Jun.-Prof. Dr. Matthias Daufratshofer ist neuer Lehrstuhlinhaber für Kirchengeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Bistumsgeschichte

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Magnus Cancellarius der Theologischen Fakultät, überreichte dem 38-jährigen Theologen nach Ablegung der Professio fidei, des Glaubensbekenntnisses, zum Amtsantritt in der Universitäts- und Marktkirche die Ernennungsurkunde.

Damit tritt Juniorprofessor Daufratshofer die Nachfolge von Honorar-Professor Dr. Hermann-Josef Schmalor an, der mit dem Ende des Sommersemesters 2025 in den Ruhestand gegangen ist. Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz wünschte dem neuen Lehrstuhlinhaber Gottes Segen für sein Wirken und einen guten Start an der traditionsreichen Ausbildungsstätte für Theologinnen und Theologen.

Matthias Daufratshofer hat ab 2008 Lateinische Philologie, Katholische Religionslehre und Erziehungswissenschaften sowie Katholische Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München studiert. 2014 legte er das 1. Staatsexamen (Lehramt an Gymnasien) für die Fächer Katholische Religionslehre und Lateinische Philologie ab und erwarb 2015 das Diplom in Katholischer Theologie. Die Promotion erfolgte 2020 an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster mit einer Arbeit über „Das päpstliche Lehramt auf dem Prüfstand der Geschichte. Franz Hürth SJ als ‚Holy Ghostwriter‘ von Pius XI. und Pius XII.“.

Matthias Daufratshofer war als Wissenschaftlicher Mitarbeiter von 2015 bis 2017 im Forschungsprojekt „Eugenio Pacelli (1876–1958)“ sowie im DFG-Langzeitprojekt „Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte von Eugenio Pacelli 1917–1929“ an der Universität Münster tätig und von 2017 bis 2021 am Lehrstuhl des Seminars für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte und der Forschungsstelle für die Geschichte des Bistums Münster an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster und Als Akademischer Rat a.Z. (Post-Doc) arbeitete Daufratshofer von 2021 bis 2025 bei seinem Doktorvater Prof. Dr. Dr. h.c. Hubert Wolf am Seminar für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster und war von 2022 bis 2025 Stellvertretender Projektleiter im DFG-Langzeitprojekt „Kritische Online-Edition der Tagebücher von Michael Kardinal von Faulhaber (1911–1952)“. Zum Wintersemester 2025/26 nahm Matthias Daufratshofer den Ruf als Juniorprofessor für Kirchengeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Bistumsgeschichte (W1 mit Tenure Track W2) an der Theologischen Fakultät Paderborn an.

Rektor Professor Dr. Aaron Langenfeld führt aus: „Mit Juniorprofessor Daufratshofer konnten wir einen exzellent aufgestellten jungen Wissenschaftler gewinnen, der hohe Anerkennung in der Theologie und der Kirchengeschichte im Besonderen erfährt. Seine Forschungsschwerpunkte, insbesondere der kritisch-konstruktive Blick auf das Verhältnis von Kirche und totalitaristischen Krisen tragen hervorragend zur Profilbildung der Theologischen Fakultät bei und ich freue mich sehr, dass wir ihn für unsere Hochschule gewinnen konnten.“

Juniorprofessor Daufratshofer forscht zur Theologie- und Papstgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts sowie zum Verhältnis von Kirche und Nationalsozialismus. Seit mehr als zehn Jahren untersucht er kuriale Entscheidungsprozesse und die Entwicklung des päpstlichen Lehramts in den Vatikanischen Archiven – insbesondere in den seit 2020 geöffneten Beständen zum Pontifikat Pius’ XII. (1939–1958). Kirchengeschichte versteht er nicht als akademische Disziplin im Elfenbeinturm: Seine Forschungsergebnisse möchte er aktiv in seine Lehre sowie in aktuelle theologische und kirchenpolitische Debatten einbringen. Als neuer Lehrstuhlinhaber für Kirchengeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Bistumsgeschichte legt er einen Schwerpunkt auf Themen der Paderborner Diözesangeschichte. Dabei richtet er – auch mit Blick auf die gegenwärtigen politischen Herausforderungen – besonderes Augenmerk auf totalitäre Systeme und humanitäre Krisen im 19. und 20. Jahrhundert.

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