Strukturelle Neuausrichtung
Ein zentraler Bestandteil der Neustrukturierung der Kommende Dortmund ist der Aufbau eines neuen Bereichs für sozialethische Forschung, der für die inhaltliche Kooperation mit der Theologischen Fakultät Paderborn verantwortlich sein wird. Geplant ist eine Doppelspitze in der Leitungsstruktur des Sozialinstituts Kommende Dortmund: Der Inhaber des Lehrstuhls für Christliche Gesellschaftslehre der Theologischen Fakultät Paderborn wird den Forschungsbereich verantworten, während der Direktor der Kommende Dortmund die etablierten Fachbereiche der arbeitsweltbezogenen, politischen und sozialen Bildung leitet.
„Die heute unterschriebene Absichtserklärung ebnet den Weg, gemeinsam an den gegenwärtig drängenden gesellschaftlichen Fragen zu arbeiten“, betont Professor Dr. Jonas Hagedorn, Lehrstuhlinhaber für Christliche Gesellschaftslehre an der Theologischen Fakultät Paderborn und damit designierter Leiter des Forschungsbereichs des Sozialinstituts Kommende Dortmund. „Die Aufgaben sind groß, und nur gemeinsam, in Kooperation mit verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteuren können wir unsere Anliegen in den Arenen politischer Öffentlichkeit wirksam vertreten und Akzente setzen. ‚Partner im Team‘ machen einen Unterschied, wenn es um Fragen sozialer Gerechtigkeit, der Ausbalancierung sozialer Ungleichheiten und der Bewahrung der Schöpfung geht. Auf diese Weise gesellschaftstheoretische Überlegungen zur Debatte zu stellen, Einfluss zu nehmen und eine gerechte Gesellschaft zu denken und zu gestalten, gehört zu unserer Kernaufgaben“, sagt Professor Dr. Hagedorn.
Schwerpunkte der Zusammenarbeit
Die angestrebte Kooperation konzentriert sich auf mehrere Schwerpunkte. Im Fokus steht die Profilierung der Sozialethik sowohl in der Praxis als auch in der Theorie als besonderes Markenzeichen des Erzbistums Paderborn. Dies soll zum einen durch die interdisziplinäre Ausrichtung der Bildungsangebote und Austauschformate sowie der sozialethischen Forschung – einschließlich des Transfers ihrer Erkenntnisse – erreicht werden. Damit verbunden ist die Stärkung der Forschungs- und Bildungsarbeit zur Lösung drängender gesellschaftlicher Herausforderungen und zur Entfaltung gesellschaftlich gestaltender Kraft, die Impulse in Fragen von Solidarität und Gerechtigkeit setzt. Zudem wird die Förderung des akademischen Nachwuchses und die Gewinnung umfassend sozialethisch gebildeten Personals für politisches Engagement und die Gestaltung des gesellschaftlichen Wandels angestrebt. Damit soll die standortgebundene sozialethische Forschungs- und Bildungsarbeit in Dortmund ausgebaut und das Sozialinstitut Kommende Dortmund als Forschungs- und Bildungsstandort nachhaltig etabliert und entwickelt werden, auch durch die Einwerbung von Drittmitteln. Schließlich zielt die Kooperation auf die nachhaltige Vernetzung in der Region sowie der Politikberatung und Gremienarbeit auf nationaler und internationaler Ebene ab, einschließlich der Zusammenarbeit in und mit internationalen sozialethischen Netzwerken.
Die Kommende Dortmund ist das sozialethische Kompetenzzentrum des Erzbistums Paderborn mit mehr als 75 Jahren Erfahrung in der Vermittlung von Wissen, der Bildung regionaler und internationaler Netzwerke sowie der Entwicklung neuer Projekte und Initiativen. Die Kommende Dortmund steht mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Stiftungen für arbeitsweltbezogene, politische und soziale Bildungsangebote sowie Vernetzung und Austausch, bringt Menschen miteinander in den Dialog und bahnt gemeinsam mit ihnen Wege zu einer gerechteren Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.
Die Theologische Fakultät Paderborn ist eine staatlich anerkannte, 1614 gegründete Hochschule in Trägerschaft des Erzbischöflichen Stuhls Paderborn, die mit einem breit gefächerten Lehrangebot in der Theologie und Philosophie eine exzellente Ausbildung im Magisterstudium Theologie sowie ein Promotions- beziehungsweise Lizentiatsstudium bietet. Forschung und Lehre werden von zwölf ordentlichen und drei außerordentlichen Lehrstühlen realisiert und durch zahlreiche internationale und lokale Kooperationen ergänzt. Im Zentrum des Studiums steht die Frage nach einem zeitgemäßen Verstehen des christlichen Glaubens.