Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Magnus Cancellarius der Theologischen Fakultät, überreichte der 32-jährigen Theologin nach Ablegung der Professio fidei, des Glaubensbekenntnisses, zum Amtsantritt in der Kapelle des Bischofshauses die Ernennungsurkunde. Damit tritt Professorin Pilarski die Nachfolge von Professor Dr. Dr. Dr. Hubertus R. Drobner, DD (Oxon), DLitt an, der mit dem Ende des Sommersemesters 2025 in den Ruhestand gegangen ist. Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz wünschte der neuen Lehrstuhlinhaberin Gottes Segen für ihr Wirken und einen guten Start an der traditionsreichen Ausbildungsstätte für Theologinnen und Theologen.
Rektor Professor Dr. Aaron Langenfeld freut sich über die Neuberufung: „Mit Annemarie Pilarski gewinnt unsere Fakultät eine exzellente junge, bereits profilierte und vielfach ausgezeichnete Kirchenhistorikerin. Insbesondere ihre interkulturellen und interreligiösen Forschungsschwerpunkte in der alten Kirchengeschichte werden sicher eine innovative Bereicherung für die Theologische Fakultät und den Bildungsstandort Paderborn sein.“
„Ich freue mich sehr auf meine Arbeit an der Theologischen Fakultät“, sagt Prof. Dr. Annemarie Pilarski: „In meinen ersten Monaten hier habe ich sie bereits als einen Ort erlebt, wo es eine echte Kultur des Miteinanders gibt: Studierende und Lehrende begegnen sich auf Augenhöhe, man arbeitet zusammen, diskutiert offen und denkt gemeinsam weiter. Teil davon sein zu können, ist für mich eine große Ehre, und natürlich auch ein Auftrag“, so die neu berufene Kirchenhistorikerin.
Annemarie Pilarski studierte ab 2011 Lateinische Philologie und Katholische Theologie an der Universität Regensburg und schloss ihre Studien 2017 mit dem ersten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. Danach arbeitete sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Promotionsstudium am Lehrstuhl für Alte Kirchengeschichte und Patrologie der Fakultät für Katholische Theologie der Universität Regensburg. 2021 erfolgte dort die Promotion zur Dr. theol. mit der Arbeit „Vitae mala funerare. Poesie als Lebensbewältigung und spirituelle Praxis bei Eugenius von Toledo“. Die Arbeit, betreut von Prof. Dr. Andreas Merkt, wurde 2022 mit dem Kulturpreis Bayern und 2023 mit dem Manfred Lautenschlaeger Award for Theological Promise ausgezeichnet. In ihrer Dissertation kommentiert und analysiert Annemarie Pilarski den Libellus Carminum des Eugenius († 657), Erzbischof der wisigotischen Königsstadt Toledo. Ausgehend von seiner Dichtung zeigt sie auf, dass das Verfassen und Lesen von religiöser Poesie am Ausgang der Spätantike zu einer spirituellen Praxis, aber auch zum allgemeinen Mittel der Lebensbewältigung werden konnte.
Als Akademische Rätin a.Z. war sie von 2021 bis 2025 am Lehrstuhl für am Lehrstuhl für Alte Kirchengeschichte und Patrologie der Fakultät für Katholische Theologie der Universität Regensburg tätig, den sie in den Sommersemestern 2022, 2023 und 2024 auch vertrat. 2024 folgte für die gebürtige Regensburgerin ein Forschungsaufenthalt an der KU Leuven im Rahmen des Academic Research Sabbatical Program und der Wechsel an die Universität zu Köln als Vertretungsprofessorin. Den Ruf auf die Juniorprofessur für Historische Theologie am Institut für Katholische Theologie der Universität zu Köln lehnte sie 2025 ab. Seit dem Wintersemester 2025/2026 vertrat sie den Lehrstuhl für Kirchengeschichte und Patrologie an der Theologischen Fakultät Paderborn und folgt nun dem Ruf auf den renommierten Lehrstuhl.
Professorin Pilarski widmet sich am Lehrstuhl für Kirchengeschichte schwerpunktmäßig der Erforschung christlicher Glaubenspraxis vor dem Hintergrund verschiedener religiöser und kultureller Diskursräume der Spätantike und des frühen Mittelalters. Besondere Schwerpunkte sind hier die Spiritualitäts- und Emotionsgeschichte, christliche Poesie als spirituelle und kulturelle Praxis, Raumpraktiken und sakrale Topographie, religiöse Identitätskonstruktion und religiöser Konflikt und die Bibelrezeption.
Ab dem Wintersemester 2026/27 wird Professorin Pilarski die Hauptverantwortung für die Durchführung der Montagsakademie als Nachfolgerin von Professor Dr. Herbert Haslinger übernehmen.