Workshop im Rahmen der Seminarveranstaltung:
Vom Geist bewegt. Entwicklung und Herausforderung der charismatischen Erneuerung
Eine wenig bekannte Frauenmystikerin war Rut Björkman (1901 – 1988). Über 20.000 gedruckte Seiten dokumentieren eindrucksvoll ihre authentischen Bemühungen um ein Leben aus dem Geist. Ihre Biografie ist vom existentiellen Ringen um „Erkenntnis“ und „Wahrheit“ sowie um ihre gesellschaftliche Positionierung im Kontext ihrer Umwelt geprägt.
„Ich muß bekennen, daß durch Jahre hindurch – vom Standpunkt dieser Welt aus – mein Leben als eine verkrachte Existenz angesehen werden mußte, denn ich verblieb in einer inneren Beschäftigung, die unsichtbar und scheinbar unfruchtbar verlief… Die angestrebten Ziele der Menschen, … ein erfolgreiches Leben aufzubauen, konnten mich nicht anregen, dasselbe zu tun… Ich stand innerlich zur Verfügung – für was? Für das wirkliche Leben, für das schöpferische Leben, das mich tragen sollte von einer Entwicklung zur anderen.“
Welche theologische Anthropologie setzt sie dabei voraus? Wie ist ihr Verhältnis zur Kirche als öffentlich verfasster Institution? Wäre Rut Björkman vielleicht sogar eine Propagatorin der sog. „Geistkirche“ in einer Reihe mit historischen Persönlichkeiten – spätestens beginnend mit Joachim von Fiore und seiner Vision von einem dritten Zeitalter des Heiligen Geistes?

