Siebter Vortrag der Montagsakademie: Schwester Dr. Maura Zátonyi OSB spricht über Hildegard von Bingen

Wer an die Menschwerdung glaubt, bejaht sich selbst – Ein inkarnatorisches Menschenbild“

Die auch in diesem Wintersemester digitale Montagsakademie der Theologischen Fakultät Paderborn unter Leitung von Prof. Dr. Herbert Haslinger stellt „Denkerinnen und Denker, die uns heute etwas zu sagen haben“ in den Mittelpunkt. In der siebten online-Vorlesung am 6. Dezember 2021 um 18 Uhr spricht Sr. Dr. Maura Zátonyi OSB, Vorsitzende der St. Hildegard-Akademie Eibingen e.V. Zentrum für Wissenschaft, Forschung und europäische Spiritualität, über das theologische Wirken Hildegard von Bingens. Schwester Dr. Maura Zátonyi OSB aus der Abtei St. Hildegard in Eibingen absolvierte ein Studium der Klassischen Philologie in Budapest. Ihre Promotion erfolgte in Philosophie an der Universität Mainz.

Hildegard von Bingen ist in den letzten Jahrzehnten zu einer Leitfigur der alternativen Medizin und Naturheilkunde geworden. Allerorten finden sich Hildegard-Kuren, Hildegard-Tees, Hildegard-Kräuter und dergleichen. Das ist insofern schon etwas fragwürdig, als justament bei den Schriften, auf die sich diese „Hildegard-Medizin“ beruft, die Autorschaft der Hildegard zweifelhaft erscheint. Vor allem aber gilt es, dem gegenüber die ungleich wichtigere Rolle der Hildegard als theologischer und philosophischer Denkerin in Erinnerung und zur Geltung zu bringen. Mit vielen Vertretern der kirchlichen wie der weltlichen Obrigkeit stand sie in geistigem Austausch. Berühmt ist sie nicht zuletzt dafür, dass sie als Ratgeberin kirchlichen Autoritäten unerschrocken ins Gewissen redete. Dass sie öffentlich gleichermaßen vor Klerus und Volk predigte lässt die Fragwürdigkeit des Ausschlusses von Frauen von solchen kirchlich-theologischen Funktionen vor Augen treten. Die formelle Erhebung Hildegards zur Kirchenlehrerin im Jahr 2012 wirkt vor diesem Hintergrund als angemessene Würdigung.

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