Habilitationsprojekt, abgeschlossen 2025: Papyrus 967 ist die älteste bekannte griechische Handschrift, die das biblische Buch Ezechiel enthält. In vielen Fällen hat sie einen Textstand bewahrt, der älter ist als jener des in den mittelalterlichen Handschriften bezeugten hebräischen masoretischen Textes. Der detaillierte Vergleich der beiden Fassungen der Kapitel 33-39 des Buches ermöglicht Einsicht in den Ablauf des Übergangs von der hebräischen zur griechischen Überlieferung biblischer Texte. Dabei ist eine neue Zusammenführung bestehender exegetischer Methoden erforderlich, denn mit klassischer Textkritik allein lässt sich das Verhältnis der bezeugten Textstände zueinander nicht zufriedenstellend klären. Es zeigt sich, das gezielte Umarbeitungen und Akzentsetzungen, die den jeweiligen Buchgestalten ein eigenes Profil verleihen, noch auf kleinster Ebene wirksam sind. Entstehungsgeschichtliche Modelle, die mit rein linear verlaufender Textentwicklung arbeiten, sind obsolet. Der theologische Gehalt der beiden Buchgestalten unterscheidet sich, bei aller grundlegenden Gemeinsamkeit, bei einigen Themen beträchtlich. So geht es in der vielleicht bekanntesten Szene des Ezechiel-Buches, der Totengebein-Vision (Ez 37,1–14), erst in der masoretischen Textgestalt um eine „Neuschöpfung Israels“. In der durch Papyrus 967 repräsentierten Fassung ist die Schöpfung noch als Bild referenziert. Israel erfährt durch die Umarbeitungen hin zur masortischen Textgestalt eine große Aufwertung, durch die Gnade Gottes. – Die Publikation wird vorbereitet.
Dissertation, abgeschlossen 2016: Mit ihrer Verkündigung JHWHs als einzig legitimen Adressaten jedweder „Hinwendung“ sprechen die Chronikbücher aus der Textwelt heraus Leser direkt an. Sie leiten einen „idealen Leser“ mit Hilfe intertextueller Verbindungen zu ihrer Botschaft „wenn du JHWH suchst, wird er sich von dir finden lassen“ (nach 1 Chr 28,9). Matthias Jendreks Untersuchung der Gebetsphänomene in der Chronik zeigt, dass sowohl durch Vollzitate, wie auch Abkürzungsphänomene (zum Beispiel unrecorded prayers) die Strategie des Textes gestützt und Querverweise geschaffen werden können. Die Chronikbücher entgrenzen dadurch die Bedeutung der Geschichte Israels und betreiben auf diese Weise Theologie.