Auf der diesjährigen Tagung der European Academy of Religion an der LUISS in Rom unter dem Titel „Religion and (In)Equalities“ nahmen Jonas Hagedorn, Lehrstuhlinhaber für Christliche Gesellschaftslehre an der Theologischen Fakultät Paderborn, und Noah Heinemann, studentischer Mitarbeiter des Lehrstuhls, an dem Panel „Religion & Democracy: Contemporary Responses to Authoritarianism“ teil. Geleitet durch Richard L. Wood (New Mexico) bestand das Panel aus drei Impulsvorträgen und einer daran anschließenden ausführlichen Diskussionsrunde mit dem Ziel, in ersten Schritten ein globales akademisches Netzwerk aufzubauen, das sich gegen die scheinbar allgegenwärtig zu diagnostizierende rechtsautoritäre Verschiebung der Politik richtet.
Sigrid Rettenbacher (Linz/Portland) beleuchtete in ihrem Vortrag den Einfluss international vernetzter christlich geprägter rechtsextremer Akteure auf Gesellschaft, Kirche und Demokratie in Österreich sowie deren ideologische Grundlagen und Strategien. Jérome Emmanuel Bountsebe Ekassi (Leuven) widmete sich den demokratischen Entwicklungen in Afrika und diskutierte in diesem Kontext die Rolle der katholischen Kirche zwischen Reformimpulsen und bestehenden Machtstrukturen. Dabei hob er insbesondere den synodalen Prozess sowie das Konzept des „Neo-Sovereigntism“ als aktuelle politische und kirchliche Herausforderungen hervor.
Jonas Hagedorn und Noah Heinemann widmeten sich unter dem Titel „Flashback: Catholic Postliberalism. Theoretical Support for Right-Wing Authoritarianism in the USA“ den politischen Strömungen des Postliberalismus. Damit knüpften sie an ihren Concilium-Beitrag an. Über den katholisch-integralistisch geprägten US-Postliberalismus hinaus beleuchteten sie weitere postliberale Strömungen wie den National Conservatism. Im Zentrum stand auch die Frage, inwiefern gegenwärtige moderne Gesellschaften bereits postliberale Zustände aufweisen und welche Formen eines nicht-autoritären, pluralismuskompatiblen und solidarischen Republikanismus denkbar wären, der bei der Bearbeitung politischer Herausforderungen nicht reaktionären Varianten eines Postliberalismus Tür und Tor öffnet.