Ihre Themen waren Perspektiven einer gelingenden Zukunft in Zeiten globaler Krisen, tiefgreifender Veränderungen und wachsender gesellschaftlicher Unsicherheiten. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Theologischen Fakultät Paderborn und der Professur für Systematische Theologie der TU Dortmund.
Religion als Ressource für Gemeinsinn und Zukunftsgestaltung
Erzbischof Dr. Bentz betonte gleich zu Beginn des Gesprächs, dass Krisen „immer auch religiöse Aspekte“ berühren, weshalb Zukunft aus seiner Sicht „ohne Religion nicht gedacht werden“ könne. Religionen würden einen „größeren Horizont“ einbringen und könnten Orientierung bieten, wo politische oder gesellschaftliche Debatten Gefahr laufen, sich zu verengen. Zukunft gelinge nur, „wenn sich ein gemeinsames Verständnis dazu entwickelt, was gutes Leben bedeutet“, unterstrich der Paderborner Erzbischof. Dafür brauche es ein „Ethos des Handelns“, dessen zentraler Begriff das Gemeinwohl sei.
Mit Blick auf ökologische und globale Herausforderungen erinnerte der Erzbischof des Erzbistums Paderborn an die Enzyklika „Laudato si“ des verstorbenen Papstes Franziskus aus dem Jahr 2015. Diese ermögliche, das Gemeinwohl global zu denken. Die Schöpfung sei „nicht einfach eine Ressource, sondern das gemeinsame Haus, die gemeinsame Erde“. Ein „Weltgemeinsinn“, gestützt durch Friedensverträge und Klimaschutzabkommen, sei nötig. Kirchen und Religionen könnten hier Brücken bauen, erklärte Erzbischof Dr. Bentz.
Zur aktuellen gesellschaftlichen Situation führte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz mit Blick auf Säkularisierungstendenzen aus: „Ohne spirituelle Erfahrungen verlieren ethische Forderungen ihre Wurzel.“ Die christliche Hoffnung sei jene Kraft, „die uns antreibt, in die Zukunft zu gehen“.