„Meltwater“ ist eine performativ-poetische Annäherung an das Thema ‚Wasser‘ als Quell des Lebens. Es wärmt und erfrischt, es umschließt, umfließt und umhüllt. Es spendet Ruhe und Erholung. Wasser als Metapher für Veränderung, für ständige Bewegung, alles ist im Fluss. Als beeindruckend und überwältigend in mehrfachem Sinne erweist sich die ungeheure Kraft, die es entwickeln kann.
Exemplarisch für die verschiedenen Erscheinungsformen und Kostbarkeit des Wassers, wird in diesem Projekt der Betrachtung von Gletschern, die zusammen mit Eiskappen die größten Süßwasserspeicher auf der Erde bilden, besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
Die Wahl des Brunnenkellers als Aufführungsort hängt mit seiner spezifischen Atmosphäre zusammen. Zum einen gibt es hier bereits eine Historie zum Thema Wasser. Zum anderen schafft die Abgeschiedenheit des Ortes den Raum, in das eigene Innere zu schauen, konzentriert Gedanken zu folgen und sich dabei auf Gegensätzliches einzulassen wie z.B. auf beruhigende Stille und innere Einkehr vs. dem Unruhe stiftenden Gefühl von Enge. Das Stück tangiert diese Ambivalenzen. So vermittelt es einen Eindruck von der Gewaltigkeit eines Gletschers. Vielmehr aber zeigt es seine atemberaubende Schönheit und Faszination, die er auszuüben vermag.
Birgit Aßhoffs Arbeiten wandeln mit fließenden Übergängen zwischen Tanz, Performance und Bildender Kunst, häufig in Kooperation mit Künstler:innen unterschiedlicher Genre. Das Thema ‚Wasser‘ war und ist dabei häufig eine konstante Inspirationsquelle. Neben ihren Solo-Werken realisiert sie seit mehr als 15 Jahren generations- und städteübergreifende, partizipative Projekte mit Laien. Seit rund 5 Jahren entwickelte sie neben ihren Choreografien auch filmische Kompositionen.
Ihre Arbeiten wurden bislang deutschlandweit sowie in Europa und Südamerika gezeigt. 2023 wurde sie mit dem Kulturpreis der Stadt Paderborn geehrt.
Die musikalische Umsetzung des Projekts geschieht in Kooperation mit dem isländischen Kontrabassisten Borgar Magnason. Nach einer Zusammenarbeit im Rahmen eines Residenz-Programms zur internationalen Art Biennale in Gardur/Island, ist dies die zweite Kooperation von Birgit Aßhoff und Borgar Magnason. Er ist Musiker mit internationalem Renommee und zeichnet sich durch ein breites Spektrum an musikalischen Fähigkeiten/Aktivitäten aus, darunter sowohl Solo-Performances im Bereich experimenteller Musik als auch Arrangements orchestraler Kompositionen.