen Hochschulen ist vieles schon gut angelaufen“, fasst Prorektor Stephan Wahle die Ergebnisse der Tagung für die Paderborner Fakultät zusammen. „Viele Projekte stehen hier aber auch noch am Anfang und wir sehen uns durch den ausdrücklichen Appell des Papstes und des Dikasteriums für die Bildung, frei und mutig in der theologischen Forschung zu arbeiten und zu experimentieren, bestärkt, kreativ weiterzuarbeiten.“

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