Vierter Vortrag der Montagsakademie: Hannes Möhle spricht über Albert den Großen

„Sie verhalten sich wie wilde Tiere, die das mit Blasphemien überziehen, was sie nicht kennen“ – Zum Verhältnis von Philosophie und Glaube

Die auch in diesem Wintersemester digitale Montagsakademie der Theologischen Fakultät Paderborn unter Leitung von Prof. Dr. Herbert Haslinger stellt „Denkerinnen und Denker, die uns heute etwas zu sagen haben“ in den Mittelpunkt. In der vierten online-Vorlesung am 15. November 2021 um 18 Uhr spricht Prof. Dr. Hannes Möhle, außerplanmäßiger Professor für Philosophie an der Universität Bonn und Leiter des Albertus-Magnus-Instituts Bonn, über Albert den Großen.

Dass Albert den Beinamen „Magnus“, „der Große“ erhielt, hat seinen guten und völlig berechtigten Grund. Er ist wirklich eine der ganz großen Gestalten der mittelalterlichen Theologie. Leider steht er immerzu im Schatten seines später zum kirchenamtlichen Großtheologen avancierten Schülers Thomas von Aquin. Alberts Bedeutung für das Denken des Glaubens besteht dagegen gerade in seiner kirchenunabhängigen Bildung von Wissen. Er hat sich ohne ideologische Vorbehalte und ohne kirchlich-theologische Verengungen einen riesigen Schatz an Wissen aus der gesamten Geistesgeschichte, gerade auch aus der Antike angeeignet, hat diesen vor allem durch seine Übersetzungen erfasst und für die Menschen seiner Zeit wie auch für die kommenden Generationen in Europa bewahrt. Er hat diese geistigen Gehalte als diese geistigen Gehalte für wertvoll und bewahrenswert gehalten, und nicht nur jene Wissensgehalte, die als irgendwie kirchlich-theologisch passend oder verwertbar gelten. Und umgekehrt: Er hat es für notwendig erachtet, dass sich Theologen und Kirchenleute dieses „profane“, allgemein humane Wissen – noch vor und unabhängig von jeder theologisch-kirchlichen Adaptation – aneignen, weil es gerade so für Theologie und Kirche wichtig ist. Albert ist schließlich mit dieser seiner Arbeit einer der wichtigsten Gewährsleute für die Überzeugung, dass die Theologie ihren richtigen Platz an den Universitäten inmitten der anderen Wissenschaften hat.

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© Jonas Sievers | ThF-PB
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