Die Tagung fand vom 23. bis 27. März im Stift Melk (Österreich) statt und beschäftigte sich mit dem Thema „Antijudaismus – eine exegetische Problemanzeige“.
Lanzingers Vortrag trug den Titel: „Innerjüdisch? Antijüdisch? Versuch einer Standortbestimmung der Apostelgeschichte“. Der Paderborner Neutestamentler beschäftigte sich mit dem Forschungstrend, die Apostelgeschichte als jüdische Schrift zu lesen, und ging der methodischen Frage nach, auf welcher Grundlage eine solche Einordnung „within Judaism“ plausibel ist. Anschließend analysierte er einige problematische Passagen, in denen jüdische Figuren als aggressiv charakterisiert werden. Die Szenen erweisen sich nach Lanzinger als Teil einer komplexen Konfliktsituation, in der Judenfeindschaft nicht geschürt, sondern im Gegenteil eher als Problem thematisiert wird. Insgesamt kam Lanzinger zu dem Ergebnis, dass es Lukas nicht darum ging, das entstehende Christentum gegenüber dem Judentum abzugrenzen. Vielmehr sei ihm an einer theologischen Erklärung dafür gelegen, warum die ersten Verkündiger der Jesusbotschaft vielfach auf Ablehnung stießen, obwohl sie sich selbst weiterhin als jüdisch verstanden.
Die Tagungsbeiträge werden in der renommierten Reihe „Quaestiones disputatae“ erscheinen.