Zum Auftakt des neuen Akademischen Jahres an der Theologischen Fakultät Paderborn hatte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz die Studierenden in seiner Predigt dazu ermutigt, sich nicht auf vorgefertigte Antworten und scheinbare digitale Abkürzungen zu verlassen, sondern echte theologische Urteilskraft und innere Freiheit zu entwickeln. Im Pontifikalamt in der Universitäts- und Marktkirche betonte der Erzbischof, dass Theologie im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz vor allem durch eigenes Lesen, kritisches Unterscheidungsvermögen und bewusste Räume der Stille lebendig bleibe. „Lassen Sie nicht allein die KI für sich recherchieren. Der Grundwasserpegel Ihrer theologischen Kompetenz sinkt, je mehr Sie ‚aus zweiter Hand leben‘ und nur abschreiben, wiederkäuen und Algorithmen für sich denken lassen“, gab Erzbischof Bentz den Studierenden mit auf den Weg. Im Rückgriff auf ein Zitat von Simone de Beauvoir formulierte der Erzbischof, dass Freiheit bedeute, eigene Standpunkte zu entwickeln, das Gegebene zu überschreiten und nicht im bloßen Wiederholen zu verharren.
Die Feierlichkeiten begannen mit einem Pontifikalamt in der Universitäts- und Marktkirche. Anschließend versammelten sich die Angehörigen, Mitarbeitenden und Studierenden der Fakultät sowie zahlreiche Gäste aus Kirche, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft zur Akademischen Jahresfeier im vollbesetzten Audimax. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von Claus Hütterott und Sebastian Pietsch an den Violoncelli mit Werken von Friedrich August Kummer und Johannes Brahms.